News : Computex 2014: Gehäuse-Nachlese von Aerocool bis Silverstone

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Im Rahmen der Computex 2014 hat eine Vielzahl Hersteller neue Gehäuse präsentiert. Wir stellen wie im letzten Jahr gesammelt alle bisher nicht erwähnten Modelle vor, die unseren Redakteuren vor Ort entgangen sind. Die technischen Daten der einzelnen Gehäuse sind per Dropdown-Menü am Ende der Meldung auswählbar.

Erneut folgten die Hersteller zwei eindeutigen Trends: Entweder besonders großen oder besonders kleinen Gehäusen, besetzt werden derzeit vor allem Extreme. Eindeutig zu beobachten ist, dass 5,25"-Schächte immer seltener Verwendung finden. Selbst Monster-Tower verzichten zunehmend auf diese Option, angeboten wird, wenn überhaupt, die Möglichkeit, ein Slimline-Laufwerk zu verbauen. Damit macht sich der Übergang in das virtuell-digitale Zeitalter nun überdeutlich bei den Herstellern bemerkbar: Durch Streaming und Downloads werden optische Medien überflüssig.

Aerocool

Neben neuen Tower-Gehäusen war bei Aerocool auch eine Micro-ATX-Variante des XPredator zu sehen. Trotz der aggressiveren Außengestaltung in verschiedenen Farbversionen mit den für die XPredator-Reihe charakteristischen Kiemen auf dem Deckel gleicht das Innenleben dem weitaus schlichteren „Dead Silence“. Das Mainboard sitzt daher horizontal ausgerichtet in einem separaten Segment oberhalb von Netzteil und Festplatten, was Raum für lange Grafikkarten und Tower-Kühler lässt. In der Front lassen sich großformatige (max. 200 mm), im Heck ein 120-mm-Lüfter installieren. Weitere Ventilatoren passen in den Deckel, was den Einbau von Kompaktwasserkühlungen ermöglicht. Zur Ausstattung gehört außerdem eine Zwei-Kanal-Lüftersteuerung.

Computex 2014: Aerocool XPredator Cube

Antec

Antec hat mit dem P380 ein neues Gehäuse aus der „Performance“-Serie mit einer geschlossenen Front aus sechs Millimeter starkem Aluminium im Gepäck. Wie üblich soll auch dieser Ableger im ATX-Format auf leisen Betrieb hin optimiert sein, weshalb unter anderem neun entkoppelte 3,5"-Laufwerksschächte in drei HDD-Käfigen zur Verfügung stehen. Für SSDs ist eine separate Halterung vorgesehen. Obwohl das Gehäuse keine externen Laufwerksschächte anbietet und lediglich den Einbau eines Slimline-Laufwerks quer zur Front unterstützt – ein Trend, der sich auch bei anderen Herstellern verstärkt beobachten lässt – ist intern ein 5,25"-Schacht vorhanden, der bei Bedarf entfernt werden kann. Dies erlaubt es unter anderem große Radiatoren im Deckel zu installieren. Das P380 soll ab August für rund 230 Euro den Handel erreichen.

Computex 2014: Antec P380 und ISK600M

Das ISK600M mit einer Front aus gebürstetem Aluminium ist eine größere Version des im letzten Jahr eingeführten ISK600, das jetzt auch Micro-ATX-Mainboards aufnimmt. Gegenüber dem alten ITX-Modell ist das ISK600M vor allem in der Höhe gewachsen und nimmt nun auch ein optisches Laufwerk im Slimline-Format auf. Den Innenraum teilt Antec in zwei Segmente: Netzteil und Festplatten sitzen im unteren, das horizontal angeordnete Mainboard sowie Grafikkarten im oberen Bereich.

Da das Netzteil nicht mehr in der Front untergebracht wird, ergibt sich die Möglichkeit, dort optional zwei 120 oder 140 Millimeter breite Lüfter nachzurüsten. Für besseren Luftfluss sorgen außerdem Mesh-Elemente auf Höhe der Grafikkarten respektive des Prozessorsockels in den Seitenteilen. Für Kühler stehen dabei 170 mm in der Höhe zur Verfügung. Zu Preis und Verfügbarkeit hat Antec noch keine Angaben gemacht. Zu erwarten ist, dass sich die Kosten für das Gehäuse im Bereich der rund 60 Euro teuren ITX-Variante bewegen.

BitFenix

Bei BitFenix waren vor allem Prototypen ausgestellt. Das Atlas orientiert sich am Zwei-Kammer-Aufbau des Corsair Carbide Air 540 respektive großer Lian-Li-Gehäuse wie dem D600, platziert also Netzteil samt Laufwerken in einem Segment hinter der Hauptplatine. Externe Schächte werden jedoch nicht angeboten. In Zusammenspiel mit der Breite des Würfelgehäuses lassen sich durch Einbaumöglichkeiten für 16 120-mm-Lüfter bei Bedarf zahlreiche 360-mm-Radiatoren installieren. Beide Kammern können zudem entnommen und vertauscht werden. Das Atlas verfügt nach jetzigem Stand über eine RGB-Beleuchtung mit Steuerungsoption am I/O-Panel.

Computex 2014: BitFenix Atlas, Aegis und Pandora

Das Pandora zielt auf das ITX-Segment ohne auf kompromisslosen Kleinstbau zu setzen: Die Abmessungen lassen genug Platz für insgesamt vier 120-mm-Lüfter sowie lange Grafikkarten bis hin zu einer Radeon R9 295X2. Lediglich Prozessorkühlern bleibt durch die geringe Breite des Towers weniger Raum, genaue Angaben macht BitFenix jedoch nicht. Eine Besonderheit des Pandora ist neben der Aluminium-Front das „LCD Logo Module“. Hierbei handelt es sich um ein beleuchtetes Display in der Front, das ein nach eigenem Gusto gewähltes Logo anzeigt. Der Kreativität sollen hier keine Grenzen gesetzt sein.

Weniger auffällig, aber mit dem gleichen Logo-Modul hat BitFenix das Aegis gestaltet. Das Zusammenspiel von integrierter Lüftersteuerung und zahlreichen Einbaupositionen für 120- und 140-mm-Ventilatoren soll das Gehäuse für Wasserkühlungs-Enthusiasten attraktiv machen. Neben modularen und frei am Gehäuseboden platzierbaren HDD-Käfigen sind Einbaupositionen für Pumpen sowie für einen Ausgleichsbehälter beim Design berücksichtigt worden.

Cougar

Von Cougar wurde ein kompaktes Gehäuse im geschlossenen Design für Mini-ITX-Komponenten präsentiert. Das 158 × 374 × 282 mm große QBX erlaubt die Installation von bis zu 350 mm langen Grafikkarten und, nimmt man den 80 mm breiten Hecklüfter als Maßstab, rund 100 mm hohen Prozessorkühlern. Lüfterpositionen im Seitenteil (1× 120 mm) sowie im Deckel (2 × 120 mm) erlauben aber die Verwendung von Kompaktwasserkühlungen. Für Laufwerke ist je ein einzelner 5,25"- und 3,5"-Schacht vorgesehen, zwei weitere Einbaupositionen stehen für SSDs bereit.

Computex 2014: Cougar QBX

In Win

Wie üblich hatte In Win die ausgefallensten Konzepte auf der Computex: Das S-Frame gehört zu den offenen, aber gerade durch die Art seiner Herstellung auch zu den spektakulärsten Produkten des Herstellers, das auf 500 Exemplare für je 800 US-Dollar limitiert bleiben wird. Ausgenommen die gläsernen Seitenteile wird das Gehäuse aus einem einzigen Stück vier Millimeter dicken Aluminiums gefertigt - wie bei einem Stück Karton faltet der Hersteller die Ausgangsbasis insgesamt 15 Mal. Da sowohl die Seitenteile auf Abstand gesetzt werden und die Oberseite des S-Frame komplett offen bleibt, erübrigt sich die Frage nach Staubfiltern. Das S-Frame ist allerdings ohne Einschränkungen kompatibel zu Kühlern und Grafikkarten; für Belüftung sorgen drei 120-mm-Lüfter im Boden.

Computex 2014: In Win S-Frame

Raijintek

Raijintek lässt dem Agos kleinere Gehäuse folgen. Das in sechs Farben geplante, 190 × 255 × 277 mm kleine Metis nimmt Mini-ITX-Komponenten auf. Seitenteile und Front will der Hersteller auch einzeln anbieten, sodass Nutzer sich individuelle Farbkombinationen zusammenstellen können. Das aus 1,5 mm dickem Aluminium gefertigte Metis setzt ATX-Netzteile in die Front, nimmt darüber hinaus 160 mm hohe Prozessorkühler sowie zwei 2,5 und ein 3,5 Zoll großes Laufwerk auf. Erweiterungskarten stehen zwei Slots zur Verfügung. Für das Metis beträgt die Preisempfehlung 50 Euro.

Das Atlas kommt auf Dimensionen von 288 × 435 × 380 mm. Mit dem Micro-ATX-Cube möchte Raijintek trotz kleineren Formfaktors auch Multi-GPU-Systeme realisierbar machen, wozu unter anderem fünf Erweiterungsslots vorgesehen sind. Wie viele Cube-Gehäuse dieses Formfaktors platziert auch das Atlas Festplatten und Netzteil unterhalb eines Mainboard-Segments. Für Datenträger sind zwei getrennte Käfige für 2,5 und 3,5 Zoll große HDDs vorgesehen. Beide lassen sich ebenso wie der Mainboard-Tray ausbauen. Wie das Aerocool XPredator Cube nimmt auch das Atlas einen 200-mm-Lüfter oder alternativ zwei 120/140-mm-Modelle in der Front sowie zwei 120/140-mm-Ventilatoren im Deckel auf. Das Atlas soll im Handel etwa 75 Euro kosten.

Computex 2014: Raijintek Atlas und Metis

Silverstone

Silverstone belebt das bereits 2011 gezeigte Temjin TJ12 erneut. Nunmehr als Würfelgehäuse ausgeführt erreicht das Volumen des vormals auf 19 Erweiterungsslots ausgelegten Monsters 150 Liter. Wie bei anderen Gehäusen, etwa dem Raven RV02 oder das TJ11, nutzt das 469 × 681 × 469 mm große TJ12 durch die Ausrichtung auf einen vertikalen Luftstrom den natürlichen Kamineffekt, wenngleich dessen Nutzen bei aktiv belüfteten Gehäusen nach wie vor fraglich ist. Um Luft zu bewegen, sind vier 180-mm-Lüfter des Typs Air Penetrator 182 (500 bis 2.000 U/min) vorgesehen, deren kombinierter Durchsatz 1.000 m³/h übersteigt.

Computex 2014: Silverstone Temjin TJ12

Diese sitzen unterhalb einer Halterung für 120-mm-Lüfter, welche den Einbau von Radiatoren bis zu einer Größe von 1080 mm erlaubt. Die Air-Penetrator-Lüfter sollen, plant Silverstone, in diesem Fall installiert bleiben und unterstützend zur Hand gehen. Dieses Konzept demonstrierte der Hersteller mit den Radiatoren der beiden im Gehäuse verbauten Radeon R9 295X2. Laufwerke fassen lediglich drei 3,5"-Hotswap-Module sowie ein modular ausgeführter 5,25"-Schacht, der alternativ durch ein zweites Netzteil ersetzt werden kann.

Spire

Für den Office-Einsatz ist das mit nur einem Erweiterungsslot für Low-Profile-Steckkarten erdachte Spire PowerCube 502 im Mini-ITX-Formfaktor konzipiert. Das Gehäuse wird mit einem 300-Watt-SFX-Netzteil, zu dessen exakten Spezifikationen Spire keine Angaben macht, mit 80-mm-Lüfter zu einem Preispunkt von 55 Euro in den Handel gelangen. Zugunsten kleinerer Abmessungen werden Festplatten, maximal eine 3,5 und zwei 2,5 Zoll große HDDs, auf der Rückseite des Mainboard-Trays befestigt. Die Kühlleistung lässt sich mit zwei 60-mm-Lüftern in Boden und Front sowie einem Ventilator mit 80 mm breitem Rahmen im Seitenteil erweitern.

Computex 2014: Spire PowerCube 502
Antec ISK600M
Antec P380
BitFenix Aegis
Mainboard-Format: Micro-ATX, Mini-ITX E-ATX, XL-ATX, ATX, Micro-ATX, Mini-ITX Micro-ATX, Mini-ITX, Thin Mini-ITX
Chassis (L × B × H): 340 × 273 × 290 mm (26,92 Liter) 557 × 224 × 555 mm (69,25 Liter)
Seitenfenster
480 × 205 × 470 mm (46,25 Liter)
Seitenfenster
Material: Stahl, Aluminium Kunststoff, Stahl
Nettogewicht: ? 12,25 kg 6,70 kg
I/O-Ports: 1 × USB 3.0, 1 × USB 2.0, HD-Audio 2 × USB 3.0, 2 × USB 2.0, HD-Audio 2 × USB 3.0, HD-Audio, Lüftersteuerung, Display
Einschübe: 3 × 3,5" (intern)
3 × 2,5" (intern)
Optisches Slimline-LW
9 × 3,5" (intern)
3 × 2,5" (intern)
Optisches Slimline-LW
vollmodulare Laufwerkskäfige
4 × 3,5" (intern)
4 × 2,5" (intern)
vollmodulare Laufwerkskäfige
Erweiterungsslots: 4 9 5
Lüfter: Front: 1 × 140 mm oder 2 × 120 mm (1 × 140 mm inklusive)
Heck: 1 × 120 mm / 1 × 80 mm (1 × 120 mm inklusive)
Front: 2 × 140 mm oder 3 × 120 mm
Heck: 1 × 120 mm (1 × 120 mm inklusive)
Deckel: 2 × 140 mm oder 3 × 120 mm (2 × 140 mm inklusive)
Front: 2 × 140 mm oder 3 × 120 mm (optional)
Heck: 1 × 120 mm (1 × 120 mm inklusive)
Deckel: 2 × 140 mm oder 3 × 120 mm (optional)
Boden: 1 × 140/120 mm (optional)
Staubfilter: Front? Front, Netzteil Deckel, Front, Netzteil, Boden
Kompatibilität: CPU-Kühler: 174 mm
GPU: 317 mm
Netzteil: Unbeschränkt
CPU-Kühler: 175 mm
GPU: 350 mm – 470 mm
Netzteil: Unbeschränkt
CPU-Kühler: 170 mm
GPU: 380 mm
Netzteil: 220 mm
Preis: 84 € 230 € 100 €