Forschung : Einzelnes WLAN-Signal ermöglicht Personenzählung

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Forschung: Einzelnes WLAN-Signal ermöglicht Personenzählung
Bild: Screenshot

Mithilfe einer von Forschern der University of California entwickelten Methode lässt sich die Anzahl in Bewegung befindlicher Personen in einem Gebiet mit WLAN-Abdeckung schätzen, ohne dass diese dafür selbst mit einem Endgerät, wie beispielsweise einem Smartphone, ausgestattet sein müssen.

Hierfür wird im drahtlosen Netzwerk der Received Signal Strength Indicator (RSSI) auf Empfangsseite gemessen und mit einer mathematischen Formel ausgewertet. Beim vorgestellten Versuchsaufbau kamen ein handelsüblicher Router von D-Link sowie eine Atheros-WLAN-Karte zum Einsatz. Die im untenstehenden Video zu sehenden Roboter fungierten dabei lediglich als Träger der Hardware und hatten ansonsten keine Funktion.

Die Forscher testeten ihre Methode sowohl draußen als auch drinnen, wobei jeweils bis zu neun Personen korrekt oder zumindest nahe an der tatsächlichen Zahl geschätzt werden konnten. Dabei spielt für die Erfassung nicht nur die Luftlinie zwischen den beiden WLAN-Geräten eine Rolle, sondern auch die Reflexion, wenn eine Person vorübergeht. Eine weitere Abhängigkeit ergab sich aus der verwendeten Antenne: Im Inneren einer Räumlichkeit zeigte sich bei der Nutzung einer Richtantenne eine geringere Fehlerrate als mit einer Rundstrahlantenne, während beide Antennen im Freien die Anzahl der Personen gleich schätzten. Das Video zeigt die Ergebnisse der Rundstrahlantennen, die den WLAN-Geräten beilagen.

YouTube-Video: Head Counting With WiFi: Counting People Without Relying On Personal Devices

Als mögliche Anwendungsbeispiele sehen die Forscher die automatische Raumklimatisierung auf Grundlage der Anzahl der anwesenden Personen. Auch könnten Rettungskräfte bei Evakuierungen von den Schätzungen der Methode profitieren oder das Verfahren in Geschäften zum Zählen von Kunden eingesetzt werden. Durch die heutzutage ausgedehnte WLAN-Abdeckung soll sich das Verfahren für viele Lebensbereiche eignen und als Ergänzung zu Kameras sowie anderer optischer Sensorik fungieren. Zudem habe die Technik das Potenzial auch durch Wände zu funktionieren, was gegenüber Kameras einen Vorteil darstellt.