Quartalszahlen : AMD steht erneut vor Stellenabbau

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Quartalszahlen: AMD steht erneut vor Stellenabbau

Nach dem überraschenden CEO-Wechsel in der letzten Woche wurden die Quartalszahlen von AMD an der Börse mit Spannung erwartet, denn in den letzten drei Monaten gab die Aktie um 42 Prozent nach und liegt auf dem tiefsten Stand des Jahres. Weitere Stellenstreichungen stehen bevor.

Die Erwartungen im Vorfeld von 1,48 Milliarden US-Dollar Umsatz und einem Gewinn von 4 Cent pro Aktie werden verfehlt. Der Umsatz lag im dritten Quartal 2014 bei nur 1,43 Milliarden US-Dollar – zwei Prozent niedriger als vor einem Jahr. Pro Aktie wird ein Gewinn von 3 Cent verbucht. Insgesamt liegen die Nettoeinnahmen bei 17 Millionen US-Dollar – im dritten Quartal 2013 lag der Gewinn noch bei 48 Millionen Dollar. Die vorherigen Quartale des Jahres 2014 waren wiederum mit roten Zahlen abgeschlossen worden.

Die Sparte „Computer and Graphics“, die AMDs einstiges Kerngeschäft mit CPUs beinhaltet, setzte in den vergangenen drei Monaten sechs Prozent weniger als im zweiten Quartal um. Als Gründe werden weniger Verkäufe bei CPUs und GPUs angeführt. Zudem seien die durchschnittlichen Verkaufspreise für Grafikchips gesunken.

Die Sparte „Enterprise, Embedded and Semi-Custom“, zu der unter anderem SoCs für Spielkonsolen gehören, konnte wiederum im Quartalsvergleich um sechs Prozent zulegen. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Umsatz sogar um 21 Prozent – Xbox One und PlayStation 4 mit AMDs Custom-SoCs waren zu dem Zeitpunkt noch nicht auf dem Markt. Das Geschäft mit Embedded-Lösungen konnte laut AMD im zweistelligen Prozentbereich zulegen. Die Bruttomarge für AMD-Produkte lag im vergangenen Quartal bei 35 Prozent. Der Schuldenstand steht bei 2,2 Milliarden US-Dollar.

Um das angeschlagene Halbleiterunternehmen wieder auf Kurs zu bringen, kündigt die frisch gebackene Firmenchefin einen weiteren Abbau der Angestellten an. Die weltweite Belegschaft soll um weitere sieben Prozent reduziert werden. 2013 waren noch rund 10.700 Mitarbeiter beschäftigt, die neue Entlassungswelle würde damit etwa 750 Stellen kosten.

While decisions that impact the size of our global team are never entered into lightly, this is the right step to ensure we prioritize our resources and engineering investments in our highest-priority opportunities that can drive improved profitability and long-term growth.

Dr. Lisa Su, CEO von AMD

Bereits 2011 hatte Rory Read, als Vorgänger von Lisa Su, die geplante Entlassung von 1.400 Mitarbeitern verkünden müssen. 2012 folgte die Ankündigung einer weiteren Reduzierung der Belegschaft um 15 Prozent.

Nach Börsenschluss in den USA gab die AMD-Aktie um weitere 2,5 Prozent (Stand 23.30 Uhr) nach.