Android : Cyanogen und Microsoft schließen Kooperationsabkommen

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Android: Cyanogen und Microsoft schließen Kooperationsabkommen
Bild: reynermedia (CC BY 2.0)

Es kündigte sich über Monate an: Cyanogen OS wird noch dieses Jahr um Apps und Dienste von Microsoft erweitert. Der kommerzielle Ableger der beliebten CyanogenMod kommt aktuell unter anderem auf dem OnePlus One zum Einsatz und soll perspektivisch die starke Abhängigkeit von Google loswerden.

Das Kooperationsabkommen zwischen Cyanogen und Microsoft geht sehr weit und sieht vor, dass Cyanogen OS in Zukunft mit Apps und (Cloud-basierten) Diensten für die verschiedensten Bereiche ausgeliefert wird. Dazu zählen verschiedene Dienste von Microsofts Suchmaschine Bing, der Video-Messenger Skype, Microsofts Cloud-Speicher OneDrive, die online angebundene Notizen-Anwendung OneNote, Outlook und Microsoft Office. Microsofts digitale Assistentin Cortana wird zwar nicht explizit genannt, da sie aber ohnehin als App für Android und iOS erscheinen soll, ist es gut möglich, dass sie direkt in Cyanogen OS integriert wird.

Mit Microsofts Hilfe soll eine native Integration erreicht werden. Dies könnte für den Nutzer im Zweifel aber auch bedeuten, dass sich bestimmte Programme und Funktionen nicht deinstallieren lassen. Das wäre zumindest ganz im Interesse von Microsoft. Der Konzern operiert zunehmend auch außerhalb der Windows-Welt und bietet Anwendungen und Dienste für die verschiedensten Plattformen an. Dazu passt auch die Aussage von Microsofts Executive Vice President Peggy Johnson: „Wir streben danach, unsere Werkzeuge für jeden in Reichweite zu haben“, wird Johnson im Rahmen der Bekanntgabe der Kooperation mit Cyanogen zitiert.

Dazu passen auch die Vereinbarungen, die Microsoft mit global tätigen Unternehmen wie Dell und Samsung sowie regional tätigen Firmen wie TrekStor aus Deutschland, JP Sa Couto aus Portugal, Datamatic aus Italien, DEXP aus Russland, Hipstreet aus Kanada, QMobile aus Pakistan, Tecno aus Afrika, Casper aus der Türkei und dem Auftragsfertiger Pegatron getroffen hat – sie alle werden Android-Geräte mit vorinstallierten Microsoft-Anwendungen ausliefern.

Die Kooperation mit Cyanogen dürfte aber tiefer in das Betriebssystem eingreifen, zumal das Unternehmen mittelfristig ohnehin eine Loslösung vom Google Play Store und die Eröffnung eines eigenen App Stores plant, so dass auf die Zertifizierung durch Google verzichtet werden könnte.

Ursprünglich gab es bei Microsoft sogar Überlegungen zu einer Teilnahme an der dritten Finanzierungsrunde von Cyanogen Inc., letztlich entschied das Unternehmen sich jedoch für eine nun auch vertraglich festgehaltene Kooperation.