SanDisk Extreme Pro im Test: Erst im Dauereinsatz „Pro“

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Michael Günsch
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Detailbetrachtungen

Neuzustand und Leistungsabfall

Zur Überprüfung der Leistungsbeständigkeit dient der Benchmark AS SSD. Mit diesem werden Transferraten und Zugriffszeiten der SSDs zunächst im leeren Auslieferungszustand und im späteren Verlauf nach normaler Nutzung mit installiertem System sowie nach starker Nutzung und fast vollständiger Befüllung überprüft. Der TRIM-Befehl ist dabei durchgehend aktiv. Details zu diesem Vorgehen und den vorbereitenden Maßnahmen liefert der Artikel „So testet ComputerBase SSDs“.

AS SSD – SanDisk Extreme Pro 480 GB (AHCI-Treiber: Intel 9.4.0.1023)
Neuzustand
(ohne Daten )
Normalzustand
(35 GB belegt)
Stark genutzt
(10 GB frei)
∆ Neuzustand
zu Stark genutzt
Sequenzielles Lesen 520,62 MB/s 508,71 MB/s 471,93 MB/s – 10 %
Sequenzielles Schreiben 482,68 MB/s 478,25 MB/s 438,72 MB/s – 10 %
4K Lesen 35,9 MB/s 35,61 MB/s 35,69 MB/s – 1 %
4K Schreiben 103,27 MB/s 100,39 MB/s 101,15 MB/s – 2 %
4K 64Thrd Lesen 355,32 MB/s 360,3 MB/s 361,51 MB/s + 2 %
4K 64Thrd Schreiben 252,98 MB/s 253,7 MB/s 250,73 MB/s -1 %
Zugriffszeit Lesen 0,033 ms 0,039 ms 0,106 ms + 221 %
Zugriffszeit Schreiben 0,038 ms 0,039 ms 0,039 ms + 3 %

Mit zunehmender Benutzung und Befüllung der Speicherzellen nimmt die sequenzielle Transferrate der Extreme Pro sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben ab. Schon im simulierten Normalzustand ist ein Rückgang messbar. Vom abschließenden, 30 Minuten andauernden Belastungstest mit wahlfreien 4K-Schreibzugriffen erholte sich die Extreme Pro nur schleppend. Nach der im Rahmen des Testablaufs vorgesehenen Ruhephase von 30 Minuten fiel die sequenzielle Schreibrate in ersten Messungen auf unter 400 MB/s, während die meisten SSDs in diesem Zeitraum nahezu das Ursprungsniveau erreichen. Die Werte besserten sich erst nach zusätzlicher Leerlaufzeit, sodass im Verlauf von rund drei Stunden und 15 Messungen mit AS SSD die in obiger Tabelle aufgeführten Mittelwerte zusammenkamen. Ohne die zusätzlich gewährte Ruhephasen würden die sequenziellen Transferraten am Ende noch geringer ausfallen.

Positiv hervorzuheben ist wiederum, dass die Leistung beim wahlfreien Schreiben mit einer Befehlswarteschlange von 64 (4k 64 Thrd) auf nahezu gleichem (vergleichsweise niedrigem) Niveau verbleibt. Hier brachen sowohl die Samsung 850 Pro als auch die Crucial MX100 im aktualisierten Testparcours um etwa ein Zehntel ein. Der hohe Anstieg der Zugriffszeit beim Lesen ist nach bisherigen Beobachtungen wiederum als „normal“ zu betrachten und auch, wenngleich etwas schwächer, bei anderen SSDs die Regel.

AS SSD – SanDisk Extreme Pro 480 GB (AHCI-Treiber: Intel RST 12.9.0.1001)
Neuzustand
(ohne Daten )
Normalzustand
(35 GB belegt)
Stark genutzt
(10 GB frei)
∆ Neuzustand
zu Stark genutzt
Sequenzielles Lesen 524,60 MB/s 516,79 MB/s 500,57 MB/s – 5 %
Sequenzielles Schreiben 488,46 MB/s 482,59 MB/s 455,51 MB/s – 7 %
4K Lesen 36,99 MB/s 37,09 MB/s 36,26 MB/s – 2 %
4K Schreiben 119,49 MB/s 115,72 MB/s 115,14 MB/s – 4 %
4K 64Thrd Lesen 368,15 MB/s 373,32 MB/s 370,35 MB/s + 1 %
4K 64Thrd Schreiben 247,24 MB/s 271,20 MB/s 249,54 MB/s + 1 %
Zugriffszeit Lesen 0,036 ms 0,115 ms 0,114 ms + 217 %
Zugriffszeit Schreiben 0,034 ms 0,036 ms 0,035 ms + 3 %

Nach Rücksprache mit SanDisk wurden die Messungen zum Neuzustand und nach starker Nutzung erneut mit dem RST-Treiber 12.9 von Intel durchgeführt. Auch hier mussten Einbußen bei den sequenziellen Transferraten verzeichnet werden, jedoch fielen diese geringer aus. Doch ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass Intels RST-Treiber nicht immer unproblematisch sind: So überraschten nach der Treiberinstallation zwischenzeitig äußerst geringe Transferraten, was daran lag, dass nach jedem zweiten Neustart statt SATA 6 Gb/s nur noch SATA 3 Gb/s anlag. Auch aus diesem Grund verzichtet ComputerBase auf Intels Rapid Storage Technology und verwendet weiterhin den in Intels Chipsatztreiber enthaltenen AHCI-Treiber.

Extreme Pro als leeres sekundäres Laufwerk (RST 12.9)
Extreme Pro als leeres sekundäres Laufwerk (RST 12.9)
Extreme Pro als Systemlaufwerk nach starker Nutzung (RST 12.9)
Extreme Pro als Systemlaufwerk nach starker Nutzung (RST 12.9)
Nur noch SATA 3 Gb/s durch Treiberbug (RST 12.9)
Nur noch SATA 3 Gb/s durch Treiberbug (RST 12.9)

Die Leistungseinbußen im AS SSD Benchmark treten nur dann auf, wenn der Belastungstest auf der SSD als Systemlaufwerk mit installiertem Windows 8.1 durchgeführt wird. Wird das Szenario mit der Extreme Pro als sekundäres Laufwerk vollzogen, erholt sich die SSD sehr schnell und erreicht schon nach wenigen Minuten Ruhephase nahezu die Ausgangswerte. Offenbar arbeitet die Garbage Collection bei bestehender Windows-Installation langsamer. SanDisk hat dieses Verhalten bestätigt.

Bei den Tests der Crucial MX100 sowie der Samsung 850 Pro ergaben sich unter identischen Bedingungen keine Einbußen der sequenziellen Transferraten.