2/7 500-W-Netzteile für 50 Euro im Test : Antec, Enermax, LC-Power und Thermaltake im Vergleich

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Lieferumfang und Äußeres

Die Verpackung des Antec VPF punktet mit einer ausführlichen Dokumentation, die Bedienungsanleitung steht dem in Nichts nach. Sie gibt auch über die Anzahl der Stromstecker sowie deren Verteilung auf die beiden 12-Volt-Schienen Auskunft. Bei genauerer Betrachtung erweist sich die Aufteilung der Stecker jedoch als nicht besonders ausgewogen: Während der CPU-Stecker satte 30 Ampere, also maximal 360 Watt, abrufen darf, müssen sich die restlichen Komponenten die erste, ebenfalls mit 30 Ampere angegebenen 12-Volt-Schiene aufteilen. Bei einem Einsatz von besonders fordernden Grafikkarten ist die Gesamtleistung von 550 Watt somit möglicherweise nicht komplett abrufbar. Der Lieferumfang wird mit einem Kaltgerätekabel und Gehäuseschrauben abgerundet, Kabelbinder befinden sich jedoch nicht im Karton.

Das nur 140 Millimeter lange Netzteil präsentiert sich optisch unspektakulär, der Lüfter mit einer Größe von 120 mm versteckt sich unter einem wabenförmigen Lüftergitter. Gespart wurde auch an den Kabelsträngen, nur das ATX-Kabel verfügt über eine Ummantelung (Sleeve).

Die Verpackung des Enermax MaxPro geizt an Informationen – mehr als eine Auflistung der technischen Daten ist nicht zu sehen. Auskunft bietet die Herstellerwebsite. Sparsam gestaltet sich auch das Innere des Kartons, neben einem Kaltgerätekabel und Gehäuseschrauben findet sich nur ein kurzes, mehrsprachiges Faltblatt in der Verpackung.

Optisch überzeugender gestaltet sich das Netzteil. Neben der hochwertigsten Lackierung im Vergleich gefallen der große „MaxPro“-Schriftzug sowie die auch hier geringen Abmessungen mit nur 140 Millimetern Länge. Der 120 mm große Lüfter wird von einem klassischen Lüftergitter bedeckt und soll dank eigens entwickeltem Twister-Lager besonders langlebig und hochwertig sein. Zudem besitzt das MaxPro eine Lüfter-Nachlaufregelung: Der Lüfter dreht sich auch nach dem Ausschalten des Systems noch bis zu 60 Sekunden weiter, um warme Luft aus dem Gehäuse zu entfernen; der Nutzen ist umstritten. Die Sleeves des MaxPro sind grundsätzlich hochwertig verarbeitet, trotzdem sind die Adern der Kabel noch problemlos durch das etwas zu grobmaschige Netz erkennbar.

Die Verpackung des LC6560GP3 „Silver“ ist praktisch identisch zum Vorgänger mit Bronze-Zertifizierung, geändert wurden nur die Angaben zum Wirkungsgrad sowie das 80Plus-Logo. Kritisiert werden müssen demnach – wie bereits beim Vorgänger – die geringe Informationsdichte auf dem Karton. Ausführlicher gestaltet sich die Auflistung aller wichtigen Informationen auf der Herstellerwebsite. Wenig überraschend fällt auch der Lieferumfang identisch zum Vorgänger aus, Gehäuseschrauben liegen abermals nicht bei.

Mit einer Länge von 160 Millimetern fällt das LC6560GP3 um zwei Zentimeter länger aus als die Konkurrenz. Die größeren Abmessungen werden in einen größeren Lüfter investiert, der einen Durchmesser von 140 mm aufweist. Die Optik des Vorgängers wurde übernommen, der charakteristische Lüfter mit grüner Färbung wird von einem üppigen verchromten Gitter verziert. Verbessert wurden hingegen die Kabelsleeves, die nun im Netzteil beginnen und erfreulich blickdicht sind.

Die schwarze Verpackung des Thermaltake Hamburg wirkt hochwertig, zumal die Rückseite des Kartons mit einer guten Dokumentation aufwartet. Überzeugen kann auch der Lieferumfang: Als einziger Hersteller im Vergleich spendiert Thermaltake Kunden ein paar Kabelbinder. Weniger überzeugt die Optik des Netzteils, Schlimmer noch: Die Materialstärke der 140 Millimeter langen Verkleidung fällt sehr schwach aus und lässt sich ohne großen Kraftaufwand problemlos eindrücken und verbiegen. Auch an den Kabeln wurde gespart, denn nur das ATX-Kabel ist mit einem Sleeve versehen.

Kabelausstattung

Den wenig überzeugenden optischen Auftritt kompensiert das Thermaltake Hamburg durch die im Schnitt längsten Kabel und die meisten Anschlüsse. Auch bei Antec und Enermax gibt es wenig zu kritisieren, auch wenn die Anzahl an Peripheriesteckern etwas geringer ausfällt. Das Schlusslicht bildet das LC-Power, das die bereits beim Vorgänger kritisierten Kabelstränge übernimmt. Das mit 560 Watt Gesamtleistung stärkste Netzteil verfügt nur über einen 6-Pin- und einen 8-Pin-Stromstecker für die Grafikkarte – High-End-Modelle wie die Radeon Fury X oder die GeForce GTX 980 Ti lassen sich somit nicht ohne Adapter am LC6560GP3 betreiben. Deutlich zu kurz fällt auch das CPU-Kabel mit einer Länge von 48 Zentimetern aus.

Kabelausstattung (Länge in cm) Antec Enermax LC-Power Thermaltake
nicht abnehmbar
20-+-4-Pin ATX 1 (51) 1 x 24 Pin (52) 1 (47) 1 (58)
4/8-Pin EPS 1 (58) 1 (63) 1 (48) 1 (59)
6+2-Pin PCIe 2 (49 – 61) 2 (45 – 60) 1 x 6 Pin + 1 x 6+2 Pin (48 – 62) 2 (48 – 61)
SATA 5 (45 – 84) 5 (47 – 78) 6 (46 – 61) 6 (47 – 78)
Molex 3 (56 – 80) 4 (47 – 91) 2 (48 – 63) 4 (47 – 91)
Floppy 1 (92) 1 (105) 1 (106)

Um eine Überlastung der Kabelstränge zu vermeiden, sind Netzteile der 500-Watt-Klasse grundsätzlich mit Kabeln ausgestattet, die einen Querschnitt von 18 AWG (Entspricht einem Durchmesser von 1,024 mm) aufweisen. Antec, Enermax und Thermaltake statten die meistens besonders hoch belasteten PCIe-Stecker, sowie den CPU- und ATX-Kabelstrang vorbildlich aus, sparen jedoch an den Peripherie-Steckern. Während SATA und Floppy aufgrund der geringen Leistungsaufnahme von SSDs, Festplatten oder Soundkarten praktisch vernachlässigbar sind, sollten die zumeist für PCI-Express-Stromadapter missbrauchten Molex-Stecker zumindest über Gardemaß verfügen.

Besonders kritisch wird es beim LC-Power: Beide PCI-Express-Stecker befinden sich an einem Kabelstrang, der größere 8Pin-Stecker ist jedoch nur mit dünnen Kabeln nach 20 AWG angebunden. Noch dünner gestalten sich die SATA- und Molex-Kabel mit 22 AWG (entspricht einem Durchmesser von 0,644 mm), von einem Einsatz von PCI-Express-Stromadaptern ist in diesem Fall klar abzuraten.

Antec Enermax LC-Power Thermaltake
20-+-4-Pin ATX 18 AWG
4/8-Pin EPS 18 AWG
6+2-Pin PCIe 18 AWG 1 x 6 Pin (18 AWG) + 1 x 6+2 Pin (20 AWG) 18 AWG
SATA 18 AWG 20 AWG 22 AWG 20 AWG
Molex 20 AWG 22 AWG 20 AWG
Floppy 20 AWG 22 AWG 20 AWG

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