Tim Cook : Berichte über Apples Herstellungskosten immer falsch

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Tim Cook: Berichte über Apples Herstellungskosten immer falsch
Bild: Unsplash (CC0 1.0)

Seit jeher geben Marktforschungsunternehmen und Analysten Einschätzungen zu den Fertigungs- und Herstellungskosten von Apple-Produkten heraus. Laut Tim Cook sei bisher keine einzige davon auch nur annähernd zutreffend gewesen, wie er während der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen für das zweite Quartal 2015 mitteilte.

In der Telefonkonferenz, die Apple wie üblich als Podcast veröffentlicht hat, antwortet Tim Cook auf die Frage nach der für Apple unterdurchschnittlichen Gewinnmarge der Apple Watch und den zukünftigen Aussichten, dass sich Apple nur zu den Margen für das dritte Quartal äußern und keinen weiteren Ausblick geben werde und man sich nicht auf die immer wieder veröffentlichten Berechnungen zu den Materialkosten von Apple-Produkten verlassen solle (ab Minute 36). Er habe noch keine einzige Berechnung gesehen, die auch nur annähernd den tatsächlichen Materialkosten des jeweiligen Produktes entsprochen habe. Sie wichen deutlich von der Realität ab, so Tim Cook. Ob die Einschätzungen zu hoch oder zu niedrig gegriffen sind, ließ Tim Cook dabei erwartungsgemäß offen.

Das Marktforschungsunternehmen IHS hatte die Material- und Arbeitskosten des iPhone 6 zuletzt je nach Modell auf 200 bis 247 US-Dollar geschätzt. Das iPhone 6 Plus soll hingegen auf Herstellungskosten von 216 bis 263 US-Dollar kommen. In beiden Fällen soll, wie beim Samsung Galaxy S6 und S6 edge, das Display mit 45 bzw. 52,50 US-Dollar die teuerste Komponente darstellen. Seit jeher sorgen entsprechende Berechnungen für Diskussionen, da sie häufig nur die reinen Materialkosten des jeweiligen Produkts berücksichtigen, Forschung und Entwicklung, Marketing, Vertrieb und mitunter gar die Fertigungskosten aber völlig außen vor lassen.

In der derzeit für Apple unterdurchschnittlichen Gewinnmarge der Apple Watch sieht Tim Cook jedoch keinen Grund zur Sorge, da Apple zunächst investieren müsse, um die neue Produktkategorie aufzubauen. Das erste Quartal eines neuen Produkts sei immer eine Lernphase.