Kommentar : Der iPod ist tot. Wieder einmal.

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Nicolas La Rocco

Und schon wieder lässt Apple sein früher ach so geliebtes Kind einen weiteren Tod sterben. Der iPod ist für Apple nicht mehr wichtig und hat gestern – mit der Vorstellung von Apple Music – einen weiteren Sargnagel verpasst bekommen. Das Musikwiedergabegerät von Apple spielt beim eigenen Streaming-Dienst keine Rolle.

Apple Music wird es in der iPod-Familie ausschließlich auf den iPod touch der fünften Generation schaffen. Und selbst dieser iPod ist seit drei Jahren nicht mehr gepflegt worden und dümpelt noch mit altem A5-SoC und 512 MB RAM vor sich hin.

iPod Nano und iPod Shuffle werden hingegen überhaupt nicht mehr bedacht. Dabei war der iPod vor 14 Jahren maßgeblich am Neustart des Unternehmens Apple beteiligt und revolutionierte die Musikbranche. Den letzten neuen Nano gab es aber wie den aktuellen iPod touch vor drei Jahren, der Shuffle ist sogar schon fünf Jahre alt. Der iPod Classic mit 160 GB, der das letzte Mal 2009 aktualisiert wurde, wird schon seit September des letzten Jahres nicht mehr angeboten. Um die Software dieser Geräte kümmert sich Apple ebenso seit Jahren nicht mehr.

Und gestern? Gestern musste auf der Apple-Website schließlich die Kategorie iPod Platz für Apple Music machen – nur ganz am Ende findet sich noch ein Verweis auf das ungeliebte Kind. Geräte, die fast ausschließlich für den Genuss von Musik konzipiert wurden und perfekte Abspielgeräte für den neuen Dienst gewesen wären, unterstützen ihn nicht.

Der iPod musste Apple Music weichen
Der iPod musste Apple Music weichen

Tim Cook hätte gestern das „One more thing...“ nicht nur für Apple Music verschwenden sollen, sondern in einem Zug auch eine neue Riege kompakter Abspielgeräte vorstellen sollen. Doch diesen Platz hat mittlerweile wohl die Apple Watch eingenommen. Die Uhr nämlich kann Apple Music, kostet aber nicht 55 oder 180 Euro wie iPod Shuffle und Nano, sondern mindestens 400 Euro. Es fehlt an kompakten Abspielgeräten für aktuelle Musik-Dienste im Hause Apple. Tim Cook hat nach Steve Jobs viel bei Apple erreicht, jetzt ist es mal wieder Zeit für Wurzelpflege, damit die Krone weiter blüht!

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