News : 4,69-Milliarden-Programm soll EU-Halbleitersektor befeuern

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Am heutigen Tage hat die EU-Kommission die Umsetzung einer Technologieinitiative initiiert, mit der der europäische Anteil an der Entwicklung und Fertigung von Elektronikkomponenten angehoben werden soll. Das ambitionierte Ziel ist dabei, wieder eine führende Position in diesem Bereich zu erlangen.

ECSEL soll über zehn Jahre hinweg laufen und in seinem Sektor wachstumsstimulierend wirken. Die genannte Summe setzt sich aus drei Geldgebergruppen zusammen. Der Löwenanteil soll von (teil-)privaten Investorengruppen gestemmt werden, deren Aufgabe es ist 2,34 Milliarden aufzubringen. Die EU selbst wird 1,18 Milliarden bereitstellen, weitere 1,17 stammen von 26 Mitgliedsstaaten und assoziierten Staaten – Drittstaaten, die vertraglich mit der Union verbunden sind. Bis zum Jahr 2020 möchte man so zumindest 22 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investieren. Die öffentlichen Fördermittel werden im Rahmen des Horizont2020-Programmes vergeben. Die Administrierungskosten sollen bei 40 Millionen liegen und von EU und der Industrie getragen werden.

Soweit es den offiziellen Dokumentenkonvolut zu entnehmen ist, scheint ECSEL eine Antwort auf ein Strategiepapier (PDF) der Micro- und Nanotechnologieindustrie aus 2012 zu sein. Dieses nannte ein notwendiges Investitionsvolumen von 100 Milliarden Euro bis 2020, um eine europäische Marktführerschaft sicherzustellen.

Das Programm selbst wird als der Dreh- und Angelpunkt der in der Digitalen Agenda verankerten Elektronikstrategie bezeichnet. Ziel dieser ist es, eine – zumindest partielle – europäische Technologieführerschaft herzustellen und die Fähigkeit zu erhalten, zukunftsweisende Technologie lokal zu erforschen, zu entwickeln und herzustellen. In den letzten Jahrzehnten hatte Europa hier stark an Boden verloren.

Da in der Halbleiterbranche die Kosten für Forschung und Entwicklung stellenweise bei 15 bis 20 Prozent des Umsatzes liegen, soll mit dieser Unterstützung Wiederanlaufhilfe gegeben werden. Um dies effizient durchzuführen, möchte die Kommission Spezialisierung, Koordination und Zusammenarbeit innerhalb der europäischen Wertschöpfungskette forcieren. Gleichzeitig soll auch die Erhältlichkeit von Krediten und öffentlichen Förderungen gesteigert werden.

Genauere Informationen hält dieses Memo bereit.

31 Kommentare
Themen:
  • Maximilian Schlafer E-Mail
    … ist die erste Anlaufstelle für alles, was Recht ist auf ComputerBase. Paragraphen haben es ihm angetan.

Ergänzungen aus der Community

  • HerbertGozambo 02.07.2014 11:43
    Prinzipiell ist der Anreiz durch Förderung nicht verkehrt. Doch mit dem Volumen wird das nichts, der Zug ist schon abgefahren.

    Außerdem tendiert die EU dazu, die Auflagen so wässrig zu halten oder keine tatsächlich gut ausgearbeiteten Konzepte vorzuhalten sondern dieses der Industrie zu überlassen. Die schneidert sich das schon so: Schwachstellen des Förderprogramms analysieren, Auflagen einhalten, wenig Aufwand, kaum Ergebnis, maximaler Ertrag - so dass das Geld wieder schön versickert. Einmal in die Taschen der Industrie und von dort aus natürlich auch an die, die die Gelder frei gemacht haben. Mittlerweile ist die europäische Nicht-Demokratie/nationale Demokratie ja nichts mehr anderes als Geld- und Vermögensumverteilung im Sinne der Unternehmen/Investoren gegen den Bürger.

    Um in diesem Bereich tatsächlich sinnvoll mithalten zu können, bräuchte es ein fundiertes Konzept, eine Gesetzeslage, die die Sicherheitsinteressen der EU über die Rechtslage des freien Marktes stellt - und deutlich mehr Investitionen. Es dürften auch nur rein in der EU beheimatete Firmen und keine Nicht-EU Ableger davon profitieren. Das wird mit TTIP aber sicher ausgehebelt, wenn der übliche Druck der transatlantischen Freunde nicht schon ausreicht.

    Eine eigenständige europäische Dateninfrastruktur und eigene Hardware ist ja eigentlich auch nicht im Interesse von Big Brother, der westliche Überwachungsapparat ist ja nicht auf die EU beschränkt, da geht es ja eher um Einheitlichkeit der Systeme. Ich sehe derzeit nicht, dass Europa auch nur annähernd den Mumm hat, sich von Stars and Stripes zu lösen - eher das Gegenteil, der Einfluss und die Kontrolle nehmen zu.