Gewalt gegen Frauen : Australische Händler nehmen GTA V vom Markt

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Gewalt gegen Frauen: Australische Händler nehmen GTA V vom Markt
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Die australische Einzelhändler Target und Kmart beugen sich einer Petition mit knapp 50.000 Unterschriften und verhängen ein Verkaufsstopp für GTA V. Die Initiatoren der Aktion werfen dem Spiel vor, Gewalt gegen Frauen zu verherrlichen.

Die Unterschriftenaktion trägt die Überschrift „Entfernt Grand Theft Auto V – dieses widerwärtige Spiel ermutigt die Spieler, sexuelle Gewalt auszuüben und Frauen zu töten“. Der Vorwurf: Spieler würden Gesundheitspunkte dafür kriegen, gewalttätig gegen Frauen vorzugehen. GTA V verbreite die Idee, dass bestimmte Frauen als Gegenstand von männlicher Gewalt herhalten müssten.

Aus diesem Grund müsse Target das Spiel umgehend aus den Regalen entfallen, statt es offensiv im Weihnachtsgeschäft zu bewerben. Target ist dieser Aufforderung mittlerweile nachgekommen: „Wir haben in den vergangenen Tagen mit vielen Kunden über das Spiel gesprochen und viele haben sich besorgt gezeigt“, sagte Target-Manager Jim Cooper gegenüber Kotaku zur Begründung.

Zwar habe es auch Rückmeldungen gegeben, die sich für einen Weiterverkauf aussprachen. Bei der Entscheidung, GTA V nicht mehr zu verkaufen, folge man aber der Mehrheit der Kunden, so Cooper. Eine Ausweitung des Verkaufsstopps auf weitere für Erwachsene freigegebene Spiele schließt er allerdings aus: „Zwar beinhalten viele Produkte Darstellungen, die einige unserer Kunden anstößig finden. In den meisten Fällen glauben wir aber, dass es sich um Produkte handelt, die für den Verkauf an Erwachsene angemessen sind.“

Auch die Kette Kmart ist dem Aufruf der Petition mittlerweile gefolgt und hat den Vertrieb des Spiels in den Läden der Kette eingestellt, berichtet Kotaku.

Bei den Initiatoren der Unterschriftenaktion handelt es sich um drei Frauen, die selbst sexuelle Gewalt erfahren haben. „Wir haben mit dieser Art der sexuellen Gewalt Erfahrungen aus erster Hand“, schreiben die drei. Die Darstellung, wonach Frauen es verdienten, von Männern sexuell ausgenutzt und potentiell ermordet zu werden, sei widerwärtig und verursache „großen Schmerz“.

Zuvor hatte bereits Neuseelands Warenhauskette NZ Warehouse Group GTA V auf Druck von Aktivisten aus dem Verkauf genommen. Auslöser von Beschwerden war in diesem Fall explizit die Einführung des neuen First-Person-Modus: GTA sei zwar schon immer ein zu tiefst frauenfeindliches, hyper-männliches Spiel gewesen, dass Frauen auf Stripperinen und Prostituierte reduziere, zitiert Kotaku eine der neuseeländischen Initiatorinnen. „Der neue First-Person-Modus erhöht diese Spielerfahrung aber noch einmal drastisch.“