Firefox : Mozilla will dem Browser mit Marketing aus der Krise helfen

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Firefox: Mozilla will dem Browser mit Marketing aus der Krise helfen
Bild: Mozilla in Europe (CC BY 2.0)

Einst konnte Mozilla mit dem Webbrowser Firefox die Übermacht des Internet Explorer brechen. Doch der Trend für den einstigen Pioneer zeigt deutlich nach unten – die Marktanteile sinken immer schneller. TechCrunch liegen Dokumente vor, die Mozillas Pläne zeigen, wie dieser Trend zukünftig umgekehrt werden soll.

In den besten Zeiten lag Mozilla mit Firefox bei einem Marktanteil von rund 25 Prozent an zweiter Stelle hinter dem Internet Explorer. Mittlerweile hat Firefox den zweiten Platz an Googles Chrome verloren, der im März dieses Jahres laut Net Applications weltweit einen Desktop-Marktanteil von 24,99 Prozent vorweisen kann. Auf dem ersten Platz liegt weiterhin Microsofts Internet Explorer, der auf einen Marktanteil von über 56 Prozent kommt. Firefox landet hingegen mit 11,89 Prozent auf dem dritten Platz.

Noch deutlicher wird das Problem jedoch im zeitlichen Verlauf. Während der Internet Explorer im letzten Jahr ein Prozent Marktanteil verloren hat, musste Firefox einen Rückgang von fast vier Prozent hinnehmen. Gewinner ist Google, die mit Chrome im gleichen Zeitraum über sieben Prozent zulegen konnten. Firefox verliert global nicht nur stetig zugunsten von Chrome, sondern auch immer schneller.

Der Verlust der Nutzer fällt mittlerweile so stark aus, dass Mozilla in einem internen Papier von alarmierenden Zahlen spricht, wie TechCrunch berichtet. Bei der Ursachenforschung wird auch hier zuerst Google Chrome genannt, doch die Gründe liegen auch in weiteren Bereichen. Während die Mozilla Foundation starken Fokus auf das eigene Betriebssystem Firefox OS gesetzt hat, kann sich dieses am Markt nur langsam etablieren und die mobile Version von Firefox spielt auf dem Markt derzeit nur eine untergeordnete Rolle. Eine Version für Apples iOS steht weiterhin aus, soll allerdings in den nächsten Wochen fertiggestellt werden.

Die Kampagne zur Lösung dieser Probleme, die voraussichtlich im Mai starten soll, wird intern „Fightback“ genannt und beinhaltet insbesondere Marketing-Kampagnen. Dabei setzt Mozilla den Fokus auf die Sicherheit und Unabhängigkeit von Firefox sowie die Privatsphäre des Nutzers. Denn als wesentlicher Aspekt soll Nutzern vermittelt werden, dass Firefox im Gegensatz zu Chrome oder dem Internet Explorer unabhängig ist.

Auch in den Statistiken von ComputerBase lassen sich die fallenden Marktanteile von Firefox belegen. Mit rund 42 Prozent liegt er aber weiterhin rund zehn Prozent vor Google Chrome, der auf rund 32 Prozent kommt. Mit nur noch 10,7 Prozent nähert sich der fallende Internet Explorer auf ComputerBase inzwischen Safari an, der bei 9,4 Prozent liegt.

Die schwindenden Marktanteile von Firefox können mittelfristig auch Auswirkungen auf die Einnahmen der Mozilla Foundation haben. Mozillas Einnahmen basieren vor allem auf Verträgen mit Suchmaschinen. Ein globales Abkommen mit Google wurde vor einiger Zeit auf kleinere, lokale Abkommen umgestellt. So kooperiert das Unternehmen beispielsweise in den USA mit Yahoo, in Russland mit Yandex und in China mit Baidu. Fallende Nutzerzahlen führen jedoch zu einem sinkenden Interesse der Suchmaschinenbetreiber an einer solchen Partnerschaft und niedrigeren Umsätzen.