3/6 Sea Sonic SSP-350GT im Test : Die OEM-Version der G-Series

, 63 Kommentare

Technik

Nach dem Lösen der Schrauben und dem Öffnen des Netzteils fällt unser Blick auf die Elektronik. Wie immer gilt: Nicht nachmachen – Lebensgefahr!

Überblick Elektronik
Überblick Elektronik

Die Elektronik des SSP-350GT wird von Sea Sonic selbst gefertigt. Die verwendete Plattform entspricht der des G-Series G-360, wird aber zum Teil anders bestückt. Für die notwendige Kühlung sorgt, wie bei Sea Sonic in dieser Preisklasse üblich, ein doppelt kugelgelagerter Lüfter von Adda (Modell AD1212MB-A70GL, max. Leistungsaufnahme 0,33 Ampere bei 12 Volt).

Lüfter
Lüfter
Elektronik im Detail
Elektronik im Detail

Die Eingangsfilterung beginnt mit zwei Paaren Y-Kondensatoren, einer Spule und einem X-Kondensator auf einer mit einer Kupferfolie abgeschirmten Zusatzplatine. Auf der Hauptplatine wird die Eingangsfilterung dann mit zwei weiteren Y-Kondensatoren, einem X-Kondensator und einer weiteren Spule fortgesetzt. Auch ein passiver Überspannungsschutz (MOV) ist vorhanden. Die Eingangsfilterung ist also großzügig dimensioniert.

Bei der Bestückung setzt Sea Sonic auf eine Mischung aus überwiegend hochwertigen japanischen Kondensatoren und zwei Exemplaren von Teapo. So ist der Primärkondensator als 105-Grad-Modell von Rubycon mit 420 Volt Spannungsfestigkeit ausgeführt. Sekundärseitig kommen Polymer-Feststoffkondensatoren und 105-Grad-Elkos von Nippon-Chemicon und Teapo zum Einsatz. Die Kondensatorenauswahl ist damit überdurchschnittlich – mehr aber auch nicht.

Sekundärseite im Detail
Sekundärseite im Detail
Lötqualität
Lötqualität

Zur Absicherung kommt der HY510N auf der Zusatzplatine an der Gehäuserückseite zum Einsatz, der OVP, UVP und SCP bereitstellt. Der Überlastschutz OPP wird primärseitig realisiert. Bei der Platinenrückseite fällt auf, dass die Leiterbahnen nicht mit Lötzinn nachgezogen wurden. Das ist in dieser Leistungsklasse aber auch nicht notwendig. Die Lötqualität ist insgesamt gut, die vom Typenschild angegebene Aufteilung der +12-Volt-Leitung existiert physisch jedoch nicht. Das SSP-350GT verfügt nur über eine einzelne +12-Volt-Schiene.

Messungen

Details zu der Testmethodik, der eingesetzten Teststation und den kalkulierten Lasten finden sich im Anhang zu diesem Artikel.

Effizienz

Erläuterung zum Test

Beim Wirkungsgrad patzt das erste Muster des Sea Sonic SSP-350GT deutlich. Das Gerät verfehlt die 80Plus-Gold-Linie in allen drei relevanten Lastzuständen. Während die Abweichung bei 20 und 100 Prozent Last gering bleibt und daher durch die Messungenauigkeit gerechtfertigt werden kann, unterschreitet der Wirkungsgrad bei mittlerer Last die Anforderungen um einen ganzen Prozentpunkt. Auch im deutschen 230-Volt-Netz liegt die Effizienz minimal unter anderen Gold-Spannungswandlern. Wir sind daher vom Wirkungsgrad des ersten Testmusters etwas enttäuscht und haben ein Vergleichsexemplar geordert. Das zweite Muster erfüllt die Anforderungen von 80Plus-Gold besser. Bei mittlerer Last beträgt die Abweichung trotzdem 0,8 Prozentpunkte. Im 230-Volt-Netz liegt unser Vergleichsgerät hingegen nicht im Vorteil.

Unser Zweitexemplar ist neuer, möglicherweise wurden Anfangsschwierigkeiten der Produktion rechtzeitig bis zum Nachtest behoben.

Leistungsfaktorkorrektur (PFC)

Erläuterung zum Test

Die Leistungsfaktorkorrektur des Probanden arbeitet zufriedenstellend, bei Volllast wird die magische 99-Prozent-Marke übertroffen.

Auf der nächsten Seite: Spannungsregulation