Markttag : Router für Privatanwender mit und ohne Modem

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Markttag: Router für Privatanwender mit und ohne Modem
Bild: AVM

Samstag ist Markttag. ComputerBase wirft einen Blick auf wesentliche Entwicklungen auf dem Markt für IT und Consumer Electronics – kurz- wie auch langfristig. An diesem Markttag gibt die Redaktion einen Überblick über das breit gefächerte Angebot an Routern für Privatanwender.

Ein Router führt ein ziemlich undankbares Dasein. Besteht Zugang zum Internet, wird er von seinen Eignern links stehen oder wahlweise auch liegen gelassen. Wie Marvin erträgt er sein Schicksal einsam. Bricht aber die Verbindung im Netzwerk oder mit dem Internet zusammen, so ist der Router Anlaufstelle für verbalen und womöglich auch physischen Frustabbau. Ein Router hat zu funktionieren. Immer.

Was umgangssprachlich als „Router“ bezeichnet wird, ist in den meisten Fällen ein Multifunktionsgerät. Das dient seit Jahren in der Regel auch als WLAN-Access-Point und als Netzwerk-Switch. Bei teureren Modellen können weitere Zusatzfunktionen enthalten sein. Um mit einem Router direkt ins Internet zu gelangen, bedarf es eines integrierten Modems. Für DSL gibt es „DSL-Router“, für Kabelkunden Router mit Kabelmodem.

Einige Provider haben es Kunden in den letzten Jahren nicht leicht gemacht, eigene Router zum Einsatz zu bringen. Das ging so weit, dass die Herausgabe von Zugangsdaten verweigert wurde. Ein Gesetzesentwurf der großen Koalition aus dem Februar 2015 soll den „Routerzwang“ nach Verabschiedung im Bundestag in Zukunft allerdings unterbinden.

Router

Der Preisvergleich listet 510 Router ohne Modem. Preislich geht es ab 9 Euro los. Dafür bekommt der Kunde die Basisausstattung von vier LAN-Steckern mit je 100 MBit/s und WLAN nach 802.11b/g/n. Router, die 3G- oder 4G-Modems unterstützen, sind ab etwa 20 Euro erhältlich – in ländlichen Regionen sind diese Modelle auch heute noch oftmals die einzige Option, Breitbandinternet zu erhalten. Möchte man Gigabit-LAN, mehr WLAN-Bandbreite oder mehr Sendeleistung, so müssen zumindest 40 Euro eingeplant werden.

Die Funktion WiFi Protected Setup (WPS) bieten nicht alle angebotenen Geräte. In allen Preisklassen finden sich Produkte, die den Standard nicht beherrschen. WPS ermöglicht die einfach Einrichtung eines Netzwerks mit Verschlüsselung und soll so dazu beitragen, auch technisch weniger versierten Anwendern die Verschlüsselung zu ermöglichen.

In puncto Angaben zum Energieverbrauch findet man nur bei gut 20 Prozent der Angebote Angaben, der Rest zieht es vor zu schweigen. Aus gutem Grund, Router bleiben mit zumeist 10 bis 20 Watt Leistungsaufnahme signifikante Verbraucher in heutigen Haushalten. Bei 20 Watt, 365 Tagen Verfügbarkeit und einem Strompreis von 25 Cent pro Kilowattstunde kostet der Betrieb eines Routers knapp 44 Euro im Jahr. Mit 175 kWh liegt der Verbrauch höher als bei vielen Kühl-Gefrier-Kombinationen am Markt.

Ein weiterer Aspekt ist das Betriebssystem eines Routers. Neben den herstellereigenen Lösungen gibt es auch Linux-Projekte, die entweder ab Werk installiert sind, oder vom Käufer aufgespielt werden können. Im Preisvergleich finden sich hier OpenWRT (40 Angebote) und DD-WRT (10 Angebote). Der Aufpreis im Vergleich zu „normalen“ Hersteller-Betriebssystemen ist moderat, vorrangig sind die Linux-Varianten aber im Mittelfeld und High-End-Bereich zu finden. Ein genereller Grund zu den teuersten Geräten zu greifen ist bei 802.11ac-Routern vor allem die effektive Ausschöpfung der „Beamforming“-Technik. Dabei wird das WLAN-Signal über mehrere Antennen fokussiert an die empfangenden Geräte gesendet, so dass die Empfangsqualität steigt.

Der preisliche Plafond für Privatnutzergeräte liegt bei etwa 200 Euro, wobei die überwiegende Mehrheit der Angebote im Bereich unterhalb der 100 Euro liegt. Die fünf im Handel am häufigsten nachgefragten Geräte liegen preislich zwischen knapp 20 Euro und 42 Euro. In dieser Region liegen auch zwei der von Interessenten am häufigsten im Preisvergleich gesuchten Modelle. Der Spitzenreiter liegt mit 90 Euro allerdings darüber. Alle drei Geräte stammen von TP-Link.

DSL-Router

Bei Routern mit DSL-Modems liegt das Angebot bei 259 Artikeln und damit der Hälfte der Sparte ohne Modem. Die günstigsten Modelle starten bei knapp 14 Euro. Die Funktionalität ist – bis auf das zusätzliche Modem – mit jener der Einstiegsrouter vergleichbar.

Während in der Einstiegsklasse ausschließlich ADSL und ISDN als Modemstandards genutzt werden, ist VDSL preislich der gehobenen Mittelklasse vorbehalten. Derartige Geräte sind erst ab 64 Euro erhältlich. G.SHDSL ist überhaupt nur in vier sündhaft teuren Firmenmodellen vorhanden. Andere Zusatzfunktionen wie die Unterstützung von Mobilfunkmodems – 3G wie auch 4G – finden sich ebenso.

Die fünf am häufigsten angebotenen Geräte sind hier, entgegen dem Trend bei herkömmlichen Routern, durchgehend hochpreisig – und alle fünf kommen von AVM. Das deckt sich auch mit den Geräten, die Kunden im Preisvergleich suchen. Nur der Speedport W 724V der Telekom verhindert eine exklusiv von AVM gestellte Top-5.

Einstiegspreise je nach technischer Ausstattung
Ausstattung Router Router mit Modem
Bis 802.11g 9 Euro 70 Euro
Bis 802.11n 9 Euro 70 Euro
Bis 802.11ac 27 Euro 110 Euro
bis 4x LAN 9 Euro 9 Euro
bis 4x Gb LAN 22 Euro 40 Euro
DD-WRT 15 Euro
OpenWRT 13 Euro 27 Euro
alle Angaben ohne Versandkosten

Abschließend noch ein Blick auf die Preisvergleich-Top-10 der letzten Woche. Die 256-Gigabyte-Version der MX100 von Crucial hält sich weiterhin an der Spitze, die sie vor zwei Wochen erklommen hat. Damals hatte sie die 8-Terabyte-HDD von Seagate verdrängt, die dank der hohen Nachfrage preislich wieder fast beim Veröffentlichungspreis von 245 Euro angelangt ist. Zwischenzeitlich lag der Preis bereits bei 223 Euro. Weiterhin umfassend mit Nutzerinteresse überschüttet wird der neue Raspberry-Pi 2 (B), der auch diese Woche in den Top-3 zu finden ist.

Leserhinweise auf interessante Entwicklungen im Preisvergleich nimmt die Redaktion gerne unter markttag~~computerbase.de entgegen.