4/5 Call of Duty: Advanced Warfare im Test : Der Multiplayer holt es wieder raus

, 145 Kommentare

Rettender Multiplayer

So richtig zum Tragen kommen die neuen spielerischen Möglichkeiten aber erst im Multiplayer, der natürlich auch dieses Mal wieder das Herz von „Call of Duty“ darstellt. Denn erst wenn man gegen menschliche Spieler auf Möglichkeiten wie den Doppelsprung zurückgreift, wird deutlich, wie weitreichend die für sich genommen kleinen Eingriffe doch sind.

Was nämlich für die Kampagne ein Stück weit gilt, gilt für den Multiplayer im vollen Umfang: Das Gameplay ist jetzt noch rasanter und sowohl horizontal als auch vertikal (Stichwort Doppelsprung) flexibel und variantenreich, die Spieler noch beweglicher. Ein Beispiel: Wir strafen nach links aus dem Sperrfeuer, erklimmen erst einen Balkon, dann das Dach und können von dort unsere zu stationär agierenden Häscher direkt auf's Korn nehmen. In solchen Momenten wird deutlich, dass allein die neuen Möglichkeiten bei der Bewegung auch und gerade strategische Auswirkungen haben, wobei man auch sagen muss: Neu ist der Ansatz – Stichwort „Crysis“ und vor allem „Titanfall“ – nicht.

Call of Duty: Advanced Warfare Multiplayer

Zu diesen grundsätzlicheren Veränderungen gesellen sich die üblichen Detailanpassungen. Es gibt neue Waffen, Ausrüstung und mit dem Exoskelett zusammenhängende Vorteile. Letztere sind hier nicht nur weitreichender sondern auch variabler als in der Kampagne: Endlich können wir unser Exoskelett nach Belieben mit den Vorteilen versehen, die uns spielerisch am meisten zusagen. Insgesamt stehen dazu 13 Slots zur Verfügung, die nach Belieben befüllt werden können. Eine umfassende Anpassung an unterschiedliche Maps und Spielsituationen ist also auch dieses Mal wieder maximal möglich.

Ein echtes Novum ist, dass Teile der Ausrüstung aber insbesondere auch optische Anpassungen Stück für Stück erbeutet werden können. Das motiviert nicht nur die Jagd nach „Loot“, sondern sorgt auch für mehr Individualisierung, da so nicht nur eigene Waffen mitgeführt, sondern auch optische Details wie die Panzerung angepasst werden können.

All das können die Spieler in den üblichen Modi ausprobieren. Dabei sind allerdings auch die frischer wirkenden nicht so richtig neu. Da ist etwa die Domination-Variante „Momentum“, in der es in extrem hohem Tempo darum geht, aus zwei insgesamt fünf gehaltene Punkte zu machen. Und auch das CoD-Ballspiel „Uplink“, bei dem der Ballführende nicht feuern kann und die Kugel ins gegnerische Tor befördern muss, ist im Ansatz aus „Ghost“ bekannt. Darüber hinaus steht auch wieder ein Koop-Modus bereit, in dem sich bis zu vier Spieler immer neuen Gegnerwellen stellen können – bei den Modi haben die Entwickler das Rad also nicht neu erfunden.

Auffällig ist schließlich aber, dass die Größe der zum Start 13 neuen Karten merklich abgenommen hat. Nach einem kurzen Ausflug im vergangenen Jahr zu etwas größeren Arealen sind die Maps von „Advanced Warfare“ bewusst klein und eher übersichtlich gehalten. Uns persönlich sagt ein solches Konzept nicht zu; der Effekt aber ist eindeutig: Auch aus diesem Grund fallen die Runden actionreicher und rasanter aus.

Solide Technik

Technisch macht „Advanced Warfare“ über weite Strecken eine passable Figur. Dabei macht sich bemerkbar, dass die Engine für diesen Teil überarbeitet wurde. Allerdings blieben die Entwickler immer im Ungefähren, wenn es um das konkrete Ausmaß der Weiterentwicklung ging. Vielleicht ist mit einer nicht so umfassenden Überarbeitung zu erklären, dass auf manchen schicken Abschnitt weniger tolle Folgen – durchgängig gefällt Advanced Warfare jedenfalls nicht.

Die im Vergleich zum Vorgänger nur moderat nach oben korrigierten Hardware-Anforderungen sollten aber in jedem Fall erfüllt werden, wenn der Titel in ganzer Pracht genossen werden soll. Auf unserem Testsystem variierten die Bilderraten auf hohen Details in einer Auflösung von 1.920 × 1.080 massiv zwischen fast unspielbaren 25 und 60 (VSync aktiviert).

Detaillierte Benchmarks und einen Vergleich der Kantenglättung liefert unser Test von 13 Grafikkarten in CoD: Advanced Warfare, der offenbart, dass ein gefühlt flüssiges Spielen eine Bildwiederholrate von 40 bis 50 FPS erfordert und für Advanced Warfare in 1.920 × 1.080 bei maximalen Details deshalb idealerweise mindestens eine GeForce GTX 760 beziehungsweise eine Radeon R9 270X nötig ist. Für 2.560 × 1.600 sollte es eine GeForce GTX 770 oder eine Radeon R9 280X sein und für „4K“ eine GeForce GTX 970, GeForce GTX 980, Radeon R9 290 oder Radeon R9 290X.

Auch die Sound- und Sprachumsetzung verdient sich überwiegend ein Lob. Die Musik passt mit dramatischen Klängen und auch die Hauptsprecher – allen voran Spaceys deutsche Original-Stimme – sind gut besetzt. Schade ist einzig, dass die Sprecher in den cineastischen, sehr echt wirkenden Zwischensequenzen sehr häufig asynchron sind.

Kopier- & Jugendschutz

„Call of Duty: Advanced Warfare“ funktioniert über Steam, sodass der Key über die Valve-Plattform aktiviert werden muss. Dazu ist einmalig eine Internetverbindung nötig; ein Wiederverkauf ist durch die Bindung an das Steam-Konto nicht möglich.

Von der USK hat Call of Duty: Advanced Warfare keine Freigabe erhalten und ist somit „ab 18 Jahren“ erhältlich.

Auf der nächsten Seite: Fazit