2/3 Motorola Moto E im Test : Das 119-Euro-Nexus

, 64 Kommentare

Performance & Oberfläche

Obwohl das Moto E mit dem vergleichsweise schwachen Prozessor Snapdragon 200 von Qualcomm ausgestattet ist, ermöglicht es eine in der 100-Euro-Klasse unerreichte Geschwindigkeit, die gefühlt weit über dem schlechten Abschneiden in den Benchmarks liegt. Grundlegende Funktionen wie E-Mail, Twitter, Facebook, SMS oder Kalender stellen für das Moto E keine Hürde dar. Unter Chrome dauert das Laden von Webseiten zwar länger, aber nicht störend lange. Mit Einschränkungen muss erst bei Spielen gerechnet werden, denn hier ist abseits von einfachen Casual Games schnell Schluss mit dem Vergnügen. „Granny Smith“ können wir ohne Aussetzer spielen, „Rayman Jungle Run“ und „Rayman Fiesta Run“ laufen hingegen nicht durchweg flüssig und „Angry Birds Go“ ist praktisch unspielbar.

Motorola Moto E im Test: Google Play kämpft mit knappem Speicherplatz
Motorola Moto E im Test: Google Play kämpft mit knappem Speicherplatz

Der Unterhaltungsfaktor nimmt demnach abgesehen von Videos und Musik eine untergeordnete Rolle ein. Wer darauf verzichten kann, verzeiht dies dem Moto E aber, da es die im Alltag wichtigeren Apps gut meistert. Dies liegt vor allem am unveränderten Android, das abgesehen vom Google Now Launcher der KitKat-Version auf Nexus-Geräten entspricht. Auf dem Moto E kommt stattdessen der klassische Launcher mit schwarzem App-Drawer zum Einsatz, bei dem Google Now über die Home-Taste und nicht zusätzlich auch über den linken Homescreen geöffnet wird.

Motorola Moto E im Test – Android

Mit „Assist“, „Alert“ und „Migrieren“ sind zudem nur sehr wenige Zusatz-Apps vorinstalliert. „Assist“ schaltet bei Besprechungen stumm oder gewährleistet eine ruhige Nacht, während „Alert“ den eigenen Standort mit ausgewählten Personen teilen und diese oder den Rettungsdienst im Notfall informieren kann. „Migrieren“ hilft entsprechend dem Namen beim Umzug von persönlichen Daten von einem anderen Android-Smartphone oder iPhone auf das Moto E.

Motorola Moto E im Test: Assist / Alert / Android-Version
Motorola Moto E im Test: Assist / Alert / Android-Version
Motorola Moto E im Test: Assist / Alert / Android-Version
Motorola Moto E im Test: Assist / Alert / Android-Version

Der interne Speicher des Moto E ist trotz des sauberen Betriebssystems knapp bemessen. Mit den genannten Apps plus Betriebssystem bleiben auf unserem Moto E nur noch etwa 200 Megabyte übrig, was zu einer permanenten Warnmeldung führt. Musik oder Videos lassen sich auf eine microSD-Karte auslagern, doch App-Daten können unter Android 4.4 nur von System-Apps auf den externen Speicher geschrieben werden. Dabei muss als weiterer Kritikpunkt aber auch festgehalten werden, dass sich auf dem Moto E ohnehin nicht die Anzahl an Apps installieren lässt, die diese App-Daten produzieren könnten. Etwas mehr integrierter Speicher täte Android auf dem Moto E dennoch gut.

Kamera

Unter optimalen Bedingungen gelingt mit dem Moto E der ein oder andere gute Schnappschuss. Für mehr ist die 5-Megapixel-Kamera aber nicht ausgelegt. Denn auf vielen Fotos ist abgesehen von sehr gut ausgeleuchteten Bereichen kaum etwas zu erkennen. Dunklere Bereiche verschwinden komplett im Schwarz, während hellere Bereiche überstrahlen. Übrig bleiben Bilder, die nur punktuell gut aussehen. Makroaufnahmen gelingen mit dem Moto E selten, weil der Abstand für die Fokussierung so weit vergrößert werden muss, dass der Begriff Makroaufnahme nicht mehr zutrifft. Das Moto E hat bei Nahaufnahmen stets nur den Hintergrund im Fokus. Wer mehr von einer Smartphone-Kamera verlangt, muss auch 2014 entsprechend mehr Geld ausgeben.

Motorola Moto E im Test – Kamera

Konnektivität

Alle in der Preisklasse des Moto E wichtigen Funkstandards hat Motorola dem günstigsten Moto-Ableger spendiert. Im Berliner Netz von O2 weist es in den getesteten Regionen im Norden, Süden und der Stadtmitte eine gute Empfangs- und Sprachqualität auf. Aussetzer oder Abbrüche ließen sich nicht feststellen. Die maximale Download-Geschwindigkeit des Moto E liegt bei 21,6 Mbit/s.

Einstellungen
Einstellungen

Abseits von U-Bahnen und Tunneln arbeitete die Datenanbindung zuverlässig. Zur etablierten Ausstattung zählen darüber hinaus WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 4.0 LE sowie A-GPS und GLONASS. Letztere Kombination benötigt aufgrund des langsameren Prozessors unter Google Maps zwar etwas länger, ortet den Anwender aber präzise.

Laufzeiten

Weil aufwendige Spiele gar nicht erst flüssig gespielt werden können, belasten sie im Alltag auch nicht den Akku des Moto E, so dass sich die Nutzung in unserem Test auf weniger intensive Apps beschränkte. Der 1.980-mAh-Akku (Moto G: 2.070 mAh) hielt dabei im Durchschnitt eineinhalb bis zwei Tage durch. Die Laufzeit im Video-Dauertest bei 720p-Streaming über YouTube fällt mit über sechs Stunden durchschnittlich, aber nicht fern ab der oberen Mittelklasse aus. Im Browser-Dauertest stehen gute sechseinhalb Stunden zum Ende des Tests auf der Uhr. Nach dem Moto G überzeugt auch das Moto E mit nur wenig schlechteren Laufzeiten.

Motorola Moto E im Test: Akku fest verbaut, Speicher erweiterbar, Micro-SIM
Motorola Moto E im Test: Akku fest verbaut, Speicher erweiterbar, Micro-SIM

Auf der nächsten Seite: Fazit