2/3 Motorola Moto G (2014) im Test : Prämierte 5-Zoll-Neuauflage

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Performance & Oberfläche

Die Hardware des neuen Moto G hat Motorola gegenüber dem Vorgänger weitestgehend unberührt gelassen. Auch die neue Version greift auf einen Snapdragon 400 mit vier Kernen und einer Taktrate von bis 1,2 Gigahertz sowie eine Adreno-305-GPU zurück. Gepaart mit einem Gigabyte Arbeitsspeicher sorgt das SoC für eine flüssige Darstellung der Bildschirminhalte, unerheblich, ob es sich dabei um den Homescreen mit mehreren Widgets, Webseiten oder größere Dokumente handelt. Die im Vergleich zum Vorgänger (ab Werk) neuere Android-Version spielt dabei lediglich eine untergeordnete Rolle, denn die gleiche Hardware-Basis zeigt sich in nahezu identischen Benchmark-Werten. Lediglich bei den Browser-Tests fallen die Ergebnisse unterschiedlich aus, was jedoch auf unterschiedliche Browser-Versionen zurückzuführen ist. Die Neuauflage des Moto G lässt sich gewohnt geschmeidig bedienen und auch die Hardware ist nach wie vor für alle Alltagsaufgaben gut gerüstet.

Motorola Moto G (2014) im Test – Software

Der Vorgängerversion blieb im Test auf ComputerBase noch die Kaufempfehlung verwehrt, einer der Gründe lag in der fehlenden Unterstützung von Speicherkarten in Kombination mit dem gerade einmal acht Gigabyte fassenden internen Speicher. Dieser ist in der kleinen Variante der Neuauflage zwar gleich groß geblieben, kann aber durch den mit der diesjährigen LTE-Variante eingeführten microSD-Kartenslot aufgerüstet werden. Mit diesem lässt sich der Speicher um bis zu 32 Gigabyte erweitern. Zwar wird es mit den neu veröffentlichten Android-Versionen immer schwieriger, Applikationen auf eine zusätzliche Speicherkarte zu verschieben, trotzdem wird der interne Speicher nicht mehr zwingend von Bildern, Musik oder Videoclips belegt. Zudem bieten immer mehr speicherhungrige Spiele die Möglichkeit, zumindest bestimmte Inhalte auf die SD-Karte auszulagern, was den internen Speicher weiter entlastet. Intern stehen dem Nutzer beim verwendeten Testgerät dennoch lediglich 5,5 Gigabyte zur eigenen Verfügung bereit.

Motorola liefert auch das diesjährige Moto G mit aktuellem Android-Betriebssystem aus. Die Version 4.4.4 wurde auch dieses Mal seitens des Herstellers nahezu unberührt gelassen und nur um wenige, aber sehr nützliche Hilfsmittel erweitert. Neben dem bekannten Migrationsassistenten Migrate, der einen komfortablen Umzug vom bisher genutzten Smartphone auf das Moto G ermöglicht, bietet das neue Moto G erneut den Task-Automatisierer Assist. Neu ist das auf anderen Motorola-Smartphones bereits mit dem Update auf Android 4.4.4 eingeführte Alert, bei welchem neben dem Absetzen einer Notfall-SMS an vorher festgelegte Personen auch der eigene Standort mit Freunden geteilt werden kann. Ein Übersetzungs-Tool rundet das System ab. Alle Applikationen lassen sich wie gewohnt über Googles Play Store aktualisieren.

Im Bereich Mulitmedia sind ebenfalls keine Veränderungen zu finden, das neue Moto G spielt 1080p-Quellmaterial in allen gängigen Container-Formaten, Profilen und Levels ab. Auch bei der reinen Audiowiedergabe macht das neue Smartphone eine gute Figur. Wird Google Play Music zur Audiowiedergabe verwendet, profitiert der Nutzer zudem von Audioeffekten in den Systemeinstellungen, die jedoch nicht an die Qualität mancher Player-Applikationen wie zum Beispiel Poweramp heranreichen. Für aufwendige 3D-Spiele ist der Prozessor nach wie vor zu schwach, mit Einbußen bei den Details können aber auch diese ruckelfrei gespielt werden.

Kamera

Beim Test des 2013er Moto G stellte sich neben der fehlenden SD-Kartenunterstützung die Kamera als die größte Schwachstelle des Einsteiger-Smartphones heraus. Umso erfreulicher ist es, dass Motorola die Kamera durch ein mit acht Megapixeln auflösendes Modul aufwertet. Damit sind nun Bilder mit bis zu 3.264 × 2.448 Bildpunkten möglich. Aber nicht nur die Auflösung wurde erhöht, auch die Bildqualität hat sich erheblich verbessert. Wurden beim Vorgängermodell Farben noch blass und Konturen unscharf abgelichtet, erscheinen die Bilder des neuen Moto G deutlich kräftiger und schärfer. Bei ungünstigen Lichtverhältnissen kann die Kamera jedoch nicht zaubern, in diesen Fällen tritt ein sichtbares Rauschen auf. Mit diesem Phänomen haben jedoch viele günstige Kontrahenten zu kämpfen. Der LED-Blitz schafft hier zudem nur teilweise Abhilfe. Der Autofokus arbeitet der Preisklasse entsprechend nicht immer besonders schnell, aber dafür zuverlässig. Gezoomt wird über ein vertikales Streichen über das Display.

Motorola Moto G (2014) im Test – Kamera

Videos werden weiterhin ausschließlich in 720p bei 30 Bildern die Sekunde aufgezeichnet, profitieren aber ebenfalls von der neuen Kamera. Zwar sind die Aufnahmen ebenso von gutem Licht abhängig und werden bei schlechten Verhältnissen schnell dunkel, dafür weisen die Videos eine deutlich geringere Fragmentbildung als bisher auf. Die Zeitlupen-Funktion zeichnet Videos mit 120 Bildern pro Sekunde auf und generiert daraus eine Zeitlupe. An professionelle Lösungen reicht diese erwartungsgemäß jedoch nicht heran, vor allem wegen der ruckeligen Wiedergabe.

Moto G 2014 Videotest

Am bewährten Bedienkonzept der Kamera hält Motorola auch beim neuen Moto G fest: Über eine Wischgeste vom linken Rand aus wird das Optionsmenü aufgerufen, über welches unter anderem Einstellungen an Blitz, Aufnahmequalität oder Positionsbestimmuing vorgenommen oder die Panoramafunktion aufgerufen werden können. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist nach wie vor die Belichtungseinstellung der Kamera-Software: Mit dem Sucher auf dem Display wird die Stelle angewählt, welche als Referenz dienen soll. Das auf dem Display angezeigte Ergebnis stimmt aber nicht immer mit den anschließend gemachten Bildern überein, daher verlangt diese Funktion ein wenig Übung.

Die Auflösung der vorderseitigen Kamera wurde auf zwei Megapixel erhöht, eignet sich jedoch nach wie vor nur für Videotelefonie.

Konnektivität

Im Gegensatz zum Vorgängermodell verfügt das aktuelle Moto G über zwei Einschübe für SIM-Karten. Beide Karten können sich dabei in den Standards 2G und 3G mit dem Mobilfunknetz verbinden, aufgrund nur einer vorhandenen Sende- und Empfangseinheit jedoch nicht gleichzeitig. Durch diesen Umstand wird zum Beispiel bei einem ankommenden Anruf die nicht benötigte SIM-Karte kurzzeitig deaktiviert. HSPA+ erlaubt übliche Datenraten von bis zu 21,6 Mbit/s im Download sowie 5,76 Mbit/s im Upload. Über den LTE-Standard verfügt das Moto G nicht.

Die Sprachqualität ist auf gleichem Niveau des Vorgängermodells geblieben und kann somit auch in der Neuauflage überzeugen. Der Gesprächspartner war im Test immer gut zu verstehen, und auch die Sprachübermittlung des neuen Moto G war durchweg gut, wenn auch mit Luft nach oben.

Slots für zwei Micro-SIM-Karten und microSD
Slots für zwei Micro-SIM-Karten und microSD

Des Weiteren unterstützt das Moto G die drahtlosen Standards WLAN b/g/n und Bluetooth 4.0 Low Energy, wobei die Übertragungsraten im WLAN-Standard mit über vier Megabyte pro Sekunde erfreulich hoch sind. Durch Miracast lassen sich auch bei der aktuellen Variante Bildschirminhalte drahtlos auf andere Geräte ausgeben, wobei die Möglichkeiten durch die Verwendung von Speicherkarten spürbar erweitert werden.

Auch an dem bestehenden Ortungsmodul mit A-GPS und GLONASS ist kaum Kritik zu üben. Der Verbindungsprozess benötigt zwar seine Zeit, einmal erfolgt blieb die Verbindung zum Satelliten in einer Testfahrt über Landstraße, Autobahn und durch Siedlungsgebiete auch bei wolkenverhangenem Himmel stets stabil.

Laufzeiten

Bei den Laufzeiten fordert das größere Display seinen Tribut. Während das Vorgängermodell im Videotest noch mit einer Laufzeit von über sieben Stunden aufwarten konnte, verkürzt sich diese nun trotz gleicher Akkukapazität von 2.070 mAh auf knapp über fünf Stunden. Auch beim Browser-Test sieht es mit knapp 6,5 Stunden gegenüber 7,5 Stunden beim Vorgänger kaum anders aus.

Das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Nutzer mit dem neuen Moto G bei normaler Nutzung ohne Probleme durch den Tag kommen wird. Im Test waren nach einem Tag mit gelegentlichen Telefonaten, Nachrichten, Fotoaufnahmen, Surfen im Internet und einer kurzen Spielzeit noch über 30 Prozent der Ladung des fest verbauten Akkus vorhanden. Durch einen zweiten Tag würde der Nutzer jedoch wie bei der 2013er-Version nicht kommen.

Der reine Stand-by-Verbrauch wurde beim aktuellen Modell hingegen auf rund acht Prozent pro Tag verringert. Dies zeigt deutlich, dass der Mehrverbrauch besonders vom neuen Display abhängig ist.

Ist der Akku komplett leer, benötigt dieser bei einem Netzteil mit fünf Volt und einem Ampere rund drei Stunden für den Wiedererhalt der vollständigen Ladung.

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