4/5 LG G4 im Test : Kühles Smartphone für Akku-Wechsler und Speicher-Erweiterer

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Konnektivität

An Anschlussvielfalt mangelt es LGs Flaggschiff nicht. Das Smartphone bietet WLAN nach ac-Standard, LTE Cat. 6 mit Unterstützung für Voice-over-LTE, USB OTG, Wi-Fi Direct, DLNA und SlimPort 4K. Ebenfalls mit an Bord sind Bluetooth 4.1, NFC und A-GPS. Als Manko wäre einzig der Verzicht auf microUSB 3.0 zu nennen. Über den eingebauten Infrarot-Sender ist das G4 wie das Galaxy S6 und das One M9 zudem als Universalfernbedienung nutzbar. Mit maximalen Übertragungsraten von theoretisch 450 MBit/s im Down- und 50 MBit/s im Upstream liegt der Snapdragon 808 im G4 auf Augenhöhe mit dem Snapdragon 810 und übertrifft Samsungs Exynos 7420 im Galaxy S6. Getestet wurde das G4 im Netz von o2 in Düsseldorf und im Ruhrgebiet. Während des gesamten Testzeitraums überzeugte das Modell mit solidem Empfang ohne plötzliche Abbrüche von Datenübertragungen oder Telefonaten abseits bekannter Funklöcher wie U-Bahn-Schächten. Die Gesprächsqualität war laut und klar.

An Anschlussvielfalt mangelt es dem G4 nicht
An Anschlussvielfalt mangelt es dem G4 nicht

Auch die Ortung via Google Maps erfolgte schnell und zuverlässig, so dass das G4 auch als Navigationsgerät genutzt werden kann. Der rückwärtig verbaute Lautsprecher verliert an Klarheit, sobald das Smartphone auf dem Tisch liegt. Der interne Speicher ist mit 32 Gigabyte üppig bemessen, per microSDXC lässt sich dieser laut LG um bis zu zwei Terabyte erweitern.

Laufzeiten

Der wechselbare Akku misst wie beim G2 und beim G3 unverändert 3.000 mAh. Zusammen mit dem erweiterbaren Speicher bleibt das G4 das letzte Flaggschiff der großen Hersteller, das beide Möglichkeiten mitbringt. Per Quick Charge soll das LG G4 bereits nach kurzer Ladezeit wieder viel Akkuladung bereitstellen. Die beworbenen 50 Prozent nach einer halben Stunde erreicht das G4 mit dem beigefügten Netzteil mit 1,8 Ampere Ausgangsleistung aber nicht. Hier stehen stattdessen rund 35 Prozent zu Buche, was ebenfalls ein guter Wert ist, um das Smartphone auf die Schnelle etwas aufzuladen. Generell unterstützt das G4 drahtloses Aufladen über Qi, die mitgelieferten Abdeckungen allerdings nicht. Daher werden optionale Rückschalen wie LGs Quick Circle Case nötig, was zusätzliche Kosten verursacht. Das Samsung Galaxy S6 (edge) bietet hingegen beispielsweise ab Werk integrierte Unterstützung für drahtloses Laden.

Der Akku ist wechsel-, der Speicher erweiterbar
Der Akku ist wechsel-, der Speicher erweiterbar

Laut LG ist das neue Display effizienter als das Pendant des Vorgängers, trotzdem bleibt die Anzeige der größte Verbraucher. Auch die hohe Auflösung trägt einen großen Teil dazu bei. So kann das G4 zwar sowohl im Alltag als auch bei den Messwerten am G3 vorbeiziehen, groß absetzen kann sich der neue Spross aber nicht. Im Alltag stehen bei gemäßigter Nutzung eineinhalb Tage parat, bei anspruchsvoller Nutzung mit stets aktiviertem LTE, WLAN, automatischer Displayhelligkeit, mehreren E-Mail-Konten sowie Surfen und Messengern muss das G4 deshalb jeden Abend an die Steckdose.

Bei den Laufzeitmessungen erreicht das G4 insgesamt nur durchschnittliche Werte. Im Video- und Browser-Dauertest kann sich das G4 knapp vor dem G3 positionieren, bleibt aber im unteren Drittel des Testfeldes. Im PCMark, der Surfen, Videowiedergabe und das Öffnen, Bearbeiten und Speichern von Dokumenten und Bildern emuliert, erreicht das G4 hingegen einen guten Wert und platziert sich auf dem Podest hinter dem Galaxy S6 und dem S6 edge. An dieser Stelle zeigt sich, dass das Display mit seiner hohen Auflösung trotz mehr Effizienz einen großen Strombedarf hat. In Kombination mit den Alltagserfahrungen kommt das LG G4 nicht über durchschnittliche Laufzeiten hinaus.

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