5/5 Apple iPhone 5C im Test : Mehr neue Strategie als neues Produkt

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Akkulaufzeit

Gegenüber dem iPhone 5 hat Apple den Akku um fünf Prozent von vormals 1.440 mAh auf 1.510 mAh aufgebohrt. Der Sprung ist bei ansonsten identischer Hardware zu gering, um im Alltag spürbar zu werden. Hier kommt es auch weiterhin in erster Linie darauf an, wie der Anwender das Gerät über WLAN oder Mobilfunknetz in welchen Anwendungen wie häufig nutzt. Bei moderater Nutzung schafft es auch das iPhone 5C über den Tag, wer länger mobil online ist oder zum Zeitvertreib das ein oder andere Spiel bemüht, der wird schon am Nachmittag zum Ladegerät greifen müssen.

Im normierten Videodauertest (720p über WLAN gestreamt) bei 200 cd/m² Helligkeit hält das iPhone 5C im Vergleich mit der hausinternen Konkurrenz knapp am längsten durch, bei maximaler Helligkeit zollt das Testgerät hingegen der höchsten Helligkeit Tribut und landet hinter dem iPhone 5S.

Hinweis: Unter Einsatz von iOS 7 erreicht das iPhone 5 die mit iOS 6 zur Vorstellung im Jahr 2012 gezeigten Werte nicht mehr. Da das für den neuerlichen Vergleich herangezogene iPhone 5 allerdings mittlerweile fünf Monate im Einsatz war und der Akku bereits entsprechend genutzt wurde, verzichten wir dennoch auf aktualisierte Vergleichswerte.

Fazit

Das iPhone 5C bietet ein neues Gehäuse aus Kunststoff in fünf Farben, eine neue Frontkamera sowie mehr LTE-Frequenzen. Es ist 20 Gramm schwerer als das iPhone 5S. Ansonsten gleicht es dem Vorgänger, den Apple nicht mehr anbietet.

Die weitestgehend ein Jahr alte Technik lässt das Smartphone auch heute noch die meisten Aufgaben sehr schnell abarbeiten und die Kamera verdient weiterhin das Prädikat überdurchschnittlich. Das iPhone 5S zeigt allerdings, dass es in allen Disziplinen bereits Fortschritte gibt.

Das iPhone 5C in Pink auf dem iPhone 5S in Weiß und dem iPhone 5 in Schwarz
Das iPhone 5C in Pink auf dem iPhone 5S in Weiß und dem iPhone 5 in Schwarz

Grundsätzlich greifen Kunden zum iPhone, die vom von Apple gebotenen Gesamtkonzept aus Hardware, Software, Ökosystem und Marke überzeugt und dafür gewillt sind, überdurchschnittlich viel für ein Smartphone auszugeben. Wer aus dieser Klientel greift ab sofort zum iPhone 5C?

Am Ende sind es zwei Typen von Käufern: Die, die ein iPhone in bunt und/oder aus Kunststoff ihr Eigen nennen möchten, oder die, die den Aufpreis zum iPhone 5S nicht zahlen wollen oder können – und deshalb auch in der Vergangenheit zum günstigeren Vorgänger gegriffen hätten.

Alle anderen investieren die zusätzlichen rund 100 Euro und greifen zum iPhone 5S. Das Flaggschiff bietet auf lange Sicht die weit höhere Leistung, ein bessere Kamera und exklusiv den neuen Fingerabdruckscanner.

Apples iPhone 5C ist damit weniger neues Produkt als neue Strategie, die Anpassungen am „Vorjahresmodell“ mit sich gebracht hat. Ab sofort verkauft Apple nicht mehr das unveränderte Vorjahresflaggschiff im Schatten des aktuellen Topmodells. Mit dem iPhone 5C hebt Apple das Gerät auf die große Bühne und versucht über das neue Design zugleich neue Käuferschichten zu überzeugen.

Für Apple geht die Rechnung auf, wenn in Zukunft mehr Leute zum iPhone 5C als zum jeweiligen Vorgänger davor greifen, und ganz nebenbei eine zweite Produktkategorie „für alle, die bunt leben“ am Markt platziert worden ist.

Der Kunde macht beim Griff zum iPhone 5C grundsätzlich nichts falsch. Ihm muss allerdings bewusst sein, dass das Gerät intern nicht mehr „State of the Art“ ist.

iPhone 5, iPhone 5C und iPhone 5S
iPhone 5, iPhone 5C und iPhone 5S
Apple iPhone 5C (16 GB)
Produktgruppe Smartphones, 07.10.2013
  • Display++
  • Leistung Produktiv+
  • Leistung Unterhaltung++
  • LaufzeitO
  • Verarbeitung++
  • unter iOS 7 aktuell sehr schnell
  • helles und kontrastreiches Display
  • gute Kamera
  • sehr gute Verarbeitung
  • SoC und Kamera nicht mehr „State of the Art“
  • Speicher nicht erweiterbar
  • Akku fest verbaut

Persönliches Fazit von Jan-Frederik Timm

Verarbeitung und Anmutung des iPhone 5C haben mich am Ende positiv überrascht. Und dennoch kann ich selbst demjenigen, der unbedingt zu einer der farbigen Varianten greifen will, das Gerät nicht mit ruhigem Gewissen empfehlen. Das iPhone 5C ist wie das mittlerweile eingestellte iPhone 5 zwar weiterhin ein sehr gutes Smartphone, allerdings schreitet der technische Fortschritt voran. Es ist im Kern das Vorjahresmodell.

Das iPhone 5S bietet mit der besseren Kamera samt Zeitlupenfunktion und Dual-LED-Blitz sowie dem doppelt so schnellen SoC schlagkräftige Argumente gegen das iPhone 5C. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass jede Generation irgendwann zu langsam für das nächste iOS-Update wird. Und das 5S wird dieses Schicksal mit Sicherheit später ereilen als das iPhone 5C - auch wenn sich beide Geräte heute noch nicht viel nehmen.

Keine Frage, diese zusätzliche Sicherheit kostet am Ende aber auch noch einmal gut 100 Euro mehr.

Persönliches Fazit von Nicolas La Rocco

Das iPhone 5C ist einer der klügsten Schachzüge von Apple. Von nun an gibt es kein altes Modell mehr, denn iPhone 5C und 5S wurden am selben Tag vorgestellt und von ihrer Aktualität auf eine Stufe gestellt, obwohl das eine eigentlich ein Vorjahresmodell ist, das in neuem Gewand erscheint. Das iPhone 5C ist nicht wirklich billiger, es ist eine etwas preisgünstigere, bunte Alternative zum 5S, die sich mit A6-SoC und iOS 7 weiterhin aktuell anfühlt. Doch beide Smartphones zählen mit Blick auf das Preisschild ohne Zweifel zum Premium-Segment. Deshalb lautet das persönliche Fazit: Nur wer es bunt und in Plastik treiben möchte, sollte zum iPhone 5C greifen, alle anderen greifen noch tiefer ins Portemonnaie und zum 5S.

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