4/4 Pebble Time im Test : In Farbe ist nicht immer alles besser

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Laufzeiten

Die Akkulaufzeit ist im Smartwatch-Sektor ein Streitthema wie kein Zweites. Muss das gekoppelte Telefon ohnehin zumeist Abends an die Steckdose, schrecken viele Nutzer bei Laufzeiten von ein bis zwei Tagen bei einer Smartwatch zurück. Diese Problematik erkannte Pebble schon bei der ersten Generation und setzte auf leistungsschwache Hardware in Verbindung mit einem sparsamen Display. Mit der Pebble Time wird diese Philosophie fortgeführt. Neu ist jedoch, dass die unterschiedlichen Varianten Pebble Time und Pebble Time Steel über einen unterschiedlich starken Akku verfügen. In der Produktbezeichnung der Pebble Time ist von einer Laufzeit von bis zu sieben Tagen die Rede, wohingegen die etwas dickere Time Steel mit zehn Tagen beziffert wird. Während die Pebble Time einen Akku mit 150 mAh aufweist, ist die Kapazität des Akkus der Pebble Time Steel noch nicht bekannt.

Watchface „Thin by Chris Lewis“
Watchface „Thin by Chris Lewis“

Im Alltagstest, der sich aus der Sichtung sämtlicher Benachrichtigungen, dem Steuern der Musikwiedergabe während der Autofahrt (etwa 1 Std. täglich) und gelegentlichem Spielen zusammensetzte, wurde eine Tatsache äußerst schnell bewusst: Die Wahl des Ziffernblattes spielt eine wichtige Rolle. Bei einem intensiv farbigen Watchface, samt Zusatzinformationen wie Wetter, verringert sich die Laufzeit um fast einen Tag. Das einfachere Ziffernblatt „Thin by Chris Lewis“ ist zwar auch farbig, verfügt jedoch über keinerlei Animationen, was der Akkulaufzeit zugute kommt. Durch die Auswahl dieses Watchfaces ist die Vergleichbarkeit zum Test der Pebble Steel gewährleistet, bei dem auch auf ein einfacheres Zifferblatt gesetzt wurde.

Laufzeiten im Vergleich
Nennladung Laufzeit*
Pebble Time 150 mAh 107 Std.
Pebble Steel 130 mAh 116 Std.
LG G Watch 400 mAh 36 Std.
Samsung Gear Live 300 mAh 28 Std.
Motorola Moto 360 320 mAh 26 Std.
LG G Watch R 410 mAh 46 Std.
Asus ZenWatch 369 mAh 38 Std.
Sony Smartwatch 3 420 mAh 48 Std.
Apple Watch Sport 38 mm 205 mAh 23 Std.
* unter normaler Nutzung, wie jeweils im Test beschrieben

Bei eingeschaltetem Vibrationssignal sowie der Motion-Funktion wurde im Zuge dessen eine Laufzeit von knapp fünf Tagen erreicht. Trotz farbigem E-Paper-Display bietet die Pebble Time dem monochromen Vorläufer die Stirn. Der vom Hersteller angestrebte Wert von sieben Tagen erscheint bei weiteren Energiesparmaßnahmen realistisch. Aber auch ohne diese stellen die Pebble-Smartwatches, egal ob erste oder zweite Generation, die Konkurrenz in den Schatten.

Pebble Time im Test – magnetischer Ladeanschluss
Pebble Time im Test – magnetischer Ladeanschluss

Der vom Vorgänger bekannte magnetische Ladeanschluss wandert in der zweiten Uhrengeneration auf die Uhreninnenseite. Doch auch wie jede andere Smartwatch muss sich dieses Ladekonzept dem der Motorola Moto 360 geschlagen geben. Die kontaktlose Ladeschale stellt noch immer das beste System dar.

Fazit

Doch unter Beachtung all dessen, wie schlägt sich die Pebble Time im Alltag, insbesondere gegen die Konkurrenz-Smartwatches mit Google Android Wear und Apple Watch OS? Keines der Systeme beziehungsweise keine der derzeit repräsentativen Smartwatches kann sich in Gänze an die Spitze setzen. Die größten Vorteile kann sich die Pebble Time angesichts der Akkulaufzeit sowie der Systemkompatibilität mit Android und iOS sichern. Das Display ist gerade im Freien sehr gut und zeigt eine Darstellung, die so in Innenräumen nicht erreicht wird. Dieses Verhalten ist bei der Konkurrenz genau andersherum. Auch durch das offene System und die umfangreiche App-Bibliothek kann Pebble erneut Pluspunkte für sich verbuchen.

Pebble Time
Pebble Time (Bild: Pebble)

All dies wies aber auch die erste Generation der Pebble auf. Das farbige E-Paper-Display verschönert zwar die Anzeigen, allerdings ist die Auflösung zu gering, um etwa Bilder oder Karten schön wiedergeben zu können, was den Nutzen deutlich einschränkt. Ebenso bringt die neue Oberfläche lediglich optische Akzente mit sich. Die neue „Timeline“ ist zwar praktisch, aber im Grunde nicht mehr als eine einfache Terminübersicht in Form eines Zeitstrahls – die wichtige Neuerung, wie Pebble sie darstellt, ist sie nicht. Als gelungene Neuerung kann hingegen die gewölbte Innenseite der Uhr bezeichnet werden. Die Pebble Time schmiegt sich besser an das Handgelenk des Nutzers als die meisten anderen Smartwatches.

So bleibt es für Smartwatch-Interessierte noch immer schwierig. Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung kann sich auch die Pebble Time nicht sichern. Auch sie hat ihre Ecken und Kanten, die es für jeden potenziellen Käufer abzuwägen gilt.

Die Pebble Time ist ab heute zum Preis von 249 Euro vorbestellbar.

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