2/3 Android One : So will Google fünf Milliarden Nutzer erreichen

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Karbonn Sparkle V

Der Halbleiterhersteller MediaTek hat ComputerBase mit dem Karbonn Sparkle V eines der drei aktuell erhältlichen Android-One-Smartphones zur Verfügung gestellt, um einen besseren Eindruck von der Plattform gewinnen zu können. Das Smartphone wird über den indischen Online-Shop Snapdeal, der allerdings nicht nach Deutschland liefert, angeboten und kostet dort regulär 6.990 Indische Rupien, was umgerechnet rund 90 Euro entspricht. Weil es derzeit 15 Prozent günstiger angeboten wird, liegt der aktuelle Marktpreis bei 77 Euro. Mit dem regulären Preis spielt das Karbonn Sparkle V fast in einer Liga mit dem Motorola Moto E, das im Preisvergleich aktuell für 95 Euro gelistet ist.

Android One läuft mit unverändertem Betriebssystem
Android One läuft mit unverändertem Betriebssystem

Auf dem Sparkle V läuft eine unangetastete Version von Android 4.4.4 KitKat, die das Smartphone trotz vergleichsweise schwacher Hardware nicht zu einer Performance-Krücke macht. Das UI lässt sich für diese Preisklasse erstaunlich flüssig bedienen, Apps starten vergleichsweise schnell und Spiele wie „Angry Birds Go!“, „Granny Smith“ oder „Plants vs. Zombies 2“ laufen trotz schwacher GPU auch mit vielen Gegnern ohne spürbare Einschränkungen. Für Antrieb sorgt der MediaTek-Prozessor MT6582, der in 28 nm gefertigt wird und vier Cortex-A7-CPU-Kerne von ARM mit bis zu 1,3 GHz sowie die ebenfalls von ARM stammende Mali-400-MP2-GPU mit einem Maximaltakt von 500 MHz bietet. Der Arbeitsspeicher ist 1 GB groß, während der interne Speicher für das Betriebssystem und Apps 4 GB groß ist, wovon knapp über 2 GB für den Nutzer frei bleiben. Speicherkarten dürfen maximal 32 GB groß sein und dienen als Speicher für Fotos, Video, Musik sowie andere persönliche Daten. Apps werden immer auf dem internen Speicher installiert, was diesen schnell voll werden lässt.

Karbonn Sparkle V Micromax Canvas A1 Spice Dream Uno Motorola Moto E
Software:
(bei Erscheinen)
Android 4.4
Display: 4,50 Zoll
480 × 854, 218 ppi
IPS
4,30 Zoll
540 × 960, 256 ppi
LCD, Gorilla Glass 3
Bedienung: Touch Touch
Status-LED
SoC: MediaTek MT6582
4 × Cortex-A7, 1,30 GHz
28 nm, 32-Bit
Qualcomm Snapdragon 200
2 × Cortex-A7, 1,20 GHz
28 nm, 32-Bit
GPU: Mali-400 MP2
500 MHz
Adreno 302
400 MHz
RAM: 1.024 MB
LPDDR3
1.024 MB
LPDDR2
Speicher: 4 GB (+microSD)
Kamera: 5,0 MP, 1080p
LED, AF
5,0 MP, 480p
Sekundär-Kamera: Nein
Frontkamera: 2,0 MP, 720p
AF
Nein
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+ HSPA+
↓21,6 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Nein
WLAN: 802.11 b/g/n
Wi-Fi Direct, Miracast
802.11 b/g
Wi-Fi Direct, Miracast
802.11 b/g/n
Wi-Fi Direct, Miracast
802.11 b/g/n
Bluetooth: 4.0 Low Energy
Ortung: A-GPS A-GPS, GLONASS
Weitere Standards: Micro-USB 2.0 Micro-USB 2.0, MHL
SIM-Karte: Micro-SIM, Dual-SIM
Micro-SIM
Variante
Micro-SIM, Dual-SIM
Akku: 1.700 mAh
austauschbar
1.980 mAh
fest verbaut
Größe (B×H×T): 66,0 × 133,0 × 10,40 mm 67,0 × 132,0 × 9,00 mm 67,0 × 133,0 × 9,20 mm 64,8 × 124,8 × 12,30 mm
Schutzart:
Gewicht: 138 g 136 g 138 g 142 g
Preis: 75 € 85 € 81 € ab 75 € / –
Karbonn Sparkle V
Karbonn Sparkle V
Karbonn Sparkle V
Karbonn Sparkle V

Die bei allen drei Android-One-Geräten gleiche Hardware verpackt Karbonn in einem einfachen Kunststoffgehäuse, das zwar sehr zweckgebunden gestaltet wurde, aber keinen Anlass für scharfe Kritik gibt. Die matte Soft-Touch-Rückseite zieht Fingerabdrücke – vergleichbar mit dem Google Nexus 5 – magisch an, sorgt aber auch dafür, dass das Smartphone gut in der Hand liegt. Eine Kerbe an der Unterseite ermöglicht das schnelle Abnehmen der Schale, was den Zugang zu Akku, zwei SIM-Karten und SD-Schacht erlaubt. Der Akku fasst 1.700 mAh und reichte im Test für die versprochene Laufzeit von einem bis anderthalb Tagen bei moderater Nutzung. Im Browser- und Video-Dauertest schlägt sich das Sparkle V mit sechs und sieben Stunden leicht überdurchschnittlich gut.

Austauschbarer Akku, Dual-SIM und microSD
Austauschbarer Akku, Dual-SIM und microSD
Austauschbarer Akku, Dual-SIM und microSD
Austauschbarer Akku, Dual-SIM und microSD

Trotz des niedrigen Preises ist im Karbonn Sparkle V ein 4,5 Zoll großes IPS-Display verbaut. Die Auflösung kommt mit 480 × 854 Bildpunkten nicht an das Niveau des Motorola Moto E heran, das auf kleineren 4,3 Zoll 540 × 960 Pixel bietet und somit auch die höhere Pixeldichte erreicht. Alles andere als durchschnittlich ist die maximal mögliche Helligkeit des Displays: Rund 500 cd/m² sorgen auch bei Sonnenschein für eine ausreichend gute Ablesbarkeit des Bildschirms. Der Kontrast fällt mit 713:1 erneut nur unterdurchschnittlich aus, die allgemeine Darstellungsqualität ist aber über weite Bereiche gut. Farben werden kräftig, aber nicht übersättigt angezeigt, der Weißpunkt fällt mit einer Farbtemperatur von 8.500 K jedoch sehr kühl und somit bläulich aus.

IPS-Display mit 480 × 854 Bildpunkten auf 4,5 Zoll
IPS-Display mit 480 × 854 Bildpunkten auf 4,5 Zoll
IPS-Display mit 480 × 854 Bildpunkten auf 4,5 Zoll
IPS-Display mit 480 × 854 Bildpunkten auf 4,5 Zoll

Das Karbonn Sparkle V hinterlässt für umgerechnet 77 Euro einen guten Eindruck. Mit Blick auf die Hardware reiht es sich etwa auf Niveau des Motorola Moto E ein, das hierzulande etwas teurer ist. Die CPU des Sparkle V arbeitet etwas schneller, bei der GPU hat wiederum das Moto E leicht die Nase vorne, Spielen lässt sich auf dem Sparkle V aber trotzdem. Beide Geräte geben sich nicht viel und schneiden deshalb in puncto Hardware ungefähr gleich gut ab. Einen wirklichen Software-Vorteil hat das Sparkle V ebenfalls nicht. Das Betriebssystem ist zwar unverändert und Updates kommen direkt von Google, bei Motorola ist das aber sehr ähnlich. Die Moto-Smartphones werden mit minimal angepasstem Android ausgeliefert und erhalten in der Regel schneller Googles neue Software als es bei anderen Herstellern der Fall ist. Gibt es also überhaupt einen großen Vorteil, der für Android One spricht?

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