13/16 AMD Radeon R9 Fury X im Test : Eine ernsthafte Alternative zu Nvidias Topmodellen

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Batman: Arkham Knight

Viele Spieler beklagen derzeit Performance-Probleme im neuen Spiel Batman: Arkham Knight. ComputerBase hat dennoch erste Benchmarks mit der Auslieferungsversion durchgeführt. Dabei kommt an dieser Stelle aus Zeitgründen zunächst nur der integrierte Test zum Einsatz, der besser als das Spiel läuft. Sämtliche Details sind für die Tests aktiviert und maximiert. Bei einem Durchlauf sind zusätzlich die GameWorks-Features von Nvidia abgeschaltet, bei einem zweiten Lauf diejenigen aktiv, die sowohl auf AMD- als auch Nvidia-GPUs funktionieren. Dabei handelt es sich um „Enhanced Rain“ und um „Enhanced Light Shafts“.

Batman: Arkham Knight – integrierter Benchmark
  • 1.920 × 1.080 – ohne GameWorks:
    • AMD Radeon R9 Fury X
      93
    • Nvidia GeForce GTX 980 Ti
      91
    • AMD Radeon R9 390X
      87
  • 1.920 × 1.080 – mit GameWorks:
    • AMD Radeon R9 Fury X
      92
    • Nvidia GeForce GTX 980 Ti
      89
    • AMD Radeon R9 390X
      82
  • 2.560 × 1.440 – ohne GameWorks:
    • Nvidia GeForce GTX 980 Ti
      80
    • AMD Radeon R9 Fury X
      78
    • AMD Radeon R9 390X
      62
  • 2.560 × 1.440 – mit GameWorks:
    • Nvidia GeForce GTX 980 Ti
      74
    • AMD Radeon R9 Fury X
      73
    • AMD Radeon R9 390X
      57
  • 3.840 × 2.160 – ohne GameWorks:
    • Nvidia GeForce GTX 980 Ti
      44
    • AMD Radeon R9 Fury X
      42
    • AMD Radeon R9 390X
      32
  • 3.840 × 2.160 – mit GameWorks:
    • Nvidia GeForce GTX 980 Ti
      40
    • AMD Radeon R9 Fury X
      39
    • AMD Radeon R9 390X
      29

Zumindest der integrierte Benchmark zu Batman: Arkham Knight läuft auf der Radeon R9 Fury X sehr gut. Sie ist in allen Testszenarien im Grunde gleich schnell wie die GeForce GTX 980 Ti – mal minimal schneller und mal minimal langsamer. Daran ändert sich auch nichts, wenn die zwei GameWorks-Features eingeschaltet sind. Ironischerweise verliert die AMD-Grafikkarte durch diese Features sogar minimal weniger Performance als das Nvidia-Pendant. Die Radeon R9 390X rendert hingegen deutlich langsamer als das neue Single-GPU-Flaggschiff. In 3.840 × 2.160 liegt die Differenz bei 31 (ohne GameWorks) bis 34 Prozent (mit GameWorks).

AMD CrossFire – Fury X im Doppelpack

ComputerBase standen für kurze Zeit zwei Radeon R9 Fury X zur Verfügung, um auch CrossFire zu testen. Allerdings lief der CrossFire-Betrieb mit zwei Fury X äußerst instabil. Das Bild fror fast immer in allen Spielen nach wenigen Sekunden sofort ein. Einen erkennbaren Grund dafür gibt es bislang nicht, eine Fehlersuche führte nicht zum Erfolg. Laut AMD soll CrossFire mit dem aktuellen Treiber auch auf der Fury X wie gewohnt funktionieren.

AMD Radeon R9 Fury X im CrossFire-Gespann
AMD Radeon R9 Fury X im CrossFire-Gespann

Dennoch ließen sich zumindest in drei Spielen Benchmarks ohne Abstürze durchführen, die an dieser Stelle exemplarisch für einen ersten CrossFire-Betrieb angeführt werden.

Radeon R9 Fury X CrossFire - 3.840 × 2.160
  • Bioshock: Infinite:
    • AMD Radeon R9 Fury X - CrossFire
      96,0
    • AMD Radeon R9 Fury X
      50,1
  • Call of Duty: Advanced Warfare:
    • AMD Radeon R9 Fury X - CrossFire
      62,0
    • AMD Radeon R9 Fury X
      36,6
  • Ryse: Son on Rome:
    • AMD Radeon R9 Fury X - CrossFire
      51,2
    • AMD Radeon R9 Fury X
      33,1

Bioshock: Infinite zeigt bei zwei Radeon-R9-Fury-X-Grafikkarten eine sehr gute Skalierung und läuft mit zwei Grafikkarten 92 Prozent schneller als mit einer einzelnen Fury X. Call of Duty: Advanced Ware legt hingegen deutlich weniger zu, arbeitet aber immer noch gute 69 Prozent flotter als mit einer einzelnen Grafikkarte. Ryse: Son of Rome kann durch den CrossFire-Betrieb 55 Prozent zulegen. Die Frameraten der beiden letzten Spiele haben es durch das CrossFire-Gespann aus zwei Fury X von bedingt spielbar auf gut spielbar geschafft. Mikroruckler waren nicht zu spüren.

Bei CrossFire selbst hat sich auf der Fiji-Grafikkarte gegenüber der Vorgängergeneration nichts geändert. Es kommt weiterhin XDMA zum Einsatz, sodass die komplette Kommunikation der Grafikkarten untereinander über den PCIe-Slot erfolgt. Es ist keine zusätzliche Brückenverbindung zwischen den Grafikkarten notwendig.

FPS-Limiter – Weniger Strom, weniger laut

AMD hat mit der Radeon-300-Serie und der Radeon R9 Fury X einen FPS-Limiter in das Catalyst Control Center integriert, der auf den Namen Frame Rate Targeting Control hört. Dieser lässt sich frei zwischen 55 und 95 FPS konfigurieren – letzteres ist für 120-Hz- und 144-Hz-Monitore ungünstig. Darüber hinaus fällt auf, dass zwischen Limiter und tatsächlicher Framerate immer eine Differenz von einem Frame besteht. Sind zum Beispiel 60 FPS eingestellt, laufen die Spiele mit 59 FPS.

Was der Frame-Limiter auf der Radeon R9 Fury X bringt, hat ComputerBase anhand von Bioshock: Infinite, Metro: Last Light Redux sowie The Talos Principle in der Auflösung 2.560 × 1.440 getestet. Der Limiter ist auf 60 FPS gesetzt – sämtliche Spiele würden in dieser Einstellung eine höhere Framerate erzielen.

Einleuchtendes Ergebnis: Je mehr man ein Spiel ausbremst, desto mehr kann man „sparen“. Die Testszene in Bioshock: Infinite läuft durch den Limiter rund 40 FPS langsamer, was die Leistungsaufnahme um 119 Watt reduziert und den gesamten Rechner auf unter 300 Watt drückt. Zugleich verringert sich die Lautstärke um drei Dezibel und die GPU-Temperatur um sieben Grad Celsius auf 58 Grad.

The Talos Principle läuft mit 76 FPS ohne Limiter hingegen bereits langsamer, sodass auch die Einsparungen geringer ausfallen. Dennoch verringert sich die Leistungsaufnahme durch den Einsatz des Frame-Limiters um 75 Watt und die Grafikkarte bleibt drei Dezibel leiser und drei Grad kühler. In Metro: Last Light Redux (ohne Limiter: 69 FPS) sind es dann noch 61 Watt, drei Dezibel und drei Grad Celsius.

Die Radeon R9 Fury X kann sich entsprechend gut auf eine nicht komplette Auslastung einstellen und reagiert in allen drei Spielen mit einem deutlich verringerten Energieverbrauch. Der Limiter ist in der aktuellen Form jedoch nur auf 60-Hz-Monitoren sinnvoll, sollte dort aber eingesetzt werden. Mehr als 60 Bilder verkürzen bei einem entsprechenden Monitor zwar weiter den Input-Lag, bieten sonst aber keine Vorteile. Durch eine weitere Reduzierung der Framerate können diese Werte zwar weiter verbessert werden, allerdings werden hierdurch auch die tatsächlich an den Monitor gelieferten Bilder reduziert.

Im Vergleich zu VSync verhindert der Limiter zwar kein Tearing, sondern kann dieses unter Umständen nur reduzieren, ist dafür jedoch unabhängig von der VSync-Implementierung, die in manchen Spielen problematisch ist. Darüber hinaus funktioniert das Feature nur unter DirectX 10 und DirectX 11. DirectX-9-Spiele werden nicht unterstützt.

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