3/3 Killer is Dead im Test : Blutig-bizarre Actionkost aus Japan

, 35 Kommentare

Fazit

Auf den ersten Blick versprüht Killer is Dead den typischen Charme eines „Suda51“-Spiels: Das Artdesign fällt dank übersättigtem Cel-shading-Look auf und ist vollgepackt mit merkwürdigen Charakteren sowie ausgefallenen Schauplätzen, für die allein sich das Durchspielen schon lohnt. Gespickt mit einer kräftigen Brise nicht jugendfreier Gewaltdarstellung, verspricht das Ganze „typisch japanische“ Verrücktheit. Ein Blick hinter die schillernd-bizarre Fassade lässt jedoch rasch Ernüchterung aufkommen.

Der neueste Grasshopper-Titel rückt ein großes Stück weiter in Richtung des Videospiele-Mainstreams. Statt Spieltiefe setzen die Entwickler auf ein simples Kampfsystem, das besonders in den einfacheren Schwierigkeitsgraden zum anspruchslosen Lückenfüller zwischen den grafisch expliziten Finishingmoves mutiert. Aufgrund der wirren Erzählstruktur entsteht zudem der Eindruck, dass man es mit einer wahllosen Ansammlung von Aufträgen zu tun hat, die wenig Klarheit oder Kontext in die vorgefundene Situation bringt. Zwar führt das Spiel einige der losen Enden wieder zusammen, doch hinterlässt die Auflösung der Geschichte dennoch den faden Beigeschmack seichter Unterhaltung. Hinzu kommen die angesprochenen technischen Schwächen, die zwar keinesfalls mit dem Auslieferungszustand der PC-Version von Dark Souls vergleichbar sind, doch hätte etwas mehr Liebe zum Detail dem Spiel gutgetan.

Killer is Dead im Test

Fairerweise wird „Killer is Dead – Nightmare Edition“ zum Budget-Preis von 20 Euro angeboten, was die Investition trotz allem für Spieler empfehlenswert macht, die sich ein paar Stunden in der vollkommen verrückten Fantasiewelt, wie sie nur aus der Feder Suda51s entstehen kann, verlieren möchten. Wer hingegen eine Wii oder Wii U sein Eigen nennt, sollte sich Gedanken machen, ob er die Konsole nicht für einen Abstecher nach „Santa Destroy“, dem Schauplatz von „No More Heroes 2: Desperate Struggle“, entstauben möchte – hier bekommen Spieler ein ähnlich wahnsinniges, aber deutlich ausgewogeneres Paket geboten.

Kopier- & Jugendschutz

„Killer is Dead – Nightmare Edition“ funktioniert über Steam, sodass der Key über die Valve-Plattform aktiviert werden muss. Dazu ist einmalig eine Internetverbindung nötig; ein Wiederverkauf wird durch die Bindung an das Steam-Konto aber quasi unmöglich gemacht.

In Sachen Jugendschutz gilt zu erwähnen, dass der Titel von der USK keine Jugendfreigabe erhalten hat und mit dem Siegel „ab 18 Jahren“ erschienen ist.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung in Form deaktivierter Werbeblocker oder eines Abonnements von ComputerBase Pro. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.

Auf der nächsten Seite: Anhang