7/8 AMD Radeon R7 SSD im Test : Die „rote“ OCZ im Test

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Leistungsbeständigkeit

Futuremarks PCMark 8 bietet neben dem Standard-Storage-Test auch erweiterte Testoptionen. Dazu gehört der sogenannte Consistency Test (PDF-Anleitung), bei dem die Leistungsbeständigkeit nach hoher Belastung über einen längeren Zeitraum ermittelt wird. Als Basis für die Testergebnisse dienen auch hier die Trace-Tests mit Anwendungsdaten aus den Bereichen Spiele, Bildbearbeitung und Office. Allerdings wird die SSD zusätzlich in mehreren Durchläufen mit Daten beschrieben. Erst am Ende jedes Durchlaufs werden dann die Ergebnisse der Trace-Benchmarks ermittelt.

Der Consistency Test beginnt zunächst mit einem Pre-Conditioning, bei dem das gesamte Laufwerk zweifach vollständig mit Daten gefüllt wird. Das zweite Beschreiben dient dazu, auch den vom Over-Provisioning reservierten Speicherbereich, die Spare Area, mit einzubeziehen. Anschließend folgen acht Degenerationsphasen mit dem Ziel, den sogenannten Steady State zu erreichen, bei dem sich die Leistung auf einem Niveau einpendelt. Auf die Degenerationsphasen folgen fünf Steady-State-Phasen.

Nach der durchgehend enormen Belastung beginnen die Erholungsphasen zunächst jeweils mit einer Leerlaufphase von fünf Minuten und einer anschließenden Durchführung der Trace-Benchmarks. Der durchschnittliche Datendurchsatz der einzelnen Phasen lässt sich in einem Liniendiagramm übersichtlich darstellen, sodass die Leistungsentwicklung erkenntlich wird. Die höchste Leistung wird stets in den Erholungsphasen erzielt, die dem Status einer ungenutzten SSD am nächsten kommen. In den restlichen Phasen mit zuvor hoher Schreiblast ist die Leistung zumeist deutlich niedriger. Anhand des Linienverlaufs lässt sich eine Aussage zur Beständigkeit der Durchsatzraten treffen.

Es ist zu bemerken, dass der Consistency Test aufgrund der enormen Datenmengen sehr langwierig (bis zu 24 Stunden) ausfällt und die SSD deutlich mehr belastet als eine alltägliche Nutzung im Privatbereich, weshalb die Ergebnisse vor allem für (professionelle) Nutzer mit dauerhaft hoher Belastung von Relevanz sind.

Die Leistungsbeständigkeit der Radeon R7 ist hoch. Große Leistungseinbrüche wie bei der Crucial MX100 sind nicht zu beobachten. Die Werte sind auch in den Phasen starker Belastung vergleichsweise konstant. Die durchschnittliche Durchsatzrate liegt jedoch unterhalb der SanDisk Extreme Pro oder der Samsung 850 Pro, wenngleich die Konstanz ähnlich ausfällt. Für Normalnutzer sind jedoch die letzten fünf „Recovery“-Phasen mit geringer Schreiblast relevanter, wo die Radeon R7 wie schon beim Standard-Storage-Test des PCMark 8 keine gute Figur macht.

Vom Hersteller versprochene IOPS
Vom Hersteller versprochene IOPS

AMD und OCZ bewerben die Radeon R7 SSD wie auch andere SSDs mit Barefoot-3-Controller mit einer besonders hohen Dauerleistung beim wahlfreien Schreiben. 20.000 IOPS in der Disziplin 4K Random Write mit 32 ausstehenden Befehlen (QD32) soll die Radeon R7 mit 240 GB erreichen. Der 30-minütige Belastungstest mit Iometer zeigt, dass AMD mit dieser Angabe den Mund nicht zu voll genommen hat. Nach der anfänglich hohen Leistung mit über 80.000 IOPS und einem kurzzeitigen Einbruch bis auf 15.000 IOPS herunter, pendelt sich der Benchmark auf konstant mehr als 20.000 IOPS ein. Konstant ist dabei relativ, denn die Zacken im Verlauf des Diagramms veranschaulichen deutlichere Schwankungen als zum Beispiel bei Samsung 850 Pro oder SanDisk Extreme Pro. Die IOPS der AMD-SSD liegen jedoch insgesamt weit oberhalb der Premium-Konkurrenz.

Doch auch hier stellt sich die Frage der Relevanz für die vom Hersteller anvisierte Kundschaft. Spieler werden von der konstant hohen Dauerleistung bei vielen I/Os nicht profitieren. Diese Werte sind vielmehr für Server- und Mehrbenutzerumgebungen mit entsprechend vielen parallelen Zugriffen relevant.

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