Ubuntu Snappy : Ubuntus Pläne für den Desktop der Zukunft

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Ubuntu Snappy: Ubuntus Pläne für den Desktop der Zukunft
Bild: Martin Schmitt (CC BY 2.0)

Ubuntu 15.04 ist kaum aus der Tür, da stellt Ubuntu Desktop Manager Will Cooke ein neues Konzept für Ubuntus Desktop der Zukunft vor. Dabei soll das neue Paketformat, das mit Ubuntu Snappy Core vorgestellt wurde, für Ubuntu 15.10 zumindest in einer Desktop-Variante vorgestellt werden.

Ende Januar stellte Canonical mit Ubuntu Snappy Core sein Betriebssystem für das Internet der Dinge vor. Dabei orientierte sich Mark Shuttleworth im Umfeld von Cloud und Container bei CoreOS oder Project Atomic, was die Art und Weise betrifft, wie diese Systeme aktualisiert werden.

Diese Methoden will Ubuntu Desktop Manager Will Cooke nun laut einer Meldung auf Google + künftig auch dem Desktop von Ubuntu angedeihen lassen. Dabei soll Snappy, das Paketmanagement von Snappy Core, das bisher genutzte Debian-Paketformat (.deb) ersetzen. Die Variante für den Desktop heißt Snappy Personal und soll bei Ubuntu Desktop Next zum Einsatz kommen. Unter dieser Bezeichnung wird derzeit eine Variante von Ubuntu 15.10 mit Unity 8 und dem selbst entwickelten Mir als Display-Manager zusammengestellt. Hier soll ab jetzt die Entwicklung mit Snappy Personal an Stelle von DEB fortgesetzt werden.

Der Ansatz ist interessant, da er das Paketmanagement und die Aktualisierung des Paketbestands radikal vereinfacht und sicherer macht. Ob allerdings Snappy als rudimentäres Paketformat in den drei Monaten seiner Existenz bereits genügend Stabilität besitzt, sollen sehr bald die täglichen Images von Desktop Next zeigen.

Die theoretischen Vorteile von Snappy sind jedoch nicht von der Hand zu weisen. Pakete für Snappy sind relativ einfach geschnürt, auch DEB-Pakete können in das neue Format umgewandelt werden. Wie sich Snappy bei komplexen Paketen verhalten wird, bleibt allerdings abzuwarten, wurde das Format doch entwickelt, um leichtgewichtige Applikationen für das Internet der Dinge zu paketieren. Snappy Personal soll, wie das Vorbild Snappy Core atomic updates beherrschen. Das bedeutet, jede Aktualisierung des Systems wird in Form eines Image ausgerollt. Sollte ein Fehler auftreten, kann das gesamte Update einfach zurückgerollt werden.

Bei Ubuntu Core heißt die Funktion transactional updates und wird vom Snappy-Paketmanagement gehandhabt. Aktualisierungen werden in Form von Delta-Dateien ausgeliefert, die lediglich die Differenz beider Versionen enthalten. Dabei wird sowohl das Grundsystem als auch jede einzelne Applikation in nur lesbaren Dateien in einem doppelten Dateisystem vorgehalten. Entwickler können aus DEB-Paketen Snappy-Apps bauen. Diese enthalten wie ein Docker-Image alle benötigten Abhängigkeiten. Ein Problem könnte der im Vergleich zu Debian geringe Paketbestand von Ubuntu sein. Die hier fehlenden Anwendungen sowie beliebte Software von Drittanbietern müsste eigens ins Snappy-Format umgewandelt werden.