2/5 BlackBerry Classic im Test : Tastatur-Smartphone mit Trackpad und Touchscreen

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Performance & Betriebssystem

Der Qualcomm Snapdragon S4 Plus stammt aus dem Jahr 2012 und fand bereits in der ersten Generation von Smartphones mit BlackBerry OS 10 Verwendung. Auch Jahre nach Release des System on a Chip setzen die Kanadier auf das mittlerweile überholte Modell. Doch trotz seines Alters sorgt der Chip wie bei den Vorgängern auch beim Classic unter BlackBerry OS 10.3.1.1779 für eine weitgehend flüssige Bedienung. Das auf Multitasking ausgelegte Betriebssystem reagiert flott und zuverlässig. Auch sämtliche Gesten für die Minimierung von Anwendungen und den Zugriff auf den BlackBerry Hub funktionieren einwandfrei.

Homesceren|Apps|Schnelleinstellungen
Homesceren|Apps|Schnelleinstellungen

Die Ladezeiten der nativen Apps gehen für ein Smartphone im mittleren Preissegment in Ordnung, doch mittlerweile finden sich zu ähnlichen Preisen Smartphones mit deutlich potenterer CPU. Zusätzliche native Anwendungen können Nutzer über die App „BlackBerry World“ beziehen, deren Angebot dem von Google und Apple aber enorm unterlegen ist. Per Sideloading über Snap oder den Amazon App Store seit der Betriebssystem-Version 10.3 können Nutzer Android-Apps emulieren. Zugang zu den Google-Diensten besteht nicht, wodurch sämtliche Google-Anwendungen nicht zur Verfügung stehen. Bei der Nutzung von Android-Programmen ist die schwächere Leistung der angestaubten CPU am deutlichsten.

Vor allem der Erststart von Android-Programmen benötigt Zeit. Anwendungen wie Twitter oder Spotify sind in unter 10 Sekunden geöffnet, was in einem akzeptablen Rahmen für die Emulation liegt. Im Test benötigte das Classic rund 50 Sekunden, bis im Spiel Temple Run 2 auf den „Play“-Knopf gedrückt werden konnte. Zudem ist die Bedienung innerhalb von vielen Apps oft von kurzen Rucklern begleitet. An dieser Stelle macht sich die deutlich stärkere Hardware des Passport bemerkbar, das neben kürzeren Ladezeiten vor allem eine flüssige Bedienung bietet. Falls das Seitenverhältnis die Bedienung oder die Darstellung einschränkt, lässt sich die Größe der Darstellung im Vollbild verkleinern oder gegen eine rechteckige Darstellung tauschen. Wird die letztgenannte Option gewählt, ist die Nutzung aufgrund der kleineren Fläche und der schwarzen Balken an den Seiten allerdings stark abgeschwächt.

Android-Apps in Vollbild, Vollbild verkleinert und Rechteckig
Android-Apps in Vollbild, Vollbild verkleinert und Rechteckig

Eines der größten Mankos bleibt der Wegfall von Benachrichtigungen durch Android-Apps im BlackBerry Hub, der als gesammelte Anlaufstelle für Benachrichtigungen und Konten fungiert. Hierfür müssen die Entwickler explizite Anpassungen vornehmen. Dank BlackBerry OS 10.3 unterstützt das Classic ebenfalls BlackBerry Blend. Hierbei handelt es sich um eine Software zur Verwaltung von Kontakten, Kalendern und Dokumenten auf dem Smartphone per App auf dem PC, Mac, iPad oder Android-Tablet. Viele native Anwendungen gehen minimiert in einen sogenannten Active Frame über, der relevante Informationen aus der App in einer Vorschau auf der Kachel des Programms zeigt.

Active Frames|BlackBerry Hub|Einstellungen
Active Frames|BlackBerry Hub|Einstellungen

Zusammengefasst überzeugt die Leistung, sofern sich der Alltagsbetrieb auf das Betriebssystem und native Anwendungen beschränkt. Bei Nutzung von Android-Apps oder gar Spielen entpuppt sich das SoC als zu schwach für eine befriedigende Bedienung.

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