2/4 Zum Abschluss : Die 15 besten Spiele für PS3 und Xbox 360

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Forza 4 (Xbox 360)

Ein bisschen an Physik, Grafik und Sound geschraubt und fertig war Forza 4 – behaupten zumindest Kritiker. Ein bisschen mehr hat Turn 10 im Vergleich zum Vorgänger dann doch verändert, und herausgekommen ist eines der immer noch besten Rennspiele auf dem Markt mit vielen Vorzügen: Die Fahrphysik, der Autovista-Modus mit 3D-Begehung diverser Luxuskarossen und Kommentar von Jeremy Clarkson (Top Gear), zahllose visuell gleichwertige Untersätze – ja, anders als in Gran Turismo – die stufenlos wählbare Abmischung aus Arcade und Simulation, die Abstimmungsvielfalt.

Dass die KI gerade für Fortgeschrittene mehr das Starterfeld füllt, als ernsthaft Positionen streitig zu machen, spielt nicht immer eine Rolle: Mit gutem Netcode ausgerüstet, winkt ein umfangreicher Mehrspieler-Part, welcher diesen Punkt umgeht. Außerdem punktet Forza 4 mit leider schon klassisch gewordenen Eigenschaften: Es geizt nicht mit Belohnungen, es lässt alle Fahrzeuge ohne Hindernisse frei nutzen und beschränkt sich bei hohem Basisumfang vor allem auf DLCs, die mit Ausnahme des Porschepakets kaum jemand vermissen muss. Insgesamt noch einen Tick besser als Gran Turismo 6.

Forza Motorsport 4 – Launch Trailer

Gears of War 3 (Xbox 360)

Düstere Atmosphäre, Kooperativmodus und Science-Fiction-Endzeit-Setting machen den Urvater des Deckungs-Shooters zu einem hochgradig interessanten Zeitvertreib. Der packend inszenierte Überlebenskampf gegen die unterirdische Locust-Bedrohung nimmt sich immer wieder die Zeit für ruhige Panoramasequenzen, welche die eindringliche Verzweiflung einer auseinanderfallenden Gesellschaft und Spezies transportieren. Das nicht weiter angetastete Gameplay wird für Kenner der Reihe allerdings zu einem zweischneidigen (repetitiven) Schwert, unterhält an sich aber gut.

Der Abschluss der Trilogie ist allerdings nicht das beste Spiel der Serie. Diesen Platz nimmt sein Vorgänger mit größerem Cole-Train-Bonus und besseren Dialogen ein, die unter anderem das Wort „Dad“ nicht inflationär verwenden. Gears of War 3 ist aber der erste offiziell in Deutschland erhältliche Teil – ein Hinweis auf die Brutalität, die Epic blutreich zeichnet –, immer noch gut genug für viele unterhaltsame Stunden und einer der besten Vertreter seines Genres.

Gears of War 3 – Campaign-Trailer

God of War 3 (PlayStation 3)

Ein Spiel, in dem ein Halbgott den Olymp Stück für Stück um einen Kopf kürzer macht. Kriegsgott Kratos hat Sex, tötet und brüllt wie ein Tier. Kurzum: Das männliche God of War bietet männliche Unterhaltung für männliche Männeriche. Hermes die Flügel stutzen? Zeus die eigenen Blitze in den Rachen schieben? Sagenkreaturen die Eingeweide herausreissen? Die Fruchtbarkeitsgöttin zum Orgasmus bringen? In God of War 3 fast schon Tagesgeschäft.

Und dann ist God of War 3 doch noch mehr als nur ein blutiger Streifzug durch griechische Mythologie mit fordendem Kampfsystem. Die archaisch anmutende, fixierte Kameraperspektive nutzt SCE Santa Monica, um die Gewaltorgie opulent zu inszenieren, aber auch dem einen oder anderen kurzzeitig ablenkenden Rätsel Würze zu verleihen. Eine stimmige Geschichte schließt die Trilogie wie das Spiel rund ab. Ein leuchtendes Beispiel herausragenden Spieldesigns.

God of War 3 – Launch Trailer

Halo Reach (Xbox 360)

Das letzte von Bungie entwickelte Halo ist derzeit noch das Beste, weil Reach lediglich die Vorgeschichte der ersten Trilogie erzählt. Den gewonnenen Freiraum nutzt Bungie, um mit dem Halo-Rezept kreativer umzugehen. In dieser finalen Bungie-Form wird Reach das am stärksten polierte und hübscheste Spiel der Serie, das seine Geschichte zugleich ebenso dynamisch wie abwechslungsreich erzählt und präsentiert. Der Kampf um eine ungewisse Zukunft mit all seinen sinnlosen Opfern wird deutlich stärker herausgestellt, als sonst in diesem Universum.

Dass der verzweifelte Kampf gegen die Covenant nicht nur der eines einzelnen Supersoldaten gegen abscheuliche Aliens ist, bringt kein Halo so gut wie Reach auf den Punkt. Das Rezept Überlebenskampf bekommt so einen Hauch mehr Tiefe verpasst und ist trotz des eher blassen Spartan-Trupps – immerhin, ein Trupp – mehr als nur eine Ausrede, um den Abzug zu betätigen. Obendrauf wartet auf den Spieler ein umfangreicher Mehrspielermodus. Kurz: Das beste Halo. Bis 343 Industries eigene Akzente setzt.

Halo Reach – E3 Trailer

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