4/5 Samsung Portable SSD T1 im Test : 3D-NAND als Scheckkarte für die Hosentasche

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Tests

Testbeschreibung

Da die Samsung Portable SSD T1 als externes Laufwerk vornehmlich für den mobilen Datentransfer geschaffen wurde, setzt ComputerBase an dieser Stelle nicht auf den herkömmlichen SSD-Testparcours, dessen Fokus auf der Nutzung als (internes) Systemlaufwerk liegt.

Stattdessen liegt der Schwerpunkt auf Dateitransfers im praktischen Einsatz mit „echten“ Dateien. Zusätzlich dienen die Benchmarks AS SSD Benchmark 1.7.4739.38088 und CrystalDiskMark 3.0.3b zur Leistungsermittlung.

Das Testsystem blieb bis auf ein Detail unverändert: Statt der Intel SSD 520 wurde Plextors PCI-Express-SSD M6e Black Edition mit 256 GB als Systemlaufwerk eingesetzt. Dieses erzielt Transferraten von über 700 MB/s lesend und 500 MB/s schreibend und bietet somit genügend Leistung, um die USB-3.0-SSD nicht auszubremsen.

  • Lesetest: Dateitransfer von Samsung Portable T1 (USB 3.0) zu Plextor M6e BE (PCIe)
  • Schreibtest: Dateitransfer von Plextor M6e BE (PCIe) zu Samsung Portable T1 (USB 3.0)
  • Lese-/Schreibtest: Dateien Kopieren auf Samsung Portable T1

Für Vergleichswerte sorgten die externe 3,5-Zoll-HDD Seagate Expansion Desktop New mit 3 TB (STBV3000200) sowie der USB-3.0-Stick SanDisk Extreme Pro mit 128 GB.

Samsung Portable SSD T1 mit exFAT-Partition (Standard)
Samsung Portable SSD T1 mit exFAT-Partition (Standard)
Samsung Portable SSD T1 mit NTFS-Partition
Samsung Portable SSD T1 mit NTFS-Partition

Getestet wurde mit einer exFAT-Partition, da dies zum einen die Standardeinstellung nach der Aktivierung ist und zum anderen ein kurzer Vergleichstest mit einer NTFS-Formatierung exFAT eine etwas bessere Leistung bescheinigte.

Der Windows-Schreibcache wurde ebenfalls in der Standardeinstellung „deaktiviert“ belassen: Bei Wechselspeicher ist der Cache in der Regel zum schnellen Entfernen des Laufwerks deaktiviert. Die testweise Aktivierung des Schreibcache brachte zudem keine Leistungsänderung unter AS SSD.

Windows Schreibcache aus
Windows Schreibcache aus
Windows Schreibcache an
Windows Schreibcache an
Windows Schreibcache aus (Standard)
Windows Schreibcache aus (Standard)
Windows Schreibcache an
Windows Schreibcache an

Nachtrag vom 24.01.2015: Die Leistungstests wurden um Vergleichswerte mit einem schnellen USB-3.0-Stick von SanDisk sowie mit aktivierter Verschlüsselung auf der Portable T1 ergänzt.

Dateitransfers in der Praxis

Gegen eine SSD hat die herkömmliche Festplattentechnik keine Chance. Die Samsung-SSD liest und schreibt Daten deutlich schneller. Beim parallelen Lesen und Schreiben ist die kleine SSD mehr als doppelt so schnell.

Ranking Praxis
Angaben in Prozent
    • Samsung Portable SSD T1 500 GB
      99
    • Samsung Portable SSD T1 500 GB (verschlüsselt)
      98
    • SanDisk Extreme Pro 128 GB
      61
    • Seagate Expansion Desktop New 3 TB (STBV3000200)
      51

Hinweis: Im Praxis-Ranking wurde das Kopieren direkt auf dem Laufwerk (Lesen/Schreiben) nicht berücksichtigt, da dieses Szenario im praktischen Einsatz äußerst selten eintrifft.

CrystalDiskMark

Noch verheerender für die HDD ist der Vergleich im synthetischen Benchmark, wo sie von der SSD erwartungsgemäß deklassiert wird. Gerade bei wahlfreien Zugriffen auf kleine Datenblöcke ist die SSD-Technik haushoch überlegen.

Ranking Benchmark
Angaben in Prozent
    • Samsung Portable SSD T1 500 GB (verschlüsselt)
      100
    • Samsung Portable SSD T1 500 GB
      100
    • SanDisk Extreme Pro 128 GB
      33
    • Seagate Expansion Desktop New 3 TB (STBV3000200)
      13

Leistungsbeständigkeit

Geprüft wurde die Leistung mittels AS SSD Benchmark zunächst im ungenutzten, leeren Neuzustand. Nach Durchführung aller Tests und einem abschließenden Belastungstest (IOmeter, 4K random write, 30 min) wurde die Leistung der bis auf 10 GB vollständig mit Daten befüllten SSD erneut überprüft. Das Resultat: Die Leistung bleibt unverändert und damit stabil. Die höhere Zugriffszeit beim Lesen ist lediglich der Datenmenge geschuldet und nimmt bei allen bisher getesteten SSDs deutlich zu.

AS SSD – Samsung Portable SSD T1
Neuzustand
(ohne Daten)
Stark genutzt
(10 GB frei)
∆ Neuzustand
zu Stark genutzt
Sequenzielles Lesen 435,54 MB/s 435,45 MB/s 0 %
Sequenzielles Schreiben 417,59 MB/s 417,22 MB/s 0 %
4K Lesen 24,91 MB/s 24,93 MB/s 0 %
4K Schreiben 39,05 MB/s 39,04 MB/s 0 %
4K 64Thrd Lesen 143,22 MB/s 143,00 MB/s 0 %
4K 64Thrd Schreiben 160,77 MB/s 160,74 MB/s 0 %
Zugriffszeit Lesen 0,103 ms 0,178 ms + 73 %
Zugriffszeit Schreiben 0,100 ms 0,100 ms 0 %

Ein Faktor, der die Leistung der SSD jedoch bei Dauernutzung limitiert, ist die Temperatur. Wie auch andere Hersteller setzt Samsung zum Schutz der Elektronik gegen Überhitzung auf eine Drosselung der Leistung und nennt dies „Dynamic Thermal Guard“.

Bei der langwierigen vollständigen Befüllung der SSD mit der Testdatei von IOmeter erreichte die SSD laut CrystalDiskInfo im Gehäuse eine Temperatur von 79 °C. Die Messung der sequenziellen Schreibrate bei dieser Temperatur ergab 377 MB/s. Nach kurzer Abkühlphase wurde erneut gemessen. Die Schreibrate stieg auf 417 MB/s, die SSD erreichte dabei 68 °C und lag damit offensichtlich unterhalb des Schwellwerts für die Drosselung.

Temperatur Schreibrate*
68 °C 417,08 MB/s
79 °C 377,22 MB/s
*Sequenzielles Schreiben (128 KB), ermittelt mit IOmeter

Da solche Dauerlasten – wie mit IOmeter simuliert – in den meisten Fällen eine absolute Ausnahme bilden, wird der Nutzer die Leistungsdrosselung vermutlich nie bemerken, zumal eine Differenz von 40 MB/s zwar messbar ist, aber kaum spürbar sein dürfte. Trotz der laut Sensor hohen Innentemperatur ließ sich die SSD problemlos in der Hand halten.

Das Kunststoffgehäuse besitzt eine gegenüber Metallgehäusen schlechtere Wärmeabgabe. Eine SanDisk Extreme Pro mit Metallgehäuse erreichte unter gleichen Bedingungen bei 21 °C Raumtemperatur lediglich 45 °C in der Spitze.

Bei Dauerlast erreichte die SSD bis zu 79 °C und drosselt die Leistung
Bei Dauerlast erreichte die SSD bis zu 79 °C und drosselt die Leistung

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