Breitbandausbau : Bund soll Anteile der Deutschen Telekom verkaufen

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Breitbandausbau: Bund soll Anteile der Deutschen Telekom verkaufen
Bild: brekoverband.de

Derzeit spielt die Bundesregierung mit der Idee, die Anteile des Bundes an der Deutschen Telekom teilweise oder vollständig abzugeben. Der Netzbetreiber-Verband Breko begrüßt diesen Ansatz und fordert, den Erlös in den Breitbandausbau zu investieren.

Nach Angaben des Breko könne der Verkauf von Anteilen der Deutschen Telekom insgesamt 18 Milliarden Euro in die Kassen des Bundes spülen. Dabei beruft sich der Verband auf eine Kurzstudie des Telekommunikationsexperten Prof. Torsten J. Gerpott. „Mit dieser Milliardensumme lassen sich schnelle Glasfaseranschlüsse auch in besonders ländlichen Gebieten in großer Anzahl realisieren“, erklärt Breko-Präsident Ralf Kleint. Das betreffe vor allem ländliche Regionen, die dünn besiedelt und bislang unterversorgt sind. Aufgrund dieser Voraussetzungen wäre der Breitbandausbau ohne staatliche Unterstützung nicht wirtschaftlich realisierbar.

Dass der Bund die Anteile an der Deutschen Telekom abgibt, fordern konkurrierende Netzbetreiber ohnehin seit geraumer Zeit. Es sei „problematisch, wenn der Bund auf der einen Seite die Wettbewerbsspielregeln setzt, auf der anderen Seite aber gleichzeitig als Mehrheitsaktionär auf die Dividende des größten Players auf dem Markt angewiesen ist“, heißt es in der Mitteilung des Breko. Erst vor kurzem kritisierten die Verbände der alternativen Netzbetreiber, dass etwa die Regulierungsvorschläge von Günther Oettinger, EU-Kommissar für digitale Wirtschaft, in erster Linie die Forderungen von Branchengrößen aufgreifen.

Aktuell hält der Bund noch 31,7 Prozent der Anteile der Deutschen Telekom – 14,26 Prozent davon direkt und 17,44 Prozent über die staatliche KfW-Bank. Dass der Verkauf von Telekom-Anteilen von der Bundesregierung in Erwägung gezogen wird, hatte zunächst das Handelsblatt berichtet. Weitere Privatisierungsschritte würden bei der Deutschen Telekom derzeit „sorgfältig geprüft“ werden, zitiert das Handelsblatt aus einem Beteiligungsbericht des Bundes, den das Kabinett heute verabschieden will.