Nvidia : Die Quadro M6000 hat zu wenig Speicher

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Nvidia: Die Quadro M6000 hat zu wenig Speicher

PNY zeigt zur CeBIT 2015 bereits die Quadro M6000, deren Starttermin kurzfristig vom heutigen Dienstag auf Donnerstag geschoben wurde. An sich ist die Karte sehr schnell, doch die 12 GByte Speicher für das High-End-Produkt sind in dieser Sparte mitunter zu wenig.

Die Nvidia Quadro M6000 wird die sehr nah an der Titan X angelegte Profi-Grafiklösung auf Basis des GM200-Grafikchips. Mit einher gehen dort neben den 3.072 Shadern auch das 384-Bit-Speicherinterface und die 24 Speicherchips, die 12 GByte GDDR5-Speicher ergeben. Was im Desktop-Umfeld für Begeisterungsstürme sorgt, ist für ein mehrere tausend Euro teures Flaggschiff-Modell der Profi-Serie mitunter aber zu wenig. Viele moderne Anwendungen in diesem Segment lechzen nach mehr Speicher. Das wiederum kann Nvidia mit der neuen Generation nicht erfüllen. Unterm Strich ist dies ein Stillstand im Vergleich zu der letzten Generation Quadro K6000, die ebenfalls 12 GByte bot.

Für das Profi-Segment spendiert Nvidia der Karte zumindest eine Backplate, die der ebenfalls nicht günstigen Desktop-Lösung vorenthalten bleibt. Interessant ist auch die Stromversorgung: Neben dem PCI-Express-Slot gibt es nur einen weiteren 8-Pin-Stromanschluss. Dies heißt aber nicht automatisch, dass die TDP nur bei 225 Watt liegt, denn bereits die Titan X ist laut BIOS dafür ausgelegt, über den 8-Pin-Stromstecker bis zu 175 Watt zusätzlich zu den beiden anderen Einspeisungsstellen zu erhalten. Das wiederum ist bei Nvidia nicht neu, auch Profi-Lösungen mit Kepler-GPU mussten bereits dafür ausgelegt sein, 175 Watt über einen 8-Pin-Stromstecker bereitstellen zu können (PDF). PNY sprach deshalb auch bei der Quadro M6000 von 250 Watt als Obergrenze.

PNY Nvidia Quadro M6000

Angesprochen auf die Tesla-Serie und die vollkommen kastrierte Double-Precision-Leistung der GM200-Chips auf nur noch 1/32tel (0,2 TFLOPs) der Leistung bei einfacher Genauigkeit (7 TFLOPS) steht für diese Lösungen ein schwieriges Jahr vor der Tür. Es gebe zwar Einsatzgebiete für Tesla, in denen Single-Precision-Leistung gefragt sei, diese machten mit 40 bis 45 Prozent des Umsatz aber den kleineren Geschäftsbereich aus, gab PNY zu verstehen. Hier soll die nächste Generation, Codename Pascal, Abhilfe schaffen – aktuell verweist Nvidia weiter auf die Vor-Vorgängergeneration Kepler. PNY nennt für Pascal in dringender Erwartung bereits optimistisch einen ungefähren Termin rund um den Jahreswechsel 2015/2016, in Nvidias aktualisierter Roadmap sieht es jedoch weiterhin eher nach Mitte 2016 aus.

Die On-Package-Speicherlösungen, auf die auch Pascal vertrauen soll, werden dann als Maximalausbau für das Profi-Segment mit 32 GByte Speicher verfügbar sein. Dies passt durchaus ins Bild, Intel kündigte bereits Knights Landing mit bis zu 16 GByte von Microns Hybrid Memory Cube für das zweite Halbjahr 2015 an, auch die Alternative von SK Hynix in Zusammenarbeit mit AMD wird in der zweiten Generation des High Bandwith Memory (HBM) Ende 2015 vermutlich mindestens die gleiche Speichermenge von 16 GByte bieten können, da die erste Generation mittels Dual-Link Interposing bis zu 8 GByte Kapazität an den Start bringt.