23/23 Von günstig bis billig : 18 günstige Tastaturen für unter 15 Euro im Test

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Sharkoon Skiller

Die bereits von uns getestete Sharkoon Skiller zielt auf Spieler ab, die mit 20 Zusatztasten, integrierter Handballenauflage, einem beleuchten Tribal und erweitertem Key-Rollover angesprochen werden sollen.

Sharkoon Skiller

Die Skiller erinnert stark an die Tactix. Charakteristik der Schalter und Tippgefühl gleichen sich, die etwas klapprige Akustik und der Verzicht auf Stabilistatoren unter dem Numernblock ebenfalls. Bei der Angabe des Key-Rollovers wird der gleiche Trick genutzt: Die „bis zu 18“ Tasten entpuppen sich erneut als klassisches 2-KRO, der Begriff wird auch hier entgegen des üblichen Verständnisses als minimal garantierte Anzahl gleichzeitig zu betätigender Tasten benutzt. Die Skiller akzeptiert in der Regel vier, im Bereich „WASD“ sechs Eingaben gleichzeitig, ist aber nicht zu Linux-Betriebssystemen kompatibel.

Klangeindruck: Sharkoon Skiller

Änderungen sind in der nun in das Gehäuse integrierten und deutlich komfortableren Handballenauflage zu finden, aber auch an der Oberfläche: Sharkoon setzt auf empfindliche Glanzoptik, die nicht nur reflektiert, sondern ohne Verzögerung verdreckt. In die Reihe fragwürdiger Designentscheidungen gehören zudem die hellen Status-LEDs, deren Helligkeit vor allem ablenkt und in dunkleren Umgebungen hervorragend stört. Wie die Tactix hat die Skiller ein 1,5 Meter langes Kabel im Lastenheft stehen, das nur eine Länge von rund 1,4 Meter erreicht. Da dieser Punkt bei zwei Tastaturen eines Herstellers in Erscheinung trat, ein bemerkenswertes Detail: Hier wird vermutlich ebenfalls großzügig, etwa inklusive Stecker und Rundung, gerechnet.

Sharkoon Skiller
Größe (L × B × H): 49,0 × 21,5 × 2,8 (4,2) cm
Handballenauflage integriert
Layout: 105 ISO (erweitert)
Gewicht: 711 g
Kabel: 1,40 m, USB 2.0
Hub-Funktion:
Key-Rollover: 2-KRO
Schalter: Rubberdome
Tasten: Form: zylindrisch
Material: ABS-Kunststoff
Beschriftung: pad printed
Zusatztasten: 5 × Medien
13 × Extra
Medienfunktionen: Stumm, Lautstärke, Abspielen/Pause, Stopp, Vor/Zurück
Zusatzfunktionen: Office-Funktionen, System-Funktionen
Beleuchtung:
Makros & Programmierung: 10 Profile
vollständig programmierbar
Preis:

Zur weiteren Ausstattung der Skiller gesellen sich 20 Zusatztasten, deren Umsetzung wenig überzeugt: Klapprige Tastenkappen, die am linken respektive rechten Chassis-Rand zudem schwer differenzierbar sind, sowie ein schwammiger Druckpunkt schränken die Nützlichkeit ein. Ärgerlich auch, dass sich die Zusatztasten nicht über die Software programmieren lassen; dies ist erst mit herstellerneutraler Software wie AutoHotKey möglich. Die Tastatur macht auch bei erneuter Betrachtung einen „konfusen Eindruck“. „Vor“ und „Zurück“ der Medien-Player-Steuerung etwa wurden nicht bei den übrigen Funktionen dieser Kategorie platziert, sondern neben „Sleep“, „Wake“ und „Power“ angeordnet, was versehentliche Unfälle provoziert.

Nicht zuletzt sind die Medienfunktionen am rechten Rand der Tastatur untergebracht und somit im Spiel am schlechtesten zu erreichen. Die Brower-Shortcuts lassen sich über die „F“-Tasten zudem ebenso gut, aber mit besserem Druckpunkt erreichen – sie sind schlicht redundant. Die gummierten Caps hingegen wirken nicht wie beabsichtigt, weil sie bei längerer Benutzung auch durch die strukturierte und damit verkleinerte Oberfläche rutschig werden. Für eine Tastatur, deren Budget zum Teil in diese Features gesteckt wurde, ist eine derartige Bilanz ungünstig.

Sharkoon Skiller & Tactix – Software

Die mitgelieferte Software von Skiller und Tactix gleicht sich vollständig, erlaubt aber nur die Programmierung aller 105 Tasten des ISO-Laouts in zehn Profilen mit jeweils drei Ebenen, was für die Preisklasse beider Tastaturen beachtlich ist. Mit Auto-Aufruf selbiger sowie einem vernünftigen Editor stimmen die Basisfunktionen. Der Organisation abträglich sind jedoch die fehlenden Optionen zur Benennung von Profilen sowie für Makros. Ansonsten überzeugt der Funktionsumfang allerdings.

Insgesamt ist der Nutzwert der Skiller aufgrund der genannten Nachteile also eher gering, weshalb wir der Tastatur trotz des reichen Featuresets auch für die verlangten rund 15 Euro keine Kaufempfehlung aussprechen können“, lautete unser Urteil im Jahr 2012. Daran hat sich auch unter Berücksichtigung des leicht gesunkenen Kaufpreises nichts geändert. Werden keine der ohnehin von fragwürdiger Umsetzung gezeichneten Zusatztasten benötigt, liefert die K120 von Logitech fast gleichwertige Key-Rollover-Fähigkeiten für weniger Geld, ansonsten die Cherry Evolution Stream XT für einen geringen Mehrpreis weit bessere Technik und Verarbeitung sowie das durchdachtere Layout. Es gibt schlicht zu viele Alternativen, deren Featureset weniger beeindruckend ausfällt, deren Umsetzung aber wesentlich besser gelingt. Dazu gehört auch die Tactix aus gleichem Haus mit identischer Software, die, sofern unbedingt eine Software gewünscht wird, das leicht bessere Gesamtpaket bietet.

Sharkoon Skiller
Produktgruppe Tastaturen, 03.04.2014
  • Gehäuse
  • Tasten & BeschriftungO
  • Layout
  • Ausstattung & Extras+
  • SoftwareO
  • gute Software
  • integrierte Handballenauflage
  • konfuses Layout
  • schwammige, teils redundante Zusatztasten
  • empfindliches Gehäuse, laute Akustik
  • grelle Status-LEDs
  • Software nur für ISO-Layout

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