Markttag : Speicherkarten vom Typ SD und CF im Überblick

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Markttag: Speicherkarten vom Typ SD und CF im Überblick

Samstag ist Markttag. ComputerBase wirft einen Blick auf wesentliche Entwicklungen auf dem Markt für IT und Consumer Electronics – kurz- wie auch langfristig. An diesem Markttag gibt die Redaktion einen Überblick über das Angebot an kompakten Speicherkarten und geht auf technische Unterschiede und ihren Preis ein.

In der Anfangsphase kompakter Speicherkarten kam es – wie in solchen Situationen nicht unüblich – zu einem Formatkrieg zwischen den Herstellern, an dessen Ende CompactFlash und Secure Digital (SD) übrig geblieben sind. Konkurrenten wie der xD- oder Sonys Memory-Stick-Standard kamen spätestens vor vier Jahren nachhaltig unter die Räder und sind heute ohne Relevanz.

Während beim SD-Standard im späteren Verlauf eine Diversifizierung in Punkto Abmessungen des Kartengehäuses eingesetzt hat, sind die CF-Karten nur noch in einem Format verfügbar. Und obwohl CompactFlash ein deutlich größeres Volumen bietet, haben SD-Karten mittlerweile beim Speichervolumen die Führung übernommen.

Länge Breite Höhe max. Kapazität
SD 32,0 24,0 2,1 512 GB
microSD 15,0 11,0 0,7 200 GB
CompactFlash 36,4 42,8 3,3 256 GB
Alle Angaben in Millimetern

MicroSD- und SD-Karten finden sich heute tendenziell in Mobiltelefonen und Kameras für Privatanwender, CF-Karten vor allem noch in der professionellen Fotografie. Kameras wie Canons EOS 5D Mark III bieten mittlerweile beiden Standards Platz.

Einige Kameras bieten SD und CF Platz
Einige Kameras bieten SD und CF Platz

Nostalgische Randnotiz: Findige Köpfe hatten zu Zeiten, in denen SSDs klein und sündhaft teuer waren, mehrere CF-Karten im RAID-Verbund und über IDE oder SATA angebunden in ihren Computer gebaut, um so entweder das Betriebssystem oder zumindest eine RAM-Disk darauf betreiben zu können. Adapter machen den Betrieb von mehreren SD-Karten im Raid-Verbund auch über CompactFlash möglich.

Geschwindigkeit

Geschwindigkeitsangaben sind bei CF- und SD-Karten unterschiedlich geregelt. CF-Karten geben die Geschwindigkeit ganz konventionell mit dem x-fachen der einfachen Leserate eines CD-Laufwerks (x × 150 kByte/s) an. CompactFlash 6.0 bietet mittlerweile maximal 167 MB/s Transfervolumen, die meisten Topmodelle mit 1000x bis zu 150 MB/s. CompactFlash kann theoretisch bis zu 600 MB/s bieten, allerdings nur in der Version CFast, die auf SATA III setzt und nicht zu herkömmlichem CompactFlash kompatibel ist. Derzeit werden hochpreisige Modelle mit CFast mit Schreibraten von bis zu 370 MB/s und Leseraten von bis zu 515 MB/s beworben. Je nach Einsatzgebiet liegt die Leistung in der Regel aber unter diesen Werten.

Die leistungsfähigsten SD-Karten bieten bis zu 286 MB/s Leserate und bis zu 243 MB/s Schreibrate und liegen damit über CF aber hinter CFast. Die Leistung ist dabei in Klassen eingeteilt: Class 2, 4, 6 und 10 sowie die zwei UHS-Versionen. Diese setzen Mindestleistungsanforderungen bei der Schreibleistung fest, die auch für microSD-Karten gelten. MicroSD-Karten hinken leistungstechnisch SD hinterher. Beworben werden derzeit maximale Leseraten von 100 MB/s und maximale Schreibraten von 90 MB/s.

Mehr Geschwindigkeit bedeutet schnell einen deutlich höheren Preis. High-End-Modelle der 64-Gigabyte-Kapazitätsklasse im CompactFlash-Bereich kosten dann schon einmal mehr als das günstigste Modell mit 128 Gigabyte Speicherplatz. Das ist auch bei SD nicht anders.

Die wichtigsten Parameter einer Speicherkarte sind Kapazität sowie Schreib- und Lesegeschwindigkeit. Wie sie sich auf den Preis auswirken, zeigt die folgende Übersicht.

SD-Karten

SD-Karten mit einem Gigabyte oder weniger Speicherkapazität sind eine aussterbende Spezies. Die Preise liegen merklich höher als jene für größere Exemplare, die acht Gigabyte fassen. Aus diesem Grund sind auch erst ab dieser Grenze Angebote verlinkt. Dasselbe gilt auch für die Tabellen der microSD- und CF-Karten.

1 GB 2 GB 4 GB 8 GB 16 GB
ab 5 Euro ab 4 Euro ab 3 Euro ab 3 Euro ab 6 Euro
32 GB 64 GB 128 GB 256 GB 512 GB
ab 10 Euro ab 18 Euro ab 39 Euro ab 131 Euro ab 562 Euro

Preislich stark bergauf geht es erst ab 256 Gigabyte großen Karten, von denen es momentan nur sechs Angebote gibt. Das Limit liegt derzeit bei 512 Gigabyte, wofür man aber – auch weil es nur einen einzigen Hersteller gibt – einen gesalzenen Aufschlag hinblättern darf.

microSD-Karten

Bei diesem Kartentypus werden öfters SD-Adapter beigelegt, so dass der Käufer seine Neuerwerbung auch in normalen SD-Kartenslots nutzen kann. Preislich besteht zu SD-Karten mit selber Speicherkapazität bei geringen Kapazitäten de facto kein Unterschied.

1 GB 2 GB 4 GB 8 GB 16 GB
ab 2 Euro ab 4 Euro ab 2 Euro ab 3 Euro ab 6 Euro
32 GB 64 GB 128 GB 256 GB 512 GB
ab 10 Euro ab 20 Euro ab 75 Euro nicht verf. nicht verf.

Ein Unterschied beim Preis tut sich erst ab 64 Gigabyte auf, um dann bei 128 Gigabyte knapp das Doppelte auszumachen. MicroSD-Karten mit mehr Speicherkapazität gibt es momentan nicht. Allerdings hat Anfang März SanDisk eine Version mit 200 Gigabyte für das 2. Quartal 2015 angekündigt. Der empfohlene Preis soll bei 357 Euro liegen, das wäre gut das Zweieinhalbfache dessen, was man derzeit für eine 256-Gigabyte-SD-Karte zahlen muss.

CF-Karten

Niedrigkapazitive CF-Karten sind vergleichsweise teurer – der Materialaufwand die geringere Stückzahl zeigen hier Wirkung. Will man Markenprodukte, kommen nochmals einige Euro mehr hinzu.

1 GB 2 GB 4 GB 8 GB 16 GB
ab 8 Euro ab 8 Euro ab 7 Euro ab 9 Euro ab 14 Euro
32 GB 64 GB 128 GB 256 GB 512 GB
ab 21 Euro ab 46 Euro ab 131 Euro ab 253 Euro nicht verf.

Während im Niedrigpreisbereich die Unterschiede zu SD absolut gesehen kaum spürbar sind, so treten sie umso heftiger bei Modellen mit 32 oder mehr Gigabyte zutage. Dort zahlt man oft mehr als das Doppelte im Vergleich zu einer SD-Speicherkarte. Dafür kann man allerdings auf höhere mechanische Robustheit und höhere Leseraten zurückgreifen. Die derzeit maximal verfügbare Speichergröße liegt bei 256 Gigabyte.

Sonderfunktionen

Im Gegensatz zu anderen Produkten gibt es bei Speicherkarten nur ein wesentliches Zusatzfeature: die WLAN-Fähigkeit der Speicherkarte, zuweilen noch mit Geotagging kombiniert. Das hat allerdings seinen Preis: Die Anschaffungskosten liegen signifikant höher. Karten mit WLAN und 8 Gigabyte kosten mindestens 19 Euro, will man 32 Gigabyte, landet man gar bei 46 Euro. Ohne WLAN zahlt man 10 Euro aufwärts. Geotagging-Funktionalität wird nur bei einer einzigen Karte, die 8 Gigabyte speichern kann, angeboten. Der Preis liegt bei gut 114 Euro.

Zu guter Letzt empfiehlt es sich, auch ein Auge auf die Garantiebestimmungen zu werfen. Von gar nicht vorhanden (bei über einem Viertel der Angebote) bis hin zu zehn Jahren oder mehr (ein Drittel des Angebots) reicht hier das Spektrum.

Leserhinweise auf interessante Entwicklungen im Preisvergleich nimmt die Redaktion gerne unter markttag~~computerbase.de entgegen.