7/8 Intel SSD 750 Series im Test : Brachial schnelle SSD mit hoher Leistungsaufnahme

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Detailbetrachtungen

Neuzustand und Leistungsabfall

Zur Überprüfung der Leistungsbeständigkeit dient der Benchmark AS SSD. Mit diesem werden Transferraten und Zugriffszeiten der SSDs zunächst im leeren Auslieferungszustand und im späteren Verlauf nach normaler Nutzung mit installiertem System sowie nach starker Nutzung und fast vollständiger Befüllung überprüft. Der TRIM-Befehl ist dabei durchgehend aktiv. Details zu diesem Vorgehen und den vorbereitenden Maßnahmen liefert der Artikel „So testet ComputerBase SSDs“.

AS SSD – Intel SSD 750 1.200 GB
Neuzustand
(ohne Daten)
Normalzustand
(35 GB belegt)
Stark genutzt
(10 GB frei)
∆ Neuzustand
zu Stark genutzt
Sequenzielles Lesen 2313,66 MB/s 2288,96 MB/s 2244,57 MB/s – 3 %
Sequenzielles Schreiben 1336,91 MB/s 1195,3 MB/s 1178,38 MB/s – 12 %
4K Lesen 39,84 MB/s 39,66 MB/s 37,68 MB/s – 5 %
4K Schreiben 206,79 MB/s 196,22 MB/s 182,35 MB/s – 12 %
4K 64Thrd Lesen 1364,52 MB/s 1339,68 MB/s 1235,5 MB/s – 9 %
4K 64Thrd Schreiben 968,76 MB/s 880,75 MB/s 831,33 MB/s – 14 %
Zugriffszeit Lesen* 0,015 ms 0,018 ms 0,108 ms + 620 %
Zugriffszeit Schreiben 0,020 ms 0,021 ms 0,031 ms + 55 %
*Eine starke Zunahme ist bei allen getesteten SSDs zu beobachten und beruht auf dem Füllstand der SSD

Die Intel SSD 750 verschlechtert sich nach starker Belastung und bei hohem Füllstand in allen Bereichen. So vernichtend das zunächst klingen mag: Bis auf im genutzten Benchmark ist der gemessene Leistungsverlust nicht spürbar. Die Leistung ist zudem immer noch höher als bei allen bisher getesteten SSDs und weitaus höher als bei allen SATA-SSDs. Eine Zunahme der Zugriffszeit beim Lesen von über 600 Prozent konnte die Redaktion zuvor aber noch nie beobachten.

Leistungsbeständigkeit

Im langwierigen Consistency Test des PCMark 8 lässt die SSD 750 der Konkurrenz keine Chance. Die hohe Leistung ist demnach auch unter Dauerlast abrufbar. Bis auf eine Ausnahme wird der Intel-SSD in jedem Testabschnitt eine Transferrate von deutlich mehr als 300 MB/s bescheinigt. Die SATA-Konkurrenz sieht dagegen alt aus: Die bis zu diesem Test in dieser Disziplin führenden Modelle SanDisk Extreme Pro und Samsung 850 Pro können nicht ansatzweise mithalten.

Die Verwandtschaft der SSD 750 zu Intels Enterprise-SSDs mit gleichem Controller zeigt sich bei den IOPS. Fast vier Minuten lang liegen diese deutlich über der Marke von 100.000, bis sie dann einbrechen. Danach liegen die Werte stets deutlich über der Marke von 10.000, der Anstieg des Graphen deutet an, dass der Steady State auch nach 30 Minuten noch nicht erreicht wurde. Am Ende des Messzeitraums wurden rund 25.000 IOPS erzielt. Die hohe Leistungsbeständigkeit ist auch dem hohen Over-Provisioning zu verdanken.

Um die maximalen IOPS zu erreichen, bedarf es bei NVMe-SSDs aber einer anderen Testkonfiguration. Während im obigen Verfahren nur ein Thread (ein Worker in Iometer) mit 32 ausstehenden Befehlen zum Einsatz kommt, beschreibt Intel ein Testszenario mit vier Workern mit jeweils 32 ausstehenden Befehlen. Wie im Abschnitt zur NVMe-Technik beschrieben, erlaubt NVMe tiefere Befehlswarteschlangen mit mehr Befehlen.

Die Messwerte zeigen, dass erst jetzt das Potenzial der SSD 750 erreicht wird. 410.000 IOPS beim wahlfreien Lesen und gut 330.000 IOPS beim wahlfreien Schreiben entsprechen fast den von Intel versprochenen Werten von bis zu 440.000 IOPS lesend und 290.000 IOPS schreibend.

So beeindruckend die Resultate der Tests in diesem Abschnitt auch sind, für den alltäglichen Privatgebrauch spielen sie keine Rolle. Weder eine mehrstündige Dauerschreiblast, noch 128 ausstehende Befehle treten bei normaler Nutzung auf. Allerdings richtet sich Intel mit der SSD 750 nicht nur an PC-Enthusiasten und Spieler, sondern auch an Workstation-Nutzer, wo diese Aspekte eine größere Rolle spielen. Für den Server-Einsatz empfehlen sich aber Intels Enterprise-Pendants mit NVMe, deren Firmware nochmals besser auf solche Szenarien abgestimmt ist.

Treibervergleich

Windows 8.1 bringt einen Treiber für NVMe-SSDs mit sich. Für die beste Leistung empfiehlt Intel aber den eigenen NVMe-Treiber. Mit den Benchmarks CrystalDiskMark und AS SSD hat ComputerBase die Leistung mit beiden Treibern verglichen und kann bestätigen, dass der Intel-Treiber insgesamt eine höhere Leistung ermöglicht. Wie so oft gibt es aber eine Ausnahme: Beim wahlfreien Schreiben mit 64 ausstehenden Befehlen liefert der Microsoft-Treiber im AS SSD Benchmark doppelt so hohe Werte. Dennoch ist Privatanwendern die Installation des aktuellen Intel-Treibers zu empfehlen, der auch die Grundlage für alle anderen Tests darstellte.

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