News : EU genehmigt verschärftes Mobilfunk-Oligopol

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Die EU hat die Übernahme des Mobilfunkanbieters E-Plus durch Telefónica (o2) genehmigt. In Zukunft werden damit nur noch drei Anbieter in Deutschland am Markt vertreten sein: Die Telekom, Vodafone und Telefónica. Auflagen der EU sollen sicherstellen, dass der Wettbewerb nicht unter dem verschärften Oligopol leidet.

So müssen 30 Prozent der gemeinsamen Netzkapazität abgetreten, ein Radiowellenspektrum verkauft und weitere Vermögensgegenstände veräußert werden, teilt die EU mit. Telefónica wird vor Abschluss der Übernahme 20 Prozent seiner Kapazitäten im Mobilfunknetz dem Mobilfunkdiscounter (MVNO) Drillisch via Bitstream Access verkaufen und diesem die Möglichkeit geben, bis zu 10 Prozent zusätzlicher Netzwerkkapazität zu erwerben. Um einem weiteren potentiellen Anbieter den Eintritt in den deutschen Markt zu ermöglichen, wird Telefónica darüber hinaus Interessenten ein Paket mit 2.1 und 2.6 GHz Frequenzen, Basisstationen, der Möglichkeit des nationalen Roamings sowie passiver Mitbenutzung von Mobilfunkstandorten anbieten.

Gehört in Zukunft zu Telefónica: E-Plus
Gehört in Zukunft zu Telefónica: E-Plus

Bekannte Marken der E-Plus-Gruppe sollen auch in Zukunft erhalten bleiben, Details hierzu wurden allerdings noch nicht genannt. E-Plus vertreibt Mobilfunktarife aktuell auch über die Marken BASE, simyo und blau.de, o2 bietet Discount-Tarife über FONIC an.

Die spanische Telefónica und die niederländische KPN hatten sich im Juli 2013 auf die Modalitäten zur Übernahme geeinigt. KPN erhält 3,7 Milliarden Euro in bar und Anteile an Telefónica Deutschland in Höhe von 24,9 Prozent zum aktuellen Marktwert von 1,7 Milliarden Euro.

Das neue Unternehmen wird erhebliche Größen- und Effizienzvorteile erzielen. Diese ermöglichen es uns, den Markt mit innovativen Produkten und Services sowie herausragender Kundenzufriedenheit noch stärker herauszufordern“, sagt Rachel Empey, CFO Telefónica Deutschland Holding AG. Durch Synergieeffekte aus der Fusion wollen beide Unternehmen insgesamt fünf Milliarden Euro einsparen. Die Übernahme soll noch im Laufe des 3. Quartals 2014 abgeschlossen werden.