7/8 Crucial MX200 und BX100 im Test : Sechs ungleiche SSDs im Schatten der MX100

, 111 Kommentare

Leistungsaufnahme

Silicon Motions SM2246EN erweist sich erneut als äußerst effizient: Sind bei Inaktivität noch Samsungs SSDs sparsamer, gehören die BX100-SSDs bei Aktivität mit zur Spitze des Testfeldes und eignen sich damit ideal, die Akkulaufzeit im Notebook zu steigern.

Die MX200 benötigt deutlich mehr Energie und weist wenig überraschend starke Parallelen zu MX100 und M550 auf – die technische Basis ist mit Marvells 88SS9189 die gleiche. Für Überraschung sorgte, dass die MX200 mit 500 GB mehr Strom als der größere Bruder mit 1.000 GB benötigt.

Crucial Storage Executive

Parallel zur Ankündigung der MX200 und BX100 führte Crucial ein Tool für die eigenen SSD-Serien ein. Die Crucial Storage Executive benannte Software ermöglicht unter anderem Firmware-Updates, die Überwachung wichtiger Parameter sowie eine Möglichkeit zum sicheren Löschen der Daten und zum Zurücksetzen des Passworts für die Verschlüsselungsfunktion.

Die Software ist als Pendant zu Samsungs Magician, OCZs Toolbox oder SanDisks SSD Dashboard anzusehen und bedeutet für Crucial ein Novum. Die Kompatibilität gibt der Hersteller für die SSD-Serien M500, M550, MX100, MX200 und BX100 sowie Windows ab Version 7 an.

  • Firmware-Updates
  • Monitoring (z.B. Schreibvolumen, Temperatur)
  • S.M.A.R.T. Parameter
  • Secure Erase (Sanitize Drive)
  • Passwort-Reset für Verschlüsselung

Obwohl die Software als Applikation in einem Browser läuft, beträgt die Größe der Installationsdatei in der 64-Bit-Version stolze 148 Megabyte. Der Download ist kostenlos.

Im Zusammenspiel mit BX100 und MX200 funktionierte die Software problemlos. Mangels verfügbarer Updates konnte die Funktion der Firmware-Aktualisierung nicht geprüft werden. Das Fehlen der Anzeige der geschriebenen Datenmenge bei der BX100 überraschte, hielten die ebenfalls über das Tool ausgelieferten SMART-Werte doch entsprechende Daten bereit.

Crucial Storage Executive

Bei der Funktion „Sanitize Drive“ handelt es sich um das sichere Löschen, was allgemein als Secure Erase bekannt ist. Dies bestätigt Crucial im eigenen Forum und erklärt auch, warum das Tool spätestens mit Erscheinen von Windows 8 nötig wurde.

Wird Windows 8 auf einer SSD mit Verschlüsselungsfunktion nach TCG-Opal-Standard – die Basis für Windows eDrive – installiert, wird automatisch das ATA Security Feature Set und damit der zugehörige Befehl Security Erase (Secure Erase) deaktiviert. Dies geschieht, um Microsofts eigener Verschlüsselungstechnik eDrive den Vorrang zu geben. Die SSD-Serien Crucial M500, M550, MX100 und MX200 können zwar sowohl mit ATA Security als auch mit TCG Opal umgehen, jedoch kann nur ein Modus zur gleichen Zeit aktiv sein.

Im Auslieferungszustand funktioniert ein Secure Erase mit den besagten SSDs problemlos, doch wurde einmal Windows 8 installiert und ATA Security durch TCG Opal ersetzt, klappt dies auch mit Drittanbieter-Software wie Parted Magic (GParted) nicht mehr.

Daher war eine Funktion des neuen Crucial-Tools eigentlich längst überfällig: PSID revert. Diese Funktion deaktiviert den TCG-Opal-Modus, wodurch ATA Security und somit auch Secure Erase wieder nutzbar wird. Hierfür wird die Eingabe der auf der SSD abgedruckten PSID mit 32 Stellen nötig. Anschließend lässt sich „Sanitize Drive“ durchführen, was einen Neustart erfordert.

Eine Möglichkeit zu verhindern, dass Windows 8 standesgemäß ATA Security deaktiviert, ist, vor der Installation ein ATA Password festzulegen. Jedoch muss dann auf eDrive verzichtet werden, da TCG Opal somit inaktiv bliebe.

Auf der nächsten Seite: Ratings