2/5 Acer Aspire Switch 10 FHD im Test : In Nischen eine Alternative zum Notebook

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Design & Verarbeitung

Auf den ersten Blick vermag das elegante Aussehen des neuen Acer Aspire Switch 10 FHD durchaus zu überzeugen, beim zweiten Hinschauen offenbaren sich bereits die ersten Unstimmigkeiten: Die Rückseite sieht wie gebürstetes Aluminium aus, fühlt sich jedoch wie Kunststoff an, zudem weisen auch die Spaltmaße kleine Schwächen auf. Diese erscheinen zwar größtenteils gleichmäßig und gering, durch das Zusammenspiel verschiedener Formen und das Vermissen einer klaren einheitlichen Gestaltungslinie werden jedoch an einigen Stellen unterschiedliche Abstände deutlich sichtbar.

Besser sieht es beim umgebenen Kunststoffrahmen aus, welcher sich fast nahtlos an das Display schmiegt. Die schwarzen Seitenränder des Panels schmälern jedoch das äußere Erscheinungsbild: Zwar dürfte die Breite des Switch 10 FHD vor allem der Tastatur geschuldet sein, bei jeweils zwei Zentimetern Freiraum an den Seiten hätte Acer den Platz besser für einen größeren Bildschirm nutzen können. Die Verwindungssteife kann nicht gänzlich überzeugen, bereits mit geringem Kraftaufwand lässt sich das Tablet geringfügig verbiegen. Dies verdeutlichen auch die dabei entstehenden Druckpunkte im Display.

Ungleiche Spaltmaße beim Acer Aspire Switch 10 FHD
Ungleiche Spaltmaße beim Acer Aspire Switch 10 FHD
Viele Anschlussmöglichkeiten: Das Acer Aspire Switch 10 FHD
Viele Anschlussmöglichkeiten: Das Acer Aspire Switch 10 FHD
Stabile Bedienelemente beim Acer Aspire Switch 10 FHD
Stabile Bedienelemente beim Acer Aspire Switch 10 FHD

Die Bedienelemente am rechten Außenrand bestehen aus Ein- und Ausschalter, Lautstärkeregelung und Windows-Taste und sitzen fest im Gehäuse und und bieten gute Druckpunkte. Ebenfalls eine gute Verarbeitung kann sowohl dem Kopfhöreranschluss als auch den Anschlüssen und Einschüben für die microSD-Karte sowie Micro-USB, Micro-HDMI und Netzteil attestiert werden. Die sich unter dem Display positionierten und nach vorne abstrahlenden Lautsprecher vollbringen zwar keine Klangwunder, reichen für die normale Verwendung jedoch aus. In der Tastatur wurde zudem ein USB-2.0-Anschluss integriert, bei dem es aber etwas Kraftaufwand bedarf, um Geräte anzuschließen. Damit bietet das Aspire Switch 10 FHD eine Reihe von Anschlussmöglichkeiten, ein weiterer USB-Anschluss wäre dennoch von großem Vorteil gewesen. Angesichts der Preisklasse, in welcher das Convertible offeriert wird, befindet sich die Verarbeitungsqualität trotz kleinerer Ausrutscher in einem überzeugenden Rahmen.

Die Tablet-Einheit des Switch 10 FHD ist mit knapp über 550 Gramm kein Leichtgewicht, lässt sich aber dennoch gut in der Hand halten. Zusammen mit der Tastatur bringt die Kombination dagegen 1,17 Kilogramm auf die Waage und liegt damit fast im Bereich eines Surface Pro 3 von Microsoft und ist somit nur geringfügig leichter als gängige Netbooks.

Das Display lässt sich mit geringem Kraftaufwand von der Tastatur lösen und ohne diese verwenden. Beim Wiedereinsetzen sollten die verbauten Magnete nicht unterschätzt werden, welche ab einem gewissen Abstand das Tablet nahezu an die Tastatur reißen – wird hier nicht aufgepasst, kann das Tablet schnell eine der beiden Haken verpassen. Einmal vollführt, bilden beide Geräte jedoch eine sehr stabile Einheit. Wie von vielen Convertibles bereits gewohnt, kann das Tablet auch entgegengesetzt auf die Tastatur gesetzt werden, um den Unterbau rein als Ständer zu verwenden.

Tastatur des Acer Aspire Switch 10 FHD
Tastatur des Acer Aspire Switch 10 FHD
Das Display-Dock des Acer Aspire Switch 10 FHD
Das Display-Dock des Acer Aspire Switch 10 FHD
Tastatureinheit des Acer Aspire Switch 10 FHD
Tastatureinheit des Acer Aspire Switch 10 FHD

Beim täglichen Arbeiten mit dem Aspire Switch 10 FHD ist beim Betrachtungswinkel Vorsicht geboten: Durch die Hardware im Tablet wird das Konstrukt schnell kopflastig, ab einem Winkel von 125° droht das Aspire zu kippen – auch wenn diese Anordnung zu den gängigen Arbeitspositionen gehört. Generell ist eine Öffnung bis zu 140° möglich. Auch sonst glänzt das Convertible nicht unbedingt durch Stabilität, die vier unten angebrachten Gummipfropfen können die Tablet-Kombination aufgrund des fehlenden Gewichtes nicht vor Verrutschen schützen, zumal zwei nur Verwendung finden, wenn das Display geöffnet wird und das Gelenk die Standfüße ein wenig anhebt.

Bei den Dreingaben zeigt sich etwas Acer kniepig: Außer einem Ladegerät, einer Lizenz für Microsoft Office 365 Personal über ein Jahr, einem dünnen Staubschutz aus Stoff sowie einer Kurzanleitung findet sich kein weiteres Zubehör. Ein USB-Kabel gehört nicht zum Lieferumfang.

Display

Die Darstellungsqualität des durch Gorilla Glass 3 geschützten 10-Zoll-Displays mit einer Auflösung von 1.920 × 1.200 Bildpunkten im Formfaktor 16:10 gibt sich ordentlich. Die Blickwinkelstabilität ist gut, Farben werden warm dargestellt – mit höherpreisigen Tablets kann das Switch 10 FHD im direkten Vergleich jedoch nicht mithalten. Mit einer Helligkeit von 425 cd/m² eignet sich das Convertible zum Arbeiten außerhalb von geschlossenen Räumen, auch wenn Net- oder Notebooks mit mattem Display hier einen eindeutigen Vorteil genießen. Der Kontrast findet sich dabei mit 850:1 in einem eher unspektakulären Bereich wieder. An die Auflösung angepasste Programme vorausgesetzt, werden Schriften scharf dargestellt.

Im Gegensatz zu anderen gängigen Displays verfügt das IPS-Panel lediglich über einen fünffachen Multitouch, womit Gesten nur mit bis zu fünf Fingern, anstatt der sonst möglichen zehn umgesetzt werden. Über eine Stifteingabe verfügt das Aspire Switch 10 FHD nicht.

Das HD-Display des Acer Aspire Switch 10 FHD
Das HD-Display des Acer Aspire Switch 10 FHD

Die hohe Auflösung in Bezug auf die Display-Größe birgt je nach Programm Stolpersteine, denn nicht immer ist die verwendete Software unter Windows 8.1 optimal an die Display-Gegebenheiten angepasst. Dies zeigt sich unter anderem in einer schlechten Skalierung oder zu kleinen Menüschriften. Viele Programme bieten zwar mittlerweile die Möglichkeit, diese größer darzustellen, beim Beispiel von Photoshop CC zeigt sich jedoch deutlich, dass Entwickler dabei oft ins andere Extrem gleiten: Nach der Umstellung bleibt in der Grafik-Software von Adobe kaum Platz für die Darstellung des Bildes. An anderen Stellen bringt der Umstieg auf eine alternative Software eine gewisse Besserung, so kommt zum Beispiel die freie Büro-Suite LibreOffice mit dem hochauflösenden Display deutlich besser klar als das Pendant OpenOffice. Windows-Apps sind von den Darstellungsproblemen dagegen erwartungsgemäß nicht betroffen.

Nicht optimal gelöst sind hingegen die Optionen zur Energieeinsparung, welche oftmals für ein mehrfaches abruptes Ändern der Display-Helligkeit sorgen.

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