Kritik an Ubisoft : Künftig mehr Informationen für Kunden

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Kritik an Ubisoft: Künftig mehr Informationen für Kunden
Bild: The Conmunity - Pop Culture Geek (CC BY 2.0)

In den letzten Tagen hat Ubisoft durch ein ungewöhnliches Embargo Schlagzeilen geschrieben: Testberichte zu Assassin's Creed: Unity sollten nach dem Willen des Publisher erst zwölf Stunden nach dem Erscheinen des Spiels veröffentlicht werden. Nun reagiert das Unternehmen auf die in der Zwischenzeit aufgekommene Kritik.

Dass Publisher speziell beim frühzeitigem Ausliefern von Musterexemplaren Embargos verschiedener Art vorsehen ist an und für sich nichts ungewöhnliches. Kritisch wird es in der Regel, wenn Berichterstattung erst nach dem Erscheinen des Spiels veröffentlicht werden soll. Dieser Fall brachte Ubisoft herbe Kritik ein, denn Assassin's Creed: Unity erhält zwar prinzipiell positive Rezensionen, wird aber für zahlreiche und mitunter schwerwiegende Programmfehler, die der Publisher zusammen mit Workarounds in den eigenen Foren sammelt, und durchwachsene Bildwiederholraten kritisiert. Konkret wird dem Publisher immer wieder vorgeworfen, er habe potentielle Kunden möglichst lange im Dunkeln über Qualität und Zustand des Spiels lassen wollen, um den Absatz des Actionspiels nicht zu gefährden. Traditionell sind für den kommerziellen Erfolg eines Spiels gerade die Absatzzahlen der ersten Verkaufstage besonders wichtig.

Im einem Interview mit dem britischen BBC kündigte eine Sprecherin des Unternehmens an, dass die Embargo-Politik aus diesem Grund überarbeitet wird. Man wolle „Dienste und Kommunikation mit dem Kunden“ anpassen sowohl hinsichtlich der Zusammenarbeit mit Testern als auch durch das Angebot von offenen Beta-Tests und frühzeitigem Zugang zu neuen Spielen, „sodass Kunden die Informationen haben, die sie brauchen und wollen“, so Ubisoft. Grund für das Embargo sei jedoch keine kundenfeindliche Politik gewesen, vielmehr verändere sich sowohl die Struktur von Spielen als auch die Art, wie neue Titel getestet würden. Dies liege in den „signifikaten Online-Komponenten“ aktueller Titel begründet – eine Entwicklung, die der Publisher unter Verweis auf den Mehrwert für ehrliche Käufer als eine Form besseres DRM vorangetrieben hat.

Aufgrund dieser veränderten Rahmenbedingungen könne ein Spiel nur dann vernünftig bewertet werden, wenn die „Online-Elemente verfügbar und die Welten bevölkert“ sind, argumentiert Ubisoft. Vor dem Verkaufsstart sei dies aber „unglaublich kompliziert“ umzusetzen. Deshalb würde Berichterstattung über das fertige Produkt zunehmend dichter an den Verkaufsstart rücken oder sogar erst nach dem Erscheinen eines Spiels im Handel veröffentlicht. Implizit deutet Ubisoft damit an, lediglich die Qualität der Berichterstattung im Auge gehabt zu haben.

Verdacht bei Spielern erregen solche Embargos dennoch, denn unabhängig der Intentionen stehen Käufer durch eine solche Politik potentiell schlecht dar. In diesem Fall konnten sich Fans vorab nicht über die auch im Einzelspieler-Teil des Assassinen-Spiels auftauchenden Programmfehler informieren. Benachteiligt werden können Käufer allerdings auch dann, wenn ein Embargo vor dem eigentlichen Verkaufsstart fällt: In ersten Berichten zu Driveclub oder auch zu Halo: The Master Chief Collection fanden die nach Veröffentlichung zu Tage getretenen Serverprobleme keine Erwähnung – durch die geringe Anzahl an Spielern liefen die Online-Funktionen zuvor noch fehlerfrei.