2/3 CM Storm Mech im Test : Scharfes Design mit Ecken und Kanten

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Äußerlichkeiten

Prinzipiell nutzt auch die Mech wie schon die Corsair K70 freistehende Schalter, denn die Oberschale des Gehäuses ist eine nur angedeutete. Die hierfür eingesetzte Abdeckung wird nur aufgesetzt und umschließt die Schalter nicht. Nach dem Lösen von sieben Schrauben kann sie zudem abgenommen werden, was beispielsweise Moddern den Austausch gegen ein individuell gefertigtes Modell, die Lackierung oder anderweitige Umsetzung eigener Ideen erleichtern soll – von den Vorteilen für die Reinigung des Eingabegerätes einmal abgesehen.

Lieferumfang: Key-Puller, Inbus-Schlüssel, Kabel
Lieferumfang: Key-Puller, Inbus-Schlüssel, Kabel
Makro-Tasten, Griff und Tribal
Makro-Tasten, Griff und Tribal
Rückseite mit I/O-Panel
Rückseite mit I/O-Panel

Durch den integrierten Tragegriff sowie die ebenfalls integrierte Handballenauflage mit Klavierlack-Tribal belegt die Mech in der Länge mit noch einmal rund fünf Zentimetern mehr Platz als die mit deutlich mehr Zusatztasten versehenen, bisher längsten getesteten Tastaturen K50 und K90 von Corsair. Die erreichten Dimensionen entsprechen etwa denen eines handelsüblichen 24-Zoll-Monitors. Weitere Besonderheiten zieren das mit guter Verarbeitung an sich überzeugende Chassis im Hinblick auf die I/O-Ports. Deren Position wird nicht nur an der Oberseite zur besseren Erreichbarkeit angegeben, die ohne Hochstellfüße durch die Nähe zum Schreibtisch nur mäßig ausfällt.

Modularer Anschluss und I/O-Panel
Modularer Anschluss und I/O-Panel
Tastenanstieg
Tastenanstieg
CM Storm Mech komplett hochgestellt
CM Storm Mech komplett hochgestellt

Mit zwei USB-3.0- und HD-Audio-Anschlüssen kann sich Cooler Master bei der Bestückung von der Masse absetzen – derart aktuell bestückt sonst nur Gigabyte die Osmium. Neben dem Hub ist ein USB-Stecker des Typs B für die Verbindung mit dem PC zuständig; das mitgelieferte Kabel fällt mit nur 1,4 Metern aber eher kurz aus. Der zweite Anschluss im Miniformat dient der Verbindung mit einem optional erhältlichen Netzteil, das den Strombedarf des USB-Hubs bei besonders hohem Verbrauch oder dem Anschluss an einen USB-2.0-Port deckt. Dieses wird allerdings nicht parallel zum normalen, angewinkelten Kabel geführt, welches das optisch saubere Verlegen von Kabeln eigentlich erleichtert. Im Betrieb an einem Port des älteren Standards können über das mitgelieferte Kabel aber lediglich die Tastatur sowie sparsame Endgeräte betrieben werden. Das gleiche Prinzip nutzt bereits die Trigger aus gleichem Hause. An den Kritikpunkten hat sich jedoch nichts geändert: Ein zweites USB-Kabel ist im Endeffekt flexibler.

Das Design der Tastatur ist direkt mit der Beleuchtung verbunden. Die Tasten selbst werden über eine LED pro Schalter angestrahlt, die weiße Farbe der eingearbeiteten Metallplatte („Plate-mounted“-Switches) resultiert in einem Halo-Effekt. Da durch die Position der Dioden vor allem der obere Bereich der Schalter angestrahlt wird, leiden speziell die großen Sekundärbeschriftungen der „F“-Reihe unter einem sicht-, aber eigentlich vermeidbaren Helligkeitsverlauf. Die Helligkeit besitzt ausreichende Reserven, die in den höheren Stufen selbst sehr hellen Umgebungen standhält.

In das Beleuchtungskonzept integriert ist der Zierspalt zwischen Aluminium-Abdeckung und Handballenauflage. Er beherbergt nicht nur die Status-LEDs, die durch die Auskleidung mit Klavierlack primär durch Reflexion angezeigt werden, sondern ist über weite Teile selbst hinterleuchtet. Allerdings ist für diesen Effekt eine einzige LED zuständig, die sichtlich Mühe mit der ihr zugedachten Aufgabe hat. Problematisch sind hier mehrere Faktoren: Die verwendete Diode ist seitlich des auszuleuchtenden Plexiglas-Elements angebracht, was einen deutlichen Helligkeitsverlauf hervorbringt. Außerdem ist die Gesamthelligkeit der indirekten Ausleuchtung nicht angepasst, die Status-LEDs hingegen strahlen direkt, und bei flachem Winkel sichtbar, schon deutlich zu stark. Sofern die Helligkeit auf einen alltagstauglichen Wert, der etwa bei Stufe 2 oder 3 der maximal fünf möglichen liegt, herabgesetzt wird, verschwindet der angestrebte optische Effekt fast völlig und wird im Dunkeln von einer weißen Browser-Seite auf dem Monitor als einziger Lichtquelle bereits fast völlig ausgelöscht.

CM Storm Mech – Beleuchtung
CM Storm Mech – Beleuchtung
Ausleuchtung der Kappen mit sichtbarem Helligkeitsverlauf
Ausleuchtung der Kappen mit sichtbarem Helligkeitsverlauf
Beleuchtung ohne Aluminium-Abdeckung
Beleuchtung ohne Aluminium-Abdeckung

Ebenso wie die Status-LEDs kann auch die Status-Anzeige des „Gaming“-Modus, der die Windows-Taste deaktiviert, nicht geregelt werden. Da diese mit der LED der Taste „F12“ verbunden ist, vermag dies bei Spielen durch die hohe Strahlkraft unter Umständen zu stören – vom uneinheitlichen Konzept der Anzeigefunktionen für den Status der Tastatur an sich einmal abgesehen. Eine einheitliche Regelung unter Verzicht auf die separaten Dioden wäre prinzipiell die effizientere Lösung gewesen. Der Helligkeitsregelung der „F12“-Diode will Cooler Master allerdings, wie uns das Unternehmen versicherte, über ein Firm- und Software-Update nachreichen.

Alltagserfahrungen

Im Alltagseinatz konnte die Mech nicht völlig überzeugen, ihr wird letztlich das Design zum Verhängnis. Ergonomie und Beleuchtung entpuppen sich unter dem Strich als nicht genügend durchdacht. Als Hauptverantwortlicher ist zunächst die Handballenauflage auszumachen: Ihr mangelt es, grob umrissen, linksseitig an Breite, sodass mittelgroße Hände im Office-Einsatz schnell an der Kante aufliegen oder aber auf der angeschrägten Fläche zu liegen kommen. In diesem Fall rutscht der Handballen gefühlt zum Nutzer hin weg, wobei die Position in beiden Fällen nie komplett bequem wird. Besitzer besonders großer Hände werden dieses Problem nicht haben; für diese Gruppe entfaltet die angeschrägte Fläche eher stützende Wirkung. Spiele sind durch die in der Regel flachere Stellung der Finger durch eine weiter zurückgesetzte Position des Handballens ebenfalls problematisch.

Abhilfe lässt sich grundsätzlich nicht schaffen, da die Gelenkstütze fester Bestandteil des Gehäuses ist. Eine Eingewöhnungsphäse resultierte im Testbetrieb in veränderter Position des Handballens, sodass diese Problematik weniger stark hervortrat. Eine vollständig komfortable Position ließ sich dabei jedoch nicht finden. Durch die linksseitig schmale Auflagefläche ist der Winkel der Finger, die eher im Claw-Grip gehalten werden müssen, aber abhängig von der Handgröße fest vorgegeben. Üblicherweise sollte sich allerdings das Eingabegerät den ergonomischen Bedürfnissen seines Besitzers anpassen, nicht umgekehrt. Diese Einschätzung mag nicht von jedem Nutzer geteilt werden, um eine universal nutzbare Stütze handelt es sich jedoch nicht. Insofern sollte im Zweifelsfall einmal Probe getippt werden.

Mit empfindlichen Klavierlack-Elementen ausgerechnet an der Auflageposition der linken Hand sowie innerhalb der deutlich zu breiten Fuge zieren die Mech weitere fragwürdige Layout-Entscheidungen, die durch das Design nicht wieder aufgewogen werden: Um beispielsweise Kabel von Kopfhörern zu verlegen, ist der Spalt zu schmal; um den Augen durch indirekte Beleuchtung zu schmeicheln, ist nur eine LED von zu geringer Helligkeit nicht ausreichend. Einer mit Tragegriff auf LAN-Tauglichkeit optimierten Tastatur eine Speiserest-freundliche Spalte zu spendieren, vermittelt einen leicht wahnsinnigen Eindruck. Die Auskleidung mit Klavierlack ist zwar für die Reflexion der Beleuchtung vorgesehen, zieht jedoch auch Schmutz an. Beim ohnehin öfter nötigen Auswischen dieser Stelle, was mit einem Tuch immerhin einigermaßen ordentlich möglich ist, steigt damit das Risiko für Kratzer.

Cherry MX „Brown“ (Funktionsskizze: Lethal Squirrel, Diagramm: Cherry)
Cherry MX „Brown“ (Funktionsskizze: Lethal Squirrel, Diagramm: Cherry)

Durch die taktilen MX-Schalter des Typs „Brown“ (ausführliche Betrachtung) mit klar definiertem Signalpunkt bei einem Auslösegewicht von rund 55 Gramm Kraftaufwand tippt es sich auf der Mech wie auf jeder anderen Tastatur dieser Schalterausstattung so schnell wie angenehm. Das Betriebsgeräusch wird sowohl durch das nicht geschlossene Gehäuse als auch die Aluminium-Oberschale erhöht. Im Direktvergleich klingt die Tastatur heller und damit subjektiv lauter als vergleichbar bestückte Modelle. Sie liegt in etwa auf dem Niveau einer Corsair K70, allerdings noch weit unterhalb der „blauen“ Schalter.

Die von uns getestete Version der Mech mit braunen Schaltern wird, wie Cooler Master auf Nachfrage mitteilte, aufgrund von Lieferschwierigkeiten seitens Cherry erst in rund drei Monaten verfügbar sein. Blaue MX-Switches (ausführliche Betrachtung) werden hingegen vom Start weg verfügbar sein.

64-Key-Rollover („KRO“, Anzahl gleichzeitig zu drückender Tasten)
64-Key-Rollover („KRO“, Anzahl gleichzeitig zu drückender Tasten)

Software

Die Software gehört zu den besseren Seiten der Mech, bietet aber ebenfalls Raum für Verbesserungen. Nicht dazu gehört der übersichtliche Aufbau mit Überblicksdarstellung auf dem Startbildschirm. Diese bietet zum Konfigurieren der Tastatur bereits alle relevanten Informationen: Neu konfigurierte Tasten werden unterlegt, alle veränderten Tasten mit neuer Zuordnung in einer Übersichtstabelle ausgegeben. Unverständlich ist allerdings, dass sich zwar die Primär-, nicht aber die „F“-Tasten neu belegen lassen. Immerhin obliegt dem Nutzer damit die Wahl, ob er Windows- oder FN-Schalter nutzen möchte.

CM Storm Mech – Software

Kleinere Unannehmlichkeiten sind zudem durch die Benutzerführung bedingt. Eingaben und Menüs können nicht mit der Escape-Taste beendet oder abgebrochen werden, denn die Anwahl einer Taste in der Übersicht zwecks Programmierung verhindert jede weitere Auswahl. Zudem muss, soll einer Taste ein anderer Buchstabe zugewiesen oder ein erstelltes Makro bearbeitet werden, die jeweilige Eingabe stets per Maus ausgewählt werden.

Dabei erkennt der mächtige Makro-Editor, der über alle relevanten Funktionen mit Ausnahme des Im- und Exports von Tastenfolgen verfügt, wie schon bei der CM Storm Trigger vor über einem Jahr kein deutsches Tastenlayout – die Eingaben „Y“ und „Z“ werden daher nicht erkannt. Cooler Master versprach allerdings, das Problem über ein Firmware-Update zu beheben. Sollen zudem neue Eingaben in existierende Makros eingefügt werden, erfordert die Software die manuelle Angabe von Signal und Zeit; zu diesem Zweck direkt in die Timeline zu klicken, ist unmöglich. Die Umschaltung des Wiedergabemodus von der schwerer von Spielen zu unterbindenden Software- auf die Hardware-Ebene erfolgt dabei per Rechtsklick auf das Tray-Icon der Software.

Mech AP 1.21
Konfigurierbar Primärtasten Außer „F“-Reihe: Makro-, Office-, Systemfunktionen,
Programmverknüpfungen
Makrotasten Nur Makros
Beleuchtung Nicht konfigurierbar
Gaming-Modus Nicht konfigurierbar
Makros Anzahl 72 auf Hardware-Ebene
Länge Unbegrenzt
Wiedergabe Software, Hardware
Ausgabe Einmalig, N-Mal, bei gedrückter Taste,
bis erneut gedrückter Taste
Vorlagen Nein
Im-/Export Nein
Makro-Aufnahme Editor Ja
Verzögerung Keine, Feste, reale Abstände
Editieren Ja (Tasten, Office/Windows-Funktionen einfügen, ändern, Verzögerung einfügen)
Profile Anzahl Hardware: 5
Software: Unbegrenzt
Benennung Ja
Autostart Ja
Im-/Export Nein
Besonderheiten

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