News : Neue Distribution OpenMandriva mit KDE und Systemd

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Die wechselvolle Geschichte der Distribution Mandriva erhält ein neues Kapitel. Die Community-Edition der französischen Distribution erscheint unter der Bezeichnung „OpenMandriva Lx 2013.0“ in einer ersten Ausgabe mit der Desktop-Umgebung KDE und dem neuen Init-Daemon Systemd.

Das unglücklich agierende französische Unternehmen Mandriva SA, das bisher die Distribution Mandriva entwickelte und vertrieb, gibt diese nun in die Hände der Community, getragen von der neu gegründeten Mandriva Foundation. Die Community wird bei der Entwicklung von OpenMandriva von einigen Mandriva-Entwicklern sowie Entwicklern aus den russischen Rosa-Labs unterstützt, mit denen Mandriva seit einiger Zeit zusammenarbeitet.

Die erste Ausgabe von OpenMandriva stützt sich auf Kernel 3.11.8 und bringt neben KDE und KMail 4.11.2 auch die Office-Suite LibreOffice 4.1.3 sowie Firefox 25.0.1 mit. Das traditionelle Kickoff-Menü von KDE wird durch Rosas Simple Welcome ersetzt. Ebenso kommt der Rosa Media Player zum Einsatz, der eine Weiterentwicklung von MPlayer ist und auf eine simple Bedienoberfläche setzt.

OpenMandriva
OpenMandriva (Bild: OpenMandriva)

Mandriva begann im Jahr 1998 unter dem Namen Mandrake, basierte auf Red Hat und wurde von der Firma MandrakeSoft entwickelt. Nach Börsengang, Finanzkrise und Gläubigerschutz um die Jahrtausendwende und der Umbenennung in Mandriva im Jahr 2005 kam das Unternehmen durch unprofitable Übernahmen wieder in die Problemzone. Im November 2012 gab Mandriva bekannt nur noch im Businessbereich tätig sein zu wollen und Mandriva in die Hände der Community zu legen. Mit eben dieser war Mandriva SA in den vergangenen Jahren des Öfteren aneinander geraten. So gab es bereits im Jahr 2010 die Abspaltung Mageia, die demnächst bereits ihr viertes Release vorlegen kann. Ein Versuch seitens Mandriva SA, Mageia in die neue Community-Distribution zu integrieren, scheiterte.

Die erste Veröffentlichung von OpenMandriva wird bevorzugt als Torrent sowie auf Sourceforge und mehreren Spiegelservern angeboten. Dort liegt die Distribution jeweils in Versionen in 32- sowie 64-Bit-Varianten mit einer Größe von 1,6 Gigabyte vor.