4/4 Google Nexus 6 im Test : Smartphone-Dickschiff mit Schlauchboot-Laufzeit

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Fazit

Das Nexus 6 ist viel größer als das Nexus 5 und kostet mindestens 250 Euro mehr. Mehr macht ein Smartphone aber nicht zwangsläufig besser. Weil Smartphones immer weniger fürs Telefonieren und immer mehr für Multimedia und Spiele verwendet werden, geht das Konzept aber teilweise auf. Der sehr große und hochauflösende Bildschirm gefällt und stellt Inhalte sehr sauber dar. Trotzdem ist der Größensprung um ein ganzes Zoll nicht ohne Tadel hinzunehmen.

Im Alltag ist die Diagonale eher hinderlich als hilfreich, und im Gegensatz zu Apple bietet Google keine kleine Alternative mit gleichwertiger Technik. Das Nexus 5 läuft aus und ist stetig schlechter verfügbar. Obwohl das Nexus 6 insgesamt besser ausgestattet ist, hat das Nexus 5 das deutlich hellere Display, das auch unter freiem Himmel noch gut ablesbar ist. In Verbindung mit dem Ambient-Display, das einen schnellen Blick auf Benachrichtigungen erlaubt, ergibt der Griff zum AMOLED Sinn, mit Blick auf die vielen hellen Flächen in Android 5.0 aber nicht. Denn ein AMOLED-Display kann insbesondere bei vielen schwarzen Flächen den Energieverbrauch senken – so wie es beim alten Holodesign der Fall war.

Das Nexus 6 vor allem größer als das Nexus 5, aber nicht durchweg besser
Das Nexus 6 vor allem größer als das Nexus 5, aber nicht durchweg besser

Die Laufzeiten des Nexus 6 dürften aber dennoch nicht so schlecht ausfallen, wie es tagtäglich erlebt wurde. Der riesige 3.220-mAh-Akku lässt rekordverdächtige Laufzeiten vermuten, schafft es aber gerade einmal, das Nexus 6 bis zum Abend zu versorgen. In den Akku-Benchmarks ist das Nexus 6 zwar noch durchschnittlich gut aufgestellt, im Alltag ist aber spätestens um 23 Uhr Schluss mit dem Vergnügen. Während das in etwa gleich große iPhone 6 Plus ein wahrer Messebegleiter ist und problemlos über zwei volle Tage hinweg genutzt werden kann, geht dem Nexus 6 schon vor Ablauf des Tages die Luft aus. An die Größe des Nexus 6 kann man sich gewöhnen und diese sogar schätzen lernen, die schlechte Laufzeit ist hingegen nicht hinnehmbar und stark einschränkend.

Da hilft es auch wenig, dass das Nexus 6 ein sehr schnelles Smartphone ist und in absehbarer Zeit immer schnell mit der aktuellen Android-Version versorgt werden wird. Zudem punktet das Nexus 6 mit durchweg hochwertigen Materialien, die gut, wenngleich nicht perfekt verarbeitet sind und für eine hohe Stabilität sorgen. Auch die Kamera ist im Vergleich zum Nexus 5 durchweg besser geworden.

Das Nexus 6 hat viele Seiten, die gefallen und es trotz der gigantischen Größe zu einem attraktiven Smartphone machen. Über die kurzen Laufzeiten hätte man bei einem 350-Euro-Nexus eventuell noch hinwegsehen können, in der 600-Euro-Liga ist dies aber nicht länger möglich. Das Nexus 6 ist deshalb zwar viel teurer und viel größer, aber nicht viel besser und manchmal sogar schlechter. Der Aufpreis von mindestens 250 Euro gegenüber dem Nexus 5 verpufft teils ungenutzt im Smartphone-Nirwana.

Google Nexus 6 (32 GB)
Produktgruppe Smartphones, 26.01.2015
  • Display+
  • Leistung Produktiv++
  • Leistung Unterhaltung++
  • Laufzeit
  • Verarbeitung+
  • sehr hohe Leistung im Alltag
  • aktuelles Android mit schnellen Updates
  • sehr hohe Display-Auflösung
  • Ambient Display für schnellen Blick auf Benachrichtigungen und Uhrzeit
  • Materialwahl dem Nexus 5 überlegen
  • gute Verarbeitung, stabil, aber nicht perfekt
  • Kamera durchweg besser geworden
  • Stereo-Lautsprecher
  • Laufzeit enttäuscht im Alltag
  • Display-Helligkeit unzureichend
  • Speicher nicht erweiterbar
  • Akku fest verbaut

Verfügbarkeit

Nach gewissen Anlaufschwierigkeiten im November und Dezember 2014 ist das Google Nexus 6 mittlerweile gut über Google Play und den Einzelhandel verfügbar. Google bietet das Smartphone in den Farben Midnight Blue und Cloud White in Speichervarianten von 32 und 64 Gigabyte an. Im Play Store liegen die Preise bei 649 (32 GB) und 699 Euro (64 GB), während im Online- und Einzelhandel unabhängig von Farbe und Speicherausbau jeweils rund 50 Euro weniger verlangt werden.

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