3/4 Google Chromecast im Test : Das neue Lieblingsspielzeug

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Steuerung per Smartphone

Google Chromecast muss nicht zwingend auf dem Desktop eingerichtet werden, da die Applikation zur Ersteinrichtung auch für Smartphones und Tablets zur Verfügung steht. Die Beschaffung dieser App ist im Gegensatz zur Desktop-Version weniger einfach, da diese im deutschen Google Play Store nicht heruntergeladen werden kann. Mit einem kurzen Umweg über Foren wie XDA-Developers lässt sich die APK-Datei jedoch beschaffen, installieren und ohne Einschränkungen verwenden. Der Funktionsumfang ist mit dem Desktop vergleichbar, weshalb wir an dieser Stelle nicht erneut alle Optionen aufzählen. Die App ist auf dem Smartphone oder Tablet allerdings nicht für den Betrieb von Chromecast notwendig, wenn die Einrichtung bereits am PC durchgeführt wurde.

Parallelen können aber nicht nur zwischen den Chromecast-Anwendungen für Desktop, Smartphone und Tablet gezogen werden, sondern auch beim Übertragen von Inhalten an Chromecast: Google-Cast-Logo antippen, Chromecast wählen, Übertragung starten. Ein entscheidender Unterschied zum klassischen Desktop oder Notebook lässt sich aber auf ein Wort reduzieren: Touchscreen. Ob auf dem Smartphone oder Tablet, Chromecast lässt sich auf diesen Geräten komfortabler und intuitiver bedienen und wird so zur Fernbedienung, die man im Gegensatz zum Notebook und erst recht zum Desktop auch mit auf die Couch nehmen möchte beziehungsweise kann.

In Deutschland können die Google-Apps Play Movies & TV, Play Music und YouTube unter Android sowie ausschließlich letztere unter iOS mit Chromecast kommunizieren. In allen drei Apps macht sich Chromecast durch ein zusätzliches Symbol bemerkbar, bei dessen Betätigung die Wiedergabe vom aktuellen Ausgabegerät zum Fernseher wechselt. YouTube bietet dabei einen etwas erweiterten Funktionsumfang, weil sich über mehrere Geräte verteilt Videos in eine Playlist für den mit Chromecast verbundenen Fernseher schieben lassen. Auch in der YouTube-App können wir vor- und zurückspulen sowie Einfluss auf den Ton nehmen.

Ähnlich funktioniert dies auch mit Play Music sowie Play Movies & TV, wobei letztere App in Deutschland auf Filme beschränkt ist und zudem nicht das Einstellen der Lautstärke erlaubt. Der Griff zur klassischen Fernbedienung entfällt hier also nicht komplett. Die jeweils auf dem Fernseher dargestellten Overlays der Apps sowie die Anzeige von Covern ist nett gelöst, doch hinkt das Design der TV-Umsetzung dem auf den mobilen Geräten hinterher. Obwohl meistens intuitiv, hat Google die Integration von Google Cast nicht immer gleich umgesetzt. Das macht sich bei Play Music bemerkbar, wo nach dem Wechsel zum Fernseher und umgekehrt erneut die Wiedergabe gestartet werden muss, was zum Beispiel unter YouTube nicht der Fall ist. Trotz der Beschränkung auf die Medien-Dienste und obwohl die Entwicklung noch nicht abgeschlossen wirkt, fühlt sich die Steuerung über mobile Endgeräte eine Ecke runder als auf dem Desktop an.

YouTube auf dem Fernseher
YouTube auf dem Fernseher
Play-Music-Startbildschirm
Play-Music-Startbildschirm
Play-Movies-Startbildschirm
Play-Movies-Startbildschirm

Zum Abschluss ist auch bei mobilen Geräten die Wiedergabe von lokal gespeicherten Inhalten zu thematisieren. Dieses Vorhaben konnte schon auf dem Desktop mehr schlecht als recht umgesetzt werden. Wir haben dies auf dem Nexus 4 mit der App AllCast des Entwicklers Koushik Dutta getestet und mussten schnell resignieren. Nachdem auch unser Chromecast unaufgefordert das aktuelle Firmware-Update erhalten hat, was sofort nach dem Einschalten geschieht, wenn sich das Gerät im WLAN befindet, verweigerte Chromecast jede Kommunikation mit der App. Bis zum Firmware-Update konnten mit der App Medien aus der Galerie, Dropbox, Google Drive und von DLNA-Servern an Chromecast geschickt werden. Dutta unterstellt Google mutwilliges Zerstören dieser Funktion, doch dürfte beim unfertigen SDK der eigentliche Grund zu finden sein. Bis zur Fertigstellung kann von Google nicht garantiert werden, dass aktuell entwickelte Apps in Zukunft lauffähig bleiben. Google schließt die Unterstützung von lokalen Inhalten nicht explizit aus und hat diese sogar für die Zukunft in Aussicht gestellt. Zukunft ist dabei auch das passende Stichwort für unsere finale Bewertung.

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