4/6 Icarus Illumina E653 im Test : E-Book-Reader mit Android-Apps

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Bedienung und Lesen

Das E-Ink-Display mit Pearl-Technologie des Illumina E653 löst mit den üblichen 768 × 1.024 Bildpunkten bei sechs Zoll auf, verzichten muss der Nutzer dabei auf die etwas kontrastreichere Carta-Technologie. Mit einer Helligkeit von 49 cd/m² leuchtet der E-Book-Reader nur knapp stärker als der Tolino Shine, trotzdem ist die Helligkeit für ein angenehmes Lesen ausreichend. Die Beleuchtung lässt sich nur über das Display steuern und in 24 Stufen einstellen, der Kontrast hingegen nicht.

Trotz eines mit einem Gigahertz taktenden Dual-Core-Prozessors und einem Arbeitsspeicher von 512 Megabyte agiert der Illumina E653 im direkten Vergleich zum aktuellen Paperwhite-Modell etwas behäbig, der Seitenaufbau braucht sichtbar länger. Dies ist in manchen Fällen auch auf den nicht immer direkt reagierenden Touchscreen zurückzuführen, welcher gelegentlich Eingaben mit Ignoranz straft.

Icarus Illumina E653 Textdarstellung
Icarus Illumina E653 Textdarstellung

Die Benutzung der Oberfläche gestaltet sich einfach. Nach dem Hochfahren oder dem Aufwecken aus dem Schlafmodus findet sich der Nutzer im Hauptmenü wieder, das eine Auflistung der zuletzt hinzugefügten und zuletzt gelesenen Bücher bietet, letzteres bei Bedarf auch mit dem aktuellen Lesestand. Beim Lesen hat der Nutzer über einen einfachen Tipp im oberen oder unteren Bereich des Displays jederzeit auf alle nötigen mit dem Lesen verbundenen Einstellungen Zugriff. Hierüber lassen sich Lesezeichen und auch Notizen anlegen oder direkt zu einer bestimmten Seite im Buch blättern. Ein Tipp auf die Uhrzeit öffnet ein Menü mit Schnelleinstellungen, das eine Übersicht über WLAN, Helligkeit und weitere Einstellungen gibt.

Für die Anpassung des Textes stehen über 40 Schriftarten in zwölf Größen zur Verfügung, weitere Schriften lassen sich im TrueType-Format nachträglich installieren. Die Textgröße wird entweder in den Lese-Optionen oder über das Spreizen von zwei Fingern auf dem Display geändert. Seitenränder und Zeilenabstand können in den Lese-Optionen ebenfalls in zwölf verschiedenen Abständen eingestellt werden. Während das Ändern der Abstände dem Reader keine Probleme bereitet, wird bei manchen E-Books das Wählen einer anderen Schrift nicht umgesetzt. PDF-Reflow stellt den Illumina vor keine großen Schwierigkeiten, selbst Fachbücher werden dabei gut umgewandelt – Bilder vergrößern sich jedoch nur gemeinsam mit der Schrift. Auf Wunsch kann der Bildschirm zudem im Landscape-Modus ausgerichtet werden; dies geschieht jedoch nicht, wie von Tablets gewohnt, automatisch.

Bildvergleich

Der Illumina E653 stellt Texte gut dar. Gegenüber dem Paperwhite wirkt die Schrift aber etwas dünner und teilweise etwas ungleichmäßig, dieser Effekt verstärkt sich bei eingeschalteter Beleuchtung. Beim Konkurrenten von Amazon wird der Text selbst in der kleinsten Schriftgröße kräftiger und Buchstaben an jeder Stelle der Seite gleichmäßig dargestellt.

Die Beleuchtung offenbart ebenfalls Schwächen: Die fünf am unteren Ende angebrachten LEDs leuchten das Display erkennbar ungleichmäßig aus, besonders im unteren Bereich zeigen sich deutliche Lichthöfe, die teilweise bis in die Texte hineinreichen.

Bildvergleich

Wegen des Android-Unterbaus muss an manchen Stellen umgedacht werden: Einige Komponenten, welche bei anderen Readern in den Menü-Einstellungen zu finden sind, sind beim Illumina E653 unter den Apps abgelegt – so auch die Wörterbücher. Laut Hersteller sollen sich auf dem Gerät Wörterbücher in den Sprachen Dänisch, Deutsch, Englisch, Griechisch, Niederländisch, Norwegisch, Russisch, Schwedisch, Spanisch, Tschechisch und Ungarisch befinden. Die Organisation der Nachschlagewerke wird jedoch durch die wirre Namensgebung erheblich erschwert; einige der Wörterbücher sind entgegen den Angaben des Herstellers nicht auf dem Reader vorhanden und müssen erst umständlich über die Homepage des Herstellers heruntergeladen und aufgespielt werden – darunter fallen auch die deutschen Wörterbücher. Das Aufspielen kann zwar auch über den integrierten Browser erfolgen, dennoch wäre ein Nachladen innerhalb des Systems, wie es bei vielen anderen Herstellern Usus ist, die bessere Variante. Weitere Wörterbücher können ausschließlich im StarDict-Format durch einfaches Kopieren in den Dict-Ordner hinzugefügt werden.

Wie viele andere E-Book-Reader hat auch der Illumina mit Ghosting-Effekten zu kämpfen. Aufgrund der fehlenden Carta-Technologie muss der Illumina vergleichsweise öfter eine komplette Invertierung, also eine komplette Neuausrichtung aller vorhandenen Farbpigmente, durchführen. Dies geschieht automatisch vom Gerät gesteuert alle fünf Seiten, eine Änderung ist aufgrund fehlender Einstellungen nicht möglich. Gerade bei Grafiken und Bildern scheinen schnell die Überbleibsel vorangegangener Seiten durch, bei aktivierter Beleuchtung verstärkt sich der Effekt noch deutlicher. Abhilfe schafft wie auch in anderen Situationen nur eine manuelle Neuausrichtung über die bereits beschriebene Invertierungstaste in der Front. Diese wurde zwar konzipiert, um bei der Verwendung von Android-Apps den Bildschirm zu neutralisieren, sorgt aber auch in solchen Situationen für sofortige Besserung – auch wenn sie nicht selten mehrere Male betätigt werden muss.

Icarus Illumina E653 Schnelleinstellungen
Icarus Illumina E653 Schnelleinstellungen
Icarus Illumina E653 PDF Reflow
Icarus Illumina E653 PDF Reflow
Icarus Illumina E653 PDF Reflow
Icarus Illumina E653 PDF Reflow

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