Online-Speicher : MEGA bekommt offenen Client für Linux

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Online-Speicher: MEGA bekommt offenen Client für Linux
Bild: MEGA

Heimlich, still und leise hat Kim Dotcoms Filesharing-Dienst MEGA einen Linux-Client zur Synchronisation zwischen Endgeräten und dem Cloud-Dienst veröffentlicht. Gleich für mehrere Distributionen liegen Pakete auf dem Download-Server des Unternehmens. Eine offizielle Ankündigung steht noch aus.

Wer bisher unter Linux per Client und nicht über eine Weboberfläche auf einen Online-Datenspeicher zugreifen wollte, der zudem ein möglichst großes Freivolumen mitbringt, hatte nicht allzu viele Möglichkeiten. Dropbox bietet zwar einen gut bedienbaren Client, jedoch nur zwei Gigabyte freies Inklusiv-Volumen. Google Drive bietet zwar 15 Gigabyte freien Speicherplatz, jedoch ist der mehrmals versprochene Client für die Linux-Umgebung immer noch nicht verfügbar. Alternativen wie etwa Grive gestalten sich je nach Distributionen kompliziert.

Mega Sync-Client Installation
Mega Sync-Client Installation (Bild: MEGA)
Mega Sync-Client mit Nautilus
Mega Sync-Client mit Nautilus (Bild: MEGA)

MEGA bietet jetzt mit 50 Gigabyte Freivolumen eine native Alternative für Distributionen wie Debian, Ubuntu, Arch Linux, Suse sowie Fedora und deren Derivate. Auf dem Server stehen Pakete für Debian 7, Fedora 19 und 20 sowie OpenSuse ab 12.2 und Xubuntu ab 12.04 zum Download bereit. Der MEGA-Sync-Client liegt in 32- und 64-Bit vor und erscheint in zwei Varianten. Er klinkt sich entweder in den Systemabschnitt der Bedienleiste ein oder integriert sich in den Dateimanager Nautilus. Obwohl das Programm mit dem Qt-Framework erstellt wurde, gibt es noch keinen Client für den entsprechenden KDE-Dateimanager Dolphin. Benutzer von Arch-Linux finden das Paket im AUR, Nutzer der KDE-Distribution KaOS werden im Anwender-Repository KCP fündig.

Mega Sync-Client Einstellungen
Mega Sync-Client Einstellungen (Bild: MEGA)
Mega Sync-Client Status
Mega Sync-Client Status (Bild: MEGA)

Die Funktionalität ist vergleichbar mit Konkurrenzprodukten wie Dropbox und anderen. So kann der Anwender sich zwischen einer kompletten oder teilweisen Ordner-basierten Synchronisation entscheiden. Bisher fehlt dem Programm allerdings eine Versionierung und die Auflösung von Datei-Konflikten. Bei der Installation trägt sich der Client in die Quellenliste der jeweiligen Distribution ein, ohne den Anwender darüber zu informieren. Unter Debian und darauf basierenden Distributionen gilt es nach der Installation mittels dpkg die Abhängigkeiten mit dem Befehl apt-get -f install zu installieren. Eine Installation mit dem grafischen Paketmanager Synaptic gelang im Kurztest nicht.