2/3 Sony Xperia Z3 (Compact) im Test : Big and little in Japan

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Software & Performance

Sony ist einer der weniger Hersteller, der es verstanden hat, das Android-Betriebssystem nicht bis zur Unkenntlichkeit zu verunstalten. Die schlichte und elegante Design-Philosophie der Smartphones setzt sich bei der Software fort, wo wenige Veränderungen dem System einen eigenen Sony-Look verpassen, dabei aber immer noch das Standard-Android erkennbar bleibt. Die Aufteilung der Einstellungen oder auch der Aufbau von Homescreens und App-Drawer ist mit Googles Lösung vergleichbar und sofort verständlich. Wer möchte, kann seine Apps alphabetisch, nach meist verwendet oder neu hinzugekommen sortieren. Außerdem gibt es eine Suche für Apps und mit „Sony Select“ eine Alternative zu Googles Play Store. Auch die Einstellungen hat Sony seit geraumer Zeit um eine Suche ergänzt, die bei Google erst mit Android L Einzug halten wird.

Obwohl Sony eigene Wallpapers und Icons verwendet, kommt das installierte Android 4.4.4 der Bedienung eines Nexus 5 mit unverändertem Android sehr nahe. Sony bietet deshalb zwar nicht so viele Spielereien wie etwa Samsung, kann aber mit einer deutlich einfacheren Bedienung punkten, die so nur Google und Motorola bieten. Als Besonderheit bietet die Z3-Serie die Möglichkeit, PlayStation-4-Spiele auf der Konsole zu berechnen und auf dem Smartphone auszugeben. Die Steuerung erfolgt über einen DualShock-Controller mit einer speziellen Halterung für das Telefon. Noch ist all dies allerdings Theorie, weil Sony Remote Play erst im November für die Z3-Serie anbieten wird. Schon jetzt beschäftigen sich aber Entwickler damit, Remote Play auch für andere Android-Smartphones verfügbar zu machen.

Das nicht aufgeblähte Android hat neben der einfachen Bedienung noch einen weiteren Vorteil: Es ist leichtfüßig und frei von Rucklern. Der Prozessor Snapdragon 801 kommt bei keinem der beiden Geräte ins Schwitzen und manövriert den Anwender mühelos durch das Betriebssystem. Ans Limit lässt sich der SoC nur mit aufwendigen Benchmarks treiben, im Alltag ist der Chip jeder Aufgabe gewachsen, egal, ob Webseiten, Spiele, Musik oder Videos. Dank drei (Z3) und zwei (Z3 Compact) Gigabyte Arbeitsspeicher gelingt auch das Arbeiten mit mehreren offenen Apps ohne Leistungseinbruch. Das größere der beiden Smartphones hat in dieser Disziplin einen leichten Vorteil, der sich zumindest derzeit aber noch nicht auf die Performance im Alltag auswirkt.

Kamera

Die Auflösung der rückseitigen Kamera hat sich bei Sony seit dem Xperia Z1 nicht verändert. Auch die aktuelle Generation setzt auf einen Sensor mit 20,7 Megapixel. Ab dem Xperia Z2 ist eine fälschlicherweise 4K genannte Video-Aufnahmefunktion hinzugekommen, die die UHD-Auflösung mit 3.840 × 2.160 Pixeln bei einer Bildwiederholfrequenz von 30 Bildern pro Sekunde nutzt. Im UHD-Modus warnt die Z3-Serie nun vor der Aufnahme, dass das Smartphone überhitzen könnte, anstatt wie beim Z2 schlagartig die Aufnahme abzubrechen. Mit rund zehn Minuten kann der UHD-Modus der Z3-Serie doppelt so lange wie noch auf dem Z2 genutzt werden, bevor es zur Überhitzung kommt.

20,7-Megapixel-Kamera mit UHD-Videomodus
20,7-Megapixel-Kamera mit UHD-Videomodus

Beide Z3 überzeugen mit einer insgesamt guten Qualität der Aufnahmen, Unterschiede zwischen dem Z3 und der Compact-Version konnten nicht festgestellt werden. Die im Bilderpool hinterlegten Fotos stammen von beiden Smartphones. Die Farbdarstellung ist im Vergleich zu Samsung blasser und wirkt leicht ausgewaschen, Sony gelingt es aber, die Motive realitätsgetreu einzufangen. Dabei ist allerdings etwas Geduld gefragt, so schnell wie die Flaggschiffe von Apple, HTC oder Samsung löst die Z3-Serie nicht aus, der Autofokus ist spürbar langsamer. Er liegt etwa auf dem Niveau vieler Nokia-Smartphones.

Gut gefällt, dass nach wie vor ein dedizierter Auslöser bei beiden Varianten verbaut ist. Dieser ist zweistufig und ermöglicht komfortableres Fotografieren als es über den Bildschirm möglich ist. An die Präzision eines Nokia Lumia 930 kommt Sony mit seiner dedizierten Lösung aber nicht heran.

Sony Xperia Z3 (Compact) im Test – Kamera

Störend ist außerdem, dass Sonys Smartphones die Bilder zu stark nachbearbeiten. Wie bei allen bisher getesteten Z-Smartphones zeigt auch die vierte Generation im Detail nur noch Pixelmatsch. Die mit bis zu 5.248 × 3.936 Pixeln sehr hohe Auflösung kann so nicht voll ausgeschöpft werden. Denn ab einer gewissen Zoomstufe sind deutliche Ausfransungen rund um Objekte erkennbar, die im Umkehrschluss das eigentliche Objekt nicht mehr erkennbar oder Schrift unlesbar machen.

UHD-Modus warnt vor Überhitzung
UHD-Modus warnt vor Überhitzung

Eine weitere Marotte der Z-Serie ist das Vergessen der Kamera-Einstellungen, wenn diese über den Lockscreen gestartet wird. Denn über die Verknüpfung startet die Kamera immer im „Überlegene Automatik“-Modus, der eine niedrigere Auflösung nutzt und alle Einstellungen selbst tätigt. Für schnelle Schnappschüsse in hoher Auflösung ist somit auch die Z3-Serie nicht geeignet. Das Smartphone muss immer erst entsperrt und anschließend die App gestartet werden.

Sony Xperia Z3 (Compact) im Test – Videokamera

Konnektivität

Der Bereich Konnektivität bleibt sowohl gegenüber dem Xperia Z2 als auch dem Xperia Z1 Compact unangetastet. Neben HSPA+ mit bis zu 42 Mbit/s und LTE mit bis zu 150 Mbit/s im Downstream sind beide Smartphones für WLAN bis zum ac-Standard sowie Wi-Fi Direct und Miracast gewappnet. Bluetooth 4.0 LE konnte ohne Komplikationen für die Kopplung mit einem Huawei-Headset sowie der Android-Wear-Uhr Gear Live von Samsung genutzt werden. Für die Kontaktaufnahme mit einem Nexus 5 kam NFC zum Einsatz, das zügig den Austausch von Bildern initialisierte. Schnell geschieht auch die Positionsfindung per A-GPS und GLONASS mit Google Maps.

Mit der Z3-Serie hat Sony den Wechsel vom Micro- zum Nano-SIM-Format vollzogen. ComputerBase hat beide Smartphones im Berliner Netz von O2 verwendet und kann den Telefonen zumindest im Stadtzentrum eine gute Empfangs- und Sprachqualität attestieren. Ausfälle waren bei der in Ballungsräumen zugegebenermaßen guten Netzabdeckung nicht feststellbar. Anrufe kommen klar verständlich an, die guten Stereo-Lautsprecher überzeugen aber auch bei Musik und Videos.

Laufzeiten

Nach dem Xperia Z2 und dem Xperia Z1 Compact können auch die beiden neuen Z3 in puncto Laufzeiten auf ganzer Linien überzeugen. Einzig die großen Phablets und teilweise auch die OLED-Konkurrenz von Samsung muss Sony ziehen lassen. Beide Z3 sind aber als 2-Tage-Smartphone geeignet. Zwei Tage mit einer Nacht dazwischen, also rund 40 Stunden, erreichten beide Telefone, ohne dass dabei besonders auf die Art und Weise der Verwendung geachtet werden musste. Mit durchgehendem Spielen lässt sich die Laufzeit beider Probanden naturgemäß massiv drücken, im Schnitt muss man sich aber keine Sorgen, wenn das Smartphone, sei es das Z3 oder Z3 Compact, vor dem zweiten Tag über Nacht nicht geladen wurde.

Fächer für microSD-Karte und Nano-SIM
Fächer für microSD-Karte und Nano-SIM
Fächer für microSD-Karte und Nano-SIM
Fächer für microSD-Karte und Nano-SIM

Auch in den Dauertests spiegelt sich das gute Abschneiden im Alltag wider. Mit Nennladungen von 3.100 und 2.600 mAh erreichen beide Smartphones im Mittel aus Video- und Browser-Dauertest Laufzeiten, mit denen sich Sony im oberen Drittel der Ranglisten platzieren kann. Zum Ende des Tests stehen in beiden Disziplinen jeweils rund siebeneinhalb Stunden auf der Stoppuhr.

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