3/3 Matrix gegen Strix im Test : Zwei GeForce GTX 980 von Asus an die Grenzen gebracht

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Leistungsaufnahme

Der Stromverbrauch erhöht sich durch das Übertakten unter Luftkühlung und die damit einhergehende Erhöhung des Power Limits auf 125 Prozent um 20 bzw. 31 Watt. Die Temperaturen steigen um 3 bis 4 Grad Celsius und die Lüftergeschwindigkeit um 250 bzw. 60 Umdrehungen pro Minute.

Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
    • GeForce GTX 980 Matrix
      279
    • GeForce GTX 980 Strix
      283
    • 980 Matrix (1.540/4.000, H2O)
      296
    • 980 Strix (1.540/3.700, H2O)
      297
    • 980 Strix (1.485/3.700)
      302
    • 980 Matrix (1.480/4.000)
      310
    • 980 Matrix (1.500/4.000, 1,30 V)
      342
    • 980 Matrix (1.590/4.000, H2O, 1,35 V)
      351

Mit der Spannungserhöhung auf 1,30 Volt über das LN2-Bios erzielt die GeForce GTX 980 Matrix zwar höhere Taktraten. Sie stehen aber in keinem Verhältnis zum Mehrverbrauch von 32 Watt und dem Aufwand sowie dem Risiko für den Lötvorgang. Bei der Leistungsaufnahme liegt die GeForce GTX 980 Matrix damit bereits auf dem Niveau einer GeForce GTX 780 Ti. Die Temperatur steigt um weitere 5 auf 72 Grad Celsius und die Lüftergeschwindigkeit auf laute 1.720 Umdrehungen pro Minute.

Mit der Wasserkühlung sinkt der Stromverbrauch trotz 65 bis 70 MHz höherem GPU-Takt um 5 Watt (Strix) bzw. 14 Watt (Matrix) im Vergleich zur Übertaktung unter Luft. Ursache ist der geringe elektrische Widerstand, den Silizium bei niedrigeren Temperaturen annimmt. Sie liegen nach einer halbstündigen Aufwärmphase 29 bis 30 Grad Celsius niedriger. Wird die GPU der GeForce GTX 980 Matrix über das LN2-Bios mit 1,35 Volt betrieben, steigt die Temperatur um 2 auf 31 Grad Celsius, der Stromverbrauch des Gesamtsystems von 296 auf 351 Watt.

Wechsel der Wärmeleitpaste

Die Modelle von Asus haben den Ruf, die Kühlleistung des DirectCU-II-Kühlers durch einen Wechsel der Wärmeleitpaste deutlich steigern zu können, was die Lautstärke und die Temperatur senken würde. ComputerBase hat die Standardpaste in einem Nachtest durch Arctic Cooling MX-2 ersetzt.

Und tatsächlich: Die Temperaturen der GeForce GTX 980 Strix lassen sich so um 5 auf 64 Grad Celsius senken, die Lüfterdrehzahl fällt dabei von 1.100 auf sehr leise 850 Umdrehungen pro Minute. Mit Übertaktung sind es immerhin noch 66 Grad Celsius bei 970 Umdrehungen. Bei der Matrix beträgt die Differenz zum Werkszustand je nach Szenario 4 bis 6 Grad Celsius und jeweils 120 Umdrehungen weniger. Das Optimierungspotenzial ist in der Tat vorhanden – und kann, sofern die Grafikkarten beim Eingriff unbeschädigt bleibt, ohne Garantieverlust vorgenommen werden. Das hat Asus abermals gegenüber ComputerBase bestätigt.

Wärmeleitpaste
  • Temperatur:
    • Matrix @ Neue WLP
      59
    • Matrix @ Standard-WLP
      63
    • Strix @ Neue WLP
      64
    • Strix @ Standard-WLP
      69
    Angaben in °C
  • Lüftergeschwindigkeit:
    • Matrix @ Standard-WLP
      1.540
    • Matrix @ Neue WLP
      1.420
    • Strix @ Standard-WLP
      1.100
    • Strix @ Neue WLP
      850

Fazit

Die Frage, ob sich für ambitionierte Privatanwender der Kauf einer Asus GeForce GTX 980 Matrix gegenüber der Asus GeForce GTX 980 Strix lohnt, ist insgesamt eindeutig mit „Nein“ zu beantworten. Die üblichen Argumente für das Premium-Modell eines Herstellers – hochwertigere Bauteile, längere Lebensdauer, niedrigerer Geräuschpegel, höhere Übertaktbarkeit – erweisen sich bei genauerer Betrachtung als nicht entscheidungsrelevant.

Auch die GeForce GTX 980 Strix überzeugt in diesen Disziplinen – teilweise sogar mehr als die Matrix: Die Leistung liegt ab Werk nur drei Prozent unter dem größeren Modell, bei der Leistungsaufnahme lassen sich keine nennenswerten Unterschiede feststellen, die Strix ist in allen Lebenslagen deutlich leiser. Und in der Paradedisziplin, der Übertaktbarkeit?

In der Theorie liegt die GeForce GTX 980 Matrix vorne. Sie bietet eine bessere Übertaktbarkeit des Speichers und vielen Überwachungsfunktionen und Einstellungen, die der Nutzer auch mit dem Standard-Bios in GPU Tweak vornehmen kann. Auch die regelbare Speicherspannung und Taktrate der Spannungsversorgung sind vorbildlich. In der Praxis fällt der Abstand zur übertakteten GeForce GTX 980 Strix auch unter Einsatz einer Wasserkühlung aber gering aus. Ohne LN2-Bios erkämpft sich die Matrix den Vorsprung nur durch den Speicher, mit über eine unverhältnismäßig stark steigende Leistungsaufnahme.

Zudem lässt sich die GPU mit dem alternativen Bios bei derselben GPU-Spannung spürbar schlechter übertakten als die Strix. Die noch weiter aufgebohrte Stromversorgung und der Memory Defroster sind gute Ideen, mit der Asus die kleine Gruppe von Extrem-Übertaktern überzeugen will, für den ambitionierten Heimanwender sind diese Funktionen aber nicht von Relevanz.

Die GeForce GTX 980 Matrix ist ein Nischenprodukt für mutige Enthusiasten und Kontrollfreaks, die sehr spezifische Vorstellungen von ihrer neuen Grafikkarte haben und auch vor dem Modifizieren des Bios nicht zurückschrecken. Alle anderen Spieler greifen zur GeForce GTX 980 Strix.

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