3/4 Gigabyte Brix Pro mit Intel Iris Pro 5200 im Test : Gigabytes Steam Machine

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Benchmarks

Bei der Leistungsmessung greifen wir auch für den Brix Pro auf unseren angestammten Parcours zurück, da sich damit ein Gesamtbild des kleinen PCs zeigen lässt. Die bisher getesteten Vertreter in dieser Kategorie sind als Vergleichsobjekt mit von der Partie, jedoch sollte dabei immer berücksichtigt werden, dass Preise für die PCs einen Rahmen von 100 bis fast 600 Euro abdecken.

Hinweis: Mittels Schaltfläche über den folgenden Diagrammen kann vorwärts und rückwärts durch Einzelergebnisse der Messungen geklickt werden.

Dank 65-Watt-Prozessor mit vier Kernen, acht Threads und bis zu 3,9 GHz Takt sowie einer starken Grafiklösung mit 128 MByte eDRAM platziert sich der Brix Pro mit Abstand an der Spitze aller Testkandidaten. In diversen Test liegt der Vorsprung zum Zweitplatzierten bei fast 200 Prozent, je nach Anwendung kann er aber auch auf 24 bis 56 Prozent zusammenschrumpfen.

Leistungsaufnahme und Lautstärke

Die Leistungsaufnahme haben wir inklusive der verbauten 8 GByte DDR3L-1600, dem aktivem WLAN- sowie Bluetooth-Modul sowie einer SSD ermittelt.

Leistungsaufnahme Brix vs. Zbox vs. NUC
Leerlauf Video-
Wiedergabe
Video-
Konvertierung
Spiel
Gigabyte Brix Pro GB-BXi7-4770R (i7-4770R) 16,5 Watt 18,0 Watt 61,5 Watt 63,5 Watt
Zbox nano AQ02 Plus (A8-5545M) 10,5 Watt 14,5 Watt 34,5 Watt 35,5 Watt
Zbox nano ID67 Plus (i3-4010U) 7,0 Watt 8,5 Watt 25,5 Watt 28,5 Watt
Intel NUC Kit DN2820FYKH (N2820) 4,0 Watt 6,0 Watt 7,5 Watt 12,0 Watt
Zbox nano AQ01 Plus (A4-5000) 8,0 Watt 10,0 Watt 15,0 Watt 19,0 Watt
Intel NUC Kit D54250WYK (i5-4250U) 6,0 Watt 7,0 Watt 33,0 Watt 37,0 Watt

Dass der Brix Pro nicht auf Sparflamme zu betreiben ist, war klar. Und dennoch überraschen die hohen Werte bei der Leistungsaufnahme, gerade im Leerlauf und bei der einfachen Video-Wiedergabe, wo das System mit einer CPU-Last bei nahezu 0 Prozent nichts macht. Bei den Anwendungstests ist das Ergebnis schlüssiger: Je nach Anwendung ist der PC zwei oder gar drei Mal schneller als die Konkurrenz, entsprechend aber auch der Energiebedarf deutlich größer. Mit 63,5 Watt im Spiel Torchlight 2 wird auch klar, warum zum Lieferumfang kein 65-Watt-Netzteil mehr gehört.

Gigabyte Brix Pro GB-BXi7-4770R mit 135-Watt-Netzteil
Gigabyte Brix Pro GB-BXi7-4770R mit 135-Watt-Netzteil

Lautstärke

Der Brix Pro kann ein echtes Monster sein, nicht nur was was die Leistung und den Stromverbrauch, sondern auch was die Lautstärke angeht. Während das System unter Windows mit ruhigem Lüfter bei etwa 1.200 U/min arbeitet, zeigt die CPU-Temperatur von rund 60 Grad in dem Zustand, was unter Volllast zu erwarten ist. Nach kurzer Zeit unter Last wird die 90-Grad-Marke geknackt, der Lüfter klettert in der Drehzahl Stück für Stück weiter nach oben und macht bei gut hörbaren 3.200 U/min Schluss. Die CPU arbeitet in dem Fall noch bei 3,2 GHz. Damit throttled der Prozessor nicht im klassischen Sinne, den Turbo gibt es aber nicht mehr.

Im Auslieferungszustand ist teilweise noch ein älteres BIOS hinterlegt, mit dem das Verhalten des Lüfters noch extremer weil viel lauter (3.800 U/min) ist. Die aktuellste Variante „F4“, die Gigabyte zum Download bereitstellt, zeigt ein deutlich besseres Lüfterverhalten und erlaubt jetzt manuelle Eingriffe in die Steuerung. Dies geschieht jedoch auf Kosten der Leistung, die im einstelligen Prozentbereich sinkt. Da die abgelieferte Performance in allen Lagen aber mehr als ausreichend ist, ist die Installation quasi Pflicht und erfolgt einfach in Windows über ein passendes Tool.

Den besten Eindruck lässt sich wie üblich über eine Hörprobe gewinnen. In unserem kurzen Video nutzen wir AIDA64 und HWiNFO64 als Analyse-Tools und starten den integrierten Benchmark von POV-ray. Dieser ist exemplarisch für anderen Anwendungen, der Lüfter reagiert in POV-ray identisch, wenn auch in kürzerer Zeit. Das Video startet mit 1.200 U/min bei nicht einmal 30 dB im Leerlauf unter Windows und endet bei knapp 3.200 U/min und 50 dB.

Gigabyte Brix Pro GB-BXi7-4770R mit Iris Pro 5200 im Test

4K und Watchever

Bei Mini-PCs steht die Videowiedergabe im Alltag meist ganz vorn. Bei auf der Festplatte gespeicherten Medien gibt es dort auch keinerlei Probleme, der in Windows 8.1 integrierte Mediaplayer wird mit 1080p-Videos spielend fertig. Ein Acht-Thread-Prozessor mit bis zu 3,9 GHz hat dort erwartungsgemäß keine Probleme. Die CPU-Lasten sind teilweise sogar so gering, dass sie Skala hier und da den Wert 0 anzeigt.

Streaming mit Watchever

Auch das für Mini-PCs sonst mit Hürden behaftete Streaming-Portal Watchever.de kann dem potenten „Haswell“-Prozessor nichts anhaben. Folglich werden auch in dieses Disziplin Bestwerte erzielt, auch wenn die CPU-Last bei HD-Material mit bis zu 20 Prozent immer noch erschreckend hoch ausfällt – es ist ein Prozessor mit acht Threads und über 3 GHz! Hier liegt der Hund aber weiterhin beim Thema „Silverlight“ begraben.

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