2/2 Nosgoth Closed Beta : Legacy of Kain als Free-to-Play angespielt

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Pay-to-Win – eine Gefahr?

An dieser Stelle rückt die Gefahr, die mit jedem Free-to-Play-Spiel einhergeht, in den Vordergrund: Die Pay-to-Win-Gefahr. Denn natürlich lassen sich diese zusätzlichen Angriffsoptionen im Rahmen von unterschiedlichen „Loadouts“ variieren – und natürlich gibt es die Möglichkeit, sich das dazu notwendige Item der Wahl über kostenpflichtige „Runensteinen“ auf kürzestem Weg zu beschaffen. Pay-to-Win ist Wirklichkeit?

Unserem Eindruck nach aktuell (noch?) nicht. Wie von Square Enix versprochen, haben es auch die Gegenstände in sich, die gegen die normale Goldwährung eingetauscht werden können. Allerdings ist auch klar, dass die Anhäufung des automatisch eingespielten Goldes wesentlich mehr Zeit in Anspruch nimmt als der Kauf von Runensteinen: Gut möglich also, dass nicht zahlende Spieler über kurz oder lang selbst auf niedrigeren Leveln auf Spieler stoßen werden, die dank des Einsatzes ihrer Kreditkarte über die schlagfertigeren Sekundärangriffe verfügen. Bisher ist davon aber noch nichts zu sehen.

Nosgoth in der Vorschau
Nosgoth in der Vorschau
Nosgoth in der Vorschau
Nosgoth in der Vorschau

Etwas weiter abgeschwächt wird diese potentielle Gefahr dadurch, dass manche Gegenstände beim Erreichen bestimmter Level automatisch erworben werden. Zudem ist es möglich, im Rahmen von Matches an Items zu gelangen oder zumindest eine Schatzkiste zu erhalten. Für letztere werden allerdings wie üblich kostenpflichtige Schlüssel benötigt, was die Attraktivität deutlich einschränkt. Trotzdem: Insgesamt wirkt „Nosgoth“ bisher auch mit Blick auf die Pay-to-Win-Gefahr gut ausbalanciert.

Technisch bereits nahezu einwandfrei

Technisch macht „Nosgoth“ bereits einen überraschend fertigen Eindruck. Gravierende Bugs sucht das Spielerauge vergebens, das Matchmaking funktioniert insgesamt passabel und auch vom Umfang her wirkt die Entwicklung weit fortgeschritten. Hinzu kommt eine für F2P-Verhältnisse ansprechende grafische Umsetzung: Den gut durchdachten bisherigen Karten merkt man an, dass die Entwickler viel Zeit in Detailarbeit investiert haben. Auf unserem Testsystem lief der Titel zudem mit maximalen Details und in einer Auflösung von 1920 × 1080 weitgehend stabil bei 45 bis 60 Bildern pro Sekunde – so soll es sein.

Neben noch mehr Inhalten – neue Modi, Maps und Klassen wünscht sich das Spielerherz – sollte Psyonix in den kommenden Monaten vor allem an den Komfortfunktionen arbeiten. Das erwähnte Matchmaking könnte noch einen Ticken schneller „Leaver“ ersetzen und auch das Party-System darf gerne noch mehr Funktionen und Stabilität bieten. Gespannt sind wir auch auf die Clan-Funktion, die essentiell ist, wenn es „Nosgoth“ wirklich wie angekündigt in den eSports-Bereich schaffen möchte.

Gravierend ist letztlich aber nur ein Kritikpunkt: Die Hitboxen sind unserer Ansicht nach unberechenbar. Wer als Reaver einen Menschen angreift, kann nie sicher sein, ob ein Schlag getroffen hat oder nicht. Und das ist nur ein Beispiel von vielen – in dieser Hinsicht müssen die Entwickler dringend noch etwas tun.

Fazit

„Nosgoth“ ist für alle „Legacy of Kain“-Liebhaber eine Enttäuschung. Der auf schnelle Action ausgelegter Third-Person-Shooter im Free-to-Play-Mantel reicht längst nicht an das heran, was potentiell ein Einzelspieler-Titel anbieten kann.

Und trotzdem haben wir mit dem Spiel schon jetzt einigen Spaß; und das obwohl viele Inhalte bisher nur angekündigt wurden. Dies liegt am ordentlichen Tempo, vor allem aber an den abwechslungsreichen Klassen, die mit etwas Glück taktische und damit richtig spannende Matches erlauben.

Insofern wird „Nosgoth“ dem eigenen Anspruch, ein gutes Free-to-Play-Spiel zu sein, auf den ersten Blick gerecht. Ob dieser Eindruck bestehen bleibt, wenn das Spiel die Closed Beta verlässt, wird sich zeigen. Freunde des Genres sollten den Titel aber auf keinen Fall aus den Augen verlieren – er hat Potential.

Nosgoth – Ankündigungstrailer

Kopier- & Jugendschutz

„Nosgoth“ funktioniert über Steam, sodass der Key über die Valve-Plattform aktiviert werden muss. In Sachen Jugendschutz gilt es zu erwähnen, dass der Titel von der USK bisher nicht bewertet wurde. Einen endgültigen Erscheinungstermin gibt es nicht.

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