4/7 be quiet! Dark Rock Pro 3 CPU-Kühler im Test : Die 2. Neuauflage des Doppelturmriesen

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Serienbelüftung und Lautstärke

Wie beim direkten Vorgänger vertraut be quiet! auch in der dritten Auflage des Dark Rock Pro auf die Doppellüfterkombination aus 120- und 135-mm-SilentWings. Während das zugunsten der Arbeitsspeicherkompatibilität auf 120 mm Kantenlänge beschränkte äußere Modell mit maximal 1.700 U/min arbeitet, stehen für das zentrale Exemplar 1.400 U/min zu Buche.

Verbesserte Serienlüfter mit mehr Laufruhe, aber auch Problemen
Verbesserte Serienlüfter mit mehr Laufruhe, aber auch Problemen

Beide Serienlüfter sind grundsätzlich PWM-fähig. Die Strom- und Signalversorgung werden dabei über ein fest mit dem 120-mm-Lüfter verbundenes Y-Kabel realisiert, sodass beide Ventilatoren über einen einzelnen Motherboard-PWM-Anschluss gespeist und gesteuert werden können. Da bei diesem Anschlussregime nur ein Drehzahlsignal ausgegeben werden kann, verzichtet be quiet! auf die nützliche Tachofunktion beim SilentWings 120, sodass lediglich Drehzahlinformationen des 135-mm-Lüfters ausgegeben werden.

Neben dieser Einschränkung muss sich der Anwender zusätzlich auf eine fehlerhafte Drehzahlangabe einstellen, denn beim neuen SilentWings-135 (SIW3-13525-MF-PWM) verbaut be quiet! erstmals einen 6-Pol-Motor, um eine höhere Laufruhe im Vergleich zu den üblichen 4-Pol-Antrieben zu generieren. Mainboards interpretieren aber typischerweise vier Pulse als eine vollständige Rotorenumdrehung. Da der SilentWings-135 jedoch sechs Pulse für einen Umlauf benötigt, wird eine um den Faktor 1,5 zu hohe Drehzahl ausgegeben.

Um bei diesem Darstellungsfehler Abhilfe zu schaffen, arbeitet be quiet! an einem entsprechenden Signaladapter, welcher bei Verfügbarkeit vom Käufer kostenlos bezogen werden kann.

Y-Kabel zum simultanen Betrieb beider Serienlüfter
Y-Kabel zum simultanen Betrieb beider Serienlüfter
Nur der SW-135 liefert ein Drehzahlsignal, PWM-fähig sind beide Lüfter
Nur der SW-135 liefert ein Drehzahlsignal, PWM-fähig sind beide Lüfter
Der 6-Pol-Motor des SIW3 führt zur 1,5-fachen Drehzahlausgabe
Der 6-Pol-Motor des SIW3 führt zur 1,5-fachen Drehzahlausgabe

Ungeachtet dieser ergonomischen Eigenheiten glänzen die SilentWings-Serienlüfter mit einer herausragend guten Akustik. Beide Ventilatoren agieren in Relation zu ihrer Realdrehzahl angenehm leise und praktisch ohne störende Nebengeräusche. Lediglich bei voller Geschwindigkeit sind leichtes Luftrauschen und sanftes Antriebssurren zu hören. Moderat gedrosselt können die SilentWings jedoch problemlos in unter praxisnahen Bedingungen unhörbare Drehzahlgefilde vordringen. Hier macht be quiet! seinem Namen alle Ehre.

Gut gefällt uns auch die Abstimmung der beiden Lüfter, die trotz unterschiedlicher Größe und Formate nahezu gleich laut agieren. Im Parallelbetrieb sticht somit keiner der beiden negativ aus dem Klangbild heraus.

SilentWings 120 SilentWings 135
Anlaufspannung 4,7 Volt 5,3 Volt
Anlaufdrehzahl k.A. 650 U/min
Maximaldrehzahl 1.700 U/min 1.400 U/min
Schalldruck bei Maximaldrehzahl (10 cm Abstand) 44,8 dB(A) 45,1 dB(A)

Unsere subjektiven Eindrücke werden von unseren Schalldruckmessungen eindrucksvoll untermauert. Der Dark Rock Pro 3 geht bei gleicher Drehzahl selbst mit Doppelbelüftung noch deutlich leiser zu Werke, als das Gros der Mitbewerber. Diese Charakteristik hat der Dark Rock Pro 3 von seinen Vorgängern übernommen.

Allerdings erkauft sich be quiet! den Lautstärkevorteil durch Verzicht auf Förderleistung. Im Vergleich zur Konkurrenz messen wir insbesondere beim SilentWings 120 relativ niedrige Luftgeschwindigkeiten an der Auslassseite. Durch Multiplikation mit dem effektiven Durchstromquerschnitt berechnen wir aus den gemessenen Luftgeschwindigkeiten eine Abschätzung für das Fördervolumen des jeweiligen Einzellüfters. In dieser Gegenüberstellung reihen sich die SilentWings im unteren Bereich des Rankings ein. Bei gleicher Drehzahl und gleichem Lüfterformat fördern die Serienventilatoren des Dark Rock Pro 3 also deutlich weniger Luft als ihre Kontrahenten, wodurch zumindest ein Teil des akustischen Vorteils wieder egalisiert wird. Die praktischen Auswirkungen dieser Charakteristik untersuchen wir auf der Folgeseite.

Dargestellt ist der vom Lüfter respektive Kühler im Einzelbetrieb (freistehend, per Passivnetzteil betrieben, 10 cm Abstand) generierte Schalldruck in Abhängigkeit der angelegten Drehzahl. Werte unterhalb von 35 dB(A) sind als kaum wahrnehmbar, Werte oberhalb als sehr störend zu interpretieren. Außerdem sind die anhand der Luftgeschwindigkeiten und der Lüftergeometrie abgeschätzten Förderleistungen in Relation zur jeweiligen Lüfterdrehzahl dargestellt.

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