4/4 Destiny im Test : Kein großes Kino, auch nicht nach 30 Stunden

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Fazit

Für Solisten ist Destiny nichts: Story, Writing, die Aussetzer des eigentlich guten Soundtracks, Voiceacting und Inszenierung sind haarsträubend schlecht für einen Titel, der mit einem Blockbuster-Budget entwickelt wurde. Selbst unter Berücksichtigung der teils übertriebenen Erwartungen ist das schlicht enttäuschend. Vielversprechende Ideen, die tolle Atmosphäre und die solide Mechanik bilden zwar ein gutes Fundament für die Zukunft, aktuell ist Destiny aber noch ein ziemlich seelenloser Coop-Shooter.

Mit Freunden zusammen gespielt unterhält das Spiel schon heute gut, es lässt sich ohne Frage eine Weile Spaß damit haben. Trotzdem schlägt immer wieder Fassungslosigkeit durch: Was hätte Activision aus der soliden Grundlage alles machen können. Ein neues Universum, ein neuer Ansatz, eine ideale Spielwiese für Kreativität, die sich abseits des Artdesigns und der Atmosphäre viel zu rar macht – eine seelenlose Hülle ist kein guter Start für eine neue Marke. Dabei lässt sich dem Titel nicht einmal vorwerfen, richtig schlecht zu sein – er hat nur zu wenig Inhalte und zu viele Kanten.

Destiny und Mond haben Gemeinsamkeiten: Sehen gut aus, sind aber ein wenig zu monoton.
Destiny und Mond haben Gemeinsamkeiten: Sehen gut aus, sind aber ein wenig zu monoton.

Was bleibt sind rund 20 bis 30 Stunden Unterhaltung, große Namen und auch im Endgame viel Leere. Stehen ein spieletauglicher PC oder lediglich eine Last-Gen-Konsole zur Verfügung, lohnt Destiny aktuell kaum, den RPG-Shooter-Mix bekommt Borderlands deutlich besser hin. Mit Story, auch für Solisten. Auf der Xbox One oder PlayStation 4 hingegen gibt es aktuell nichts vergleichbares. Hier besetzt das Spiel die Lücke im Bereich kooperativer Shooter und hübscher Halo-Mehrspieler-Action, getragen von der Grafik – vorausgesetzt, man hat eine Gruppe an der Hand, wird Destiny so durchaus interessant.

Der während des Abspanns abgespielte Themensong trifft insofern den Nagel auf den Kopf, wenn Paul McCartney „hope for the future“ in Schleife röhrt: Wenn Destiny wie angekündigt weiter auf- und ausgebaut wird, besteht Hoffnung, in der Zukunft ein wesentlich besseres und runderes Spiel zu erhalten, das tatsächlich langfristige Unterhaltung bietet. Interessierte sollten zunächst die weitere Entwicklung abwarten und Destiny die nächsten sechs Monate im Hinterkopf behalten, derzeit bleibt der MMO-Shooter zu weit hinter den Ankündigungen und den eigenen Ansprüchen zurück.

Destiny im Test

Plattformen & Jugendschutz

Destiny ist für die Xbox 360, Xbox One, PlayStation 3 und PlayStation 4 erhältlich. Wer das Spiel oder zusätzliche Inhalte digital im Xbox- oder PSN-Store für die ältere Konsolengeneration erwirbt, erhält bis zum 15. Januar 2015 zudem kostenlos die Current-Gen-Fassung. Für die Strikes, Raids und Mehrspieler-Modi wird eine kostenpflichtige PSN-Plus- oder Live-Gold-Mitgliedschaft vorausgesetzt. In Sachen Jugendschutz gilt es zu erwähnen, dass das Spiel von der USK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten hat.

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