11/13 PC-Netzteile im Test : Sieben Modelle von 1.000 bis 1.500 Watt im Vergleich

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Fazit

Der erste umfangreiche Test mit Netzteilen des Leistungsbereichs über 1.000 Watt richtet sich hauptsächlich an SLI- und CrossFire-Nutzer, ambitionierte Übertakter und Technik-Enthusiasten. Dem nachfolgenden Überblick über die Resultate schließen sich detaillierte Einzelkritiken der Testkandidaten an.

Zusammenfassung

Spannungswandler mit mehr als 1.000 Watt in Standardsysteme mit etwa 400 Watt Spitzenleistung zu packen, ergibt wenig Sinn: Unterhalb von 10 Prozent Auslastung fällt der Wirkungsgrad rapide ab, bei 25 Watt werden nur noch 55 bis 60 Prozent erreicht.

Auch Silent-Liebhaber profitieren nicht von massiv überdimensionierten Netzteilen: Wer sich für eine der Silent-Empfehlungen be quiet! Dark Power Pro 550 Watt, Straight Power 10 500 Watt, Enermax Platimax 500 Watt oder das komplett lüfterlose Sea Sonic Platinum Fanless entscheidet, erhält bei identischer Last ein geringeres Betriebsgeräusch – und vom angesetzten Budget bleibt noch Geld über.

Sieben mal ausreichend Leistung für Extrem-Systeme
Sieben mal ausreichend Leistung für Extrem-Systeme

Wer hingegen tatsächlich mehr Leistung benötigt, hat ab 1.000 Watt Dauerleistung einige interessante Optionen. Ausreichend Anschlüsse für mehrere Grafikkarten und unabhängige Spannungsregulation sind selbstverständlich, die Hauptunterschiede liegen beim Wirkungsgrad, der Lautstärke und der verwendeten Elektronik.

Ein höherer Wirkungsgrad lohnt sich bei hoher Nennleistung besonders: Die absoluten Einsparungen durch die gestiegene Effizienz hängen proportional von der Gesamt-Leistungsaufnahme ab. Zudem sind sparsamere Netzteile in der oberen Leistungsklasse tendenziell einfacher, das heißt mit weniger prozentualen Mehrkosten zu konstruieren. 80Plus-Platin ist daher inzwischen gewissermaßen der Standard ab 1 Kilowatt Nennleistung. Mit dem Corsair AX1500i steht bereits das erste 80Plus-Titanium-Netzteil mit bis zu 94 Prozent Effizienz im Händlerregal.

Während das Enermax Platimax Platin verfehlt, ist das be quiet! Dark Power Pro auch offiziell als 80Plus-Gold eingestuft. Das be quiet! Power Zone ist zwar offiziell als „Bronze“ eingestuft, sollte aber keineswegs stellvertretend für alle Netzteile dieser Effizienzstufe gesehen werden: Die verwendete Schaltung mit Active Clamp und Synchrongleichrichtung kommt üblicherweise in Gold-Netzteilen zum Einsatz und profitiert in außergewöhnlichem Maße vom Wechsel auf 230 Volt. Das Power Zone liegt bezüglich der Effizienz daher nur knapp hinter den Gold-Probanden und erreicht Silber-Niveau.

Bei der Lautstärke zeigt sich, dass die Kugellager-Lüfter von Antec, Enermax, Sea Sonic und Super Flower nicht ohne Nebengeräusche arbeiten. Sea Sonic und Super Flower lösen diese Problematik durch die semipassive Lüftersteuerung. Be quiet! und Corsair setzen stattdessen auf hochwertige FDB-Lüfter. Bei der Absicherung zeigt sich, dass nur Antec High Current Platinum, be quiet! Dark Power Pro, Corsair AX1500i und Enermax Platimax auf die sicherere Multi-Rail-Technik setzen. Obwohl man die Vorteile getrennt gesicherter +12-Volt-Schienen nicht überschätzen sollte, werden besonders kritische Anwender im deutschsprachigen Raum derartige Netzteile bevorzugen.

Schlussendlich setzt Corsair im High-End-Markt mit dem Professional Series Titanium AX1500i derzeit den Maßstab, an dem Netzteile der Luxusklasse zukünftig gemessen werden. Mit derzeit rund 370 Euro gilt das allerdings auch für den Preis. Super Flower bietet mängelfreie 1.000 Watt in 80Plus-Platin schon für unter 190 Euro und setzt damit klar auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Letzteres stimmt auch beim Antec High Current Platinum, auch wenn es mit Platin bei Volllast knapp wird und der Kugellager-Lüfter nicht ohne Nebengeräusche arbeitet. Sea Sonics Platinum Series absolviert alle Messungen ohne Patzer, ist bei Volllast aber störend laut. Be quiet! Dark Power Pro profitieren von der Ausstattung, können aber bezüglich des Wirkungsgrads nicht mehr mit der Spitzengruppe mithalten. Das Enermax Platimax scheitert mit zwei Testmustern an 80Plus-Platin, zudem ist die Lautstärke durchwegs zu hoch.

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