Blendle : Artikel-Kiosk startet Betaphase in Deutschland

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Blendle: Artikel-Kiosk startet Betaphase in Deutschland
Bild: Blendle

Während der Streaming-Markt im Musik- und Video-Bereich den ersten Sättigungserscheinungen entgegen sieht, zeigen Dienste für E-Book und E-Paper weiterhin Luft nach oben. In Deutschland startet diese Woche der digitale Kiosk Blendle, bei dem im Unterschied zu anderen Anbietern Artikel einzeln gekauft werden.

Ähnlich wie Pocketstory treibt das niederländische Startup Blendle mit dem neuen Dienst die Entbündelung von journalistischen Inhalten weiter voran. Im Gegensatz zu Anbietern wie Readly zahlt der Leser für den Zugriff auf die verschiedenen Inhalte bei Blendle keinen monatlichen Pauschalbetrag, sondern einzeln per Artikel. Das Angebot richtet sich somit vornehmlich an Nutzer, die gezielt nach bestimmten Themen oder Artikeln suchen. Die Spannbreite der Preise reicht dabei von wenigen Cent bis hin zu einem Euro und mehr, wobei jeder Verlag den Preis selbst bestimmt. Mitbewerber Pocketstory legt zum Beispiel Artikelpreise von 39 Cent bis zu 1,99 Euro an, wobei zu diesen im Unterschied zum niederländischen Startup auch Büchertexte gehören. Sollte ein gekaufter Artikel bei Blendle einmal nicht gefallen, wird der Kaufpreis erstattet.

Blendle

Zum Start der Betaphase in Deutschland kann das Startup bereits einige Anbieter von Inhalten vorweisen. Zu diesen zählt neben dem Axel-Springer-Verlag, der zusammen mit der New York Times 23 Prozent an Blendle hält, auch der Verlag Gruner + Jahr sowie zahlreiche Regionalzeitungen. Burda und Bauer verweigern sich hingegen auch dieses Mal den neuen digitalen Vertriebswegen.

Bei dem aktuellen Angebot will es Unternehmensgründer Marten Blankesteijn jedoch nicht belassen, im später folgenden zweiten Schritt sollen auch Fachverlage in das Angebot einfließen. Dass das Konzept erfolgreich sein kann, hat Blendle bereits in den Niederlanden unter Beweis gestellt: Hier konnte der Anfang 2014 gestartete Dienst bereits nach einem Jahr über 250.000 meist junge Nutzer an sich binden. Laut Blankesteijn bietet Blendle damit auch für etablierte Printmedien eine Möglichkeit, junge Leser zu erreichen, die keine gedruckten Tageszeitungen kaufen würden.

Beim reinen Lesen will es Blendle aber nicht belassen, der Anbieter setzt darüber hinaus auf die soziale Komponente: So sollen Nutzer die angebotenen Inhalte teilen, empfehlen und darüber diskutieren können.

Der offizielle Start in Deutschland ist für September angesetzt, abhängig von der Klärung letzter Lizenzfragen. Sollten die Verhandlungen schnell abgeschlossen sein, ist auch ein früherer Marktstart möglich. Interessierte Nutzer können sich zudem bei Blendle für die voraussichtlich diese Woche beginnende Betaphase registrieren.